Realität und Täuschung

Was ist real und wirklich? Wirklich kann nur sein, was inmitten allen Wandels ewig ist, nicht dem Wandel unterliegt, ohne Anfang und Ende ist und das ALLES umfasst. Die Vorstellung von RAUM mag zum besseren Verständnis dienen. Universen entstehen, entwickeln sich und verschwinden schließlich in den unendlichen Weiten des RAUMES.

xl_schattenSchatten an der Wand – Illusion und Täuschung. Bild: Ko-Sen

Der RAUM selbst, in dem das passiert, verbleibt unverändert, unbeeinflusst, anfanglos und endelos; er enthält, umfasst und durchdringt ALLES. Was ist Täuschung? Als Täuschung – maya (Illusion) – wird bezeichnet, was dem Wandel durch Niedergang und Differenzierung unterworfen ist, folglich einen Anfang und ein Ende besitzt. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Saint-Paulus-Dom Münster: Tiefe Stille inmitten flacher Betriebsamkeit

Schließt man die Augen, könnte der Eindruck entstehen, in einer Bahnhofshalle zu sitzen. Der gefühlte weite Raum dämpft Stimmen und das Getrappel von Schritten. Anders als im Bahnhof, kommt das Geräusch klickender Kameras hinzu, und das Zischen von Digitalblitzen – das Aufsichtspersonal hat offensichtlich resigniert, dagegen einzuschreiten. So gesehen, geht es im Saint-Paulus-Dom Münster in den Spitzenzeiten schlimmer als auf einem Bahnhof zu.

Am Altar sitzen, Saint-Paulus-Dom Münster, © Kô-SenSt.-Paulus-Dom zu Münster: Ununterbrochen hektische flache Betriebsamkeit, und doch ein Ort der Stille. (*)

Im Vorraum hockte eine Drückerkolonne von Bettlern, wie sie in den Fußgängerzonen die Polizei auf den Plan ruft. Die ersten Eindrücke beim Besuch des Münsteraner Doms lassen einen die Schritte beschleunigen. Kein Ort zur Einkehr. Nur schnell den schwätzenden, trampelnden Massen entfliehen. Dann lieber auf dem Michaelismarkt davor ein Fischbrötchen im Stehen essen. Doch dann macht es KLICK. In mitten flacher Betriebsamkeit öffnet sich ein inneres Tor tiefer Stille. Weiterlesen

Offenbarung des Johannes (Apokalypse) – ein Schlüssel zur Gnôsis?

Zur esoterischen Deutung der APOKALYPSE nach James Morgan Pryse (1859-1942)

Vor dem Hintergrund einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise mit ungewissem Ausgang haben Verweise auf die Apokalypse Hochkonjunktur. Doch möglicherweise ist die kanonische Deutung des auch als OFFENBARUNG DES JOHANNES bekannten Textes als Untergangsszenario für die Welt ein gigantischer Irrtum. Oder auch Betrug – wenn die wirkliche (Be)Deutung von den Gelehrten und Funktionären des Kirchenchristentums bewusst unterschlagen wurde.

Das Jüngste Gericht von Mânâstirea Voroneţ, România (1488)
Foto: Public Domain

In der offiziellen Version ist die Offenbarung eine einzige dunkle Drohung gegen die Menschheit, ausgesprochen von einem Gott, der sich durch Sprache und Diktion als cholerisch, rachsüchtig und gefühllos „offenbart.“ Kann SO Gott sein, der doch universelle und grenzenlose Liebe repräsentiert? Stammt der Text vielleicht gar nicht „von Gott?“ Ist der Wortlaut womöglich eine Art Geheimcode, überliefert aus den griechischen Mysterien, ein Schlüssel zur Gnôsis1, der dadurch vor dem Vandalismus christlicher Fundamantalisten geschützt wurde? Weiterlesen

  1. 1925 gründete Pryse mit sechs Gleichgessinnten die GNOSTIC SOCIETY. Die Gruppe löste sich nach dessen Tod auf. Sie ist die erste zeitgenössische Gruppierung, die sich auf die Tradition der Gnostiker bezieht.

TV/DVD-Tipp: DIE HEILERIN

Geistheilen erwartet man eher nicht als ernst gemeintes Thema im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, bestenfalls als kritischen Bericht in einer Magazinsendung.

Halfried fängt wieder an – mit Heilen. Foto © BR/ORF

Dem zweiteiligen Drama DIE HEILERIN1 zur fast besten Sendezeit ist daher die Neugier all derjenigen gewiss, die sich für alternative Heilweisen interessieren. Weiterlesen

  1. Regie Holger Barthel, Österreich 2004

BIRTH – Hollywoodstreifen mit spiritueller Note

Wer würde nicht gern wissen, wo man herkommt und welche Menschen einem einmal lieb und teuer waren. Die Weisheitslehren warnen aber davor, diesem Begehren nachzugeben. Kaum sind wir imstande das Leben im Hier und Jetzt mit all seinen Facetten zu bewältigen. Wie erst wollen wir es dann schaffen, außerdem noch mit den Verstrickungen und Verknüpfungen aus zurückliegenden Inkarnationen klar zu kommen?

Neugeboren oder wiedergeboren? Foto: privat

Der Hollywoodfilm BIRTH (Regie: Jonathan Glazer, Produktion: Warner Bros. Entertainment, 2004) erzählt eindringlich, wie das ohnehin komplizierte Leben in der modernen westlichen Welt gänzlich aus den Fugen gerät, wenn plötzlich die Vergangenheit in die Gegenwart einbricht. Etwa, wenn ein zehnjähriger Junge in eine Hochzeitsvorbereitung hineinplatzt und behauptet der liebende Mann der Braut zu sein – der allerdings vor zehn Jahren verstorben ist. Weiterlesen