Holocaust und Karmagesetz

Karmabetrachtungen zum Holocaust vom Kopf auf die Füße stellen

Immer wieder spült es Esoteriker an die brodelnde Oberfläche öffentlicher Aufmerksamkeit die behaupten, der Holocaust wäre aus Sicht des Karmagesetzes die „karmische Strafe“ der Juden für in früheren Leben begangene Untaten. Wer so argumentiert zieht selbst heftiges Karma auf sich herab. Nicht nur entwürdigt er das Ansehen der von den Nazis ermordeten Menschen. Derjenige hat auch die Bedeutung des Karmagesetzes nicht verstanden.

Grabstein jüdischer Friedhof Neustadt © Kô-Sen 2009Jüdischer Friedhof, Neustadt (Hessen). (*)

Karma stammt aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt Handlung. In der Philosophie der Hindus steht Karma für das Naturgesetz von Ursache und Wirkung. Auf der materiellen Ebene betrachten Wissenschaft und Technik das Prinzip „Ursache und Wirkung“ ebenfalls als Naturgesetz. Die Hindu-Philosophie fasst das Prinzip aber weiter, wendet es auch auf die subtilen Naturreiche an, etwa die Astralwelt. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Der Tod am Kreuz oder Ostern, zwischen sechs und neun Uhr am Nachmittag

Multifunktionales Ostersymbol –
„die eiCloud“.
(*)

Karfreitag darf man per Gesetz aus religiöser Pietät in Deutschland nicht tanzen. An diesem Tag soll Jesus gekreuzigt worden sein und bei der Gelegenheit gleich auf alle Zeiten freiwillig die Erbsünde und Schuld aller Menschen irgendwie auf sich und dann irgendwie mit­genommen haben. Wenn letzte­res so wäre, würde es eigentlich reichlich Grund zur öffentlichen Freude geben. Dem steht jedoch ersteres gegenüber, der hypothe­tische grausame Tod am Kreuz. Das ganze Drama basiert exklusiv auf der Sammlung kanonischer Evange­lien im Neuen Testament, von denen vor allem die drei synop­ti­schen Evangelien – nach Matthäus, Markus und Lukas – durch eine eher ungehobelte Diktion auffallen.

Der Mystiker und Theosoph James Morgan Pryse (1859 – 1942) zog daraus den Schluss, dass sich die Autoren spiritueller Textvorlagen bedient haben müssen, die sie nach ihren Vorstellungen an den neuen religiösen Staatskult angepasst haben. Als Vorlage kommen nach Pryse Fragmente der Kleinen und Großen Mysterien in Frage. Zumindest theoretisch wird mit dieser These plötzlich manches klar, was bisher im Dunklen lag. Etwa, warum der Tod am Kreuz Jesus ausgerechnet nachmittags zwischen sechs und neun Uhr ereilt haben soll – ereilt haben musste. Weiterlesen

Grundlage unserer Kultur: Ein grundlegender Irrtum

Was ist Grundlage unserer Kultur? Die Nachrichten bringen, dass in Tschechien die Bibel zum Renner in den Buchhandlungen links_yellow.gif avanciert. Bibel-Käufer an der Kasse nach den Gründen befragt, geben an, dass das Fundament unserer Kultur letztlich das Christentum sei. Letztlich?

Grundlage einer Kirche © Kô-Sen 2009Gerade Kirchen mit Austrahlung stehen oft auf dem Fundament vorchristlicher heiliger Stätten. (*)

Der Prager Weihbischof Vaclav Maly frohlockt und hofft für seine Kirche auf Zulauf und damit Mehreinnahmen. Dabei hofft er offenbar vor allem auf die Unkenntnis seiner Landsleute zu historischen Tatsachen. Das Christentum ist ohne Frage Teil unserer Kultur. Doch wer die neuzeitliche Religion für die Grundlage europäischer Kultur hält, begeht einen Irrtum – bewusst oder unbewusst. Weiterlesen

TV-Tipp: Mit Kisten Kistendenken überwinden

RELIGION ist zum Kistendenken verkommen. Der Eine wurde als Kind in DIE Kiste gesteckt, der Andere in JENE. Erwachsene Köpfe mit feindseligen Gesichtern gucken dann aus den Kisten heraus und beginnen einen verbissenen Krieg der Kisten.

xl_sutra-screenKistendenken mit Kisten überwinden. © ZDF-Theaterkanal

Wenn Religion aufhört, Recht haben zu wollen, hört das Denken in Kisten auf – Spiritualität kann erwachen. Der offene tolerante und doch hoch konzentrierte spirituelle Geist des Buddhismus hat den flämisch-marokkanischen Choreografen Sidi Larbi Cherkaoui zu einem Tanzstück inspiriert: SUTRA. Der ZDF-Theaterkanal hat das Werk diese Woche gesendet. Zwischen den Jahren folgen Wiederholungen. Weiterlesen

Gedankenlesen mit dem Hammer

Leider ist nur wenigen Menschen bewusst, welches Potential in ihrer Gattung schlummert. Noch weniger machen sich ernsthaft Gedanken, wie sich diese schlummernden Möglichkeiten aktivieren lassen. Und nur vereinzelt bemüht sich jemand um eine dafür förderliche Lebenshaltung. Zu den schlummernden Potentialen gehört das Gedankenlesen (Mind reading).

xl-gehirnMedial view of a halved human brain, parts colored and labeled.
Abb.: NEUROtiker

Forscher um den Verhaltensökonomen Ernst Fehr von der Universität Zürich haben jetzt „wichtige Elemente der neuronalen Grundlage von gebrochenen Versprechen entdeckt.“ Damit rückt für die technische Wissenschaft die Entwicklung von Hirnscan-Verfahren in den Bereich des Machbaren1. Gedankenlesen nach der Hammermethode, denn eigentlich bedarf der Mensch dafür keiner Technik. Weiterlesen

ZDF-Thriller-Serie gibt sich ungewohnt weise: „Ich sch… auf Gott“

Verbal auf Gott zu sch… ist im öffentlichen TV eher unüblich. Vor einiger Zeit aber geschah es dennoch, in einer Folge der dänischen Thriller-Serie PROTECTORS im ZDF. Die Serie dreht sich um eine Gruppe Personenschützer, einer Art Geheimdienst-Sondertruppe der Polizei Kopenhagen. Ihr gehören auch eine Muslimin und ein Jude an, beide gebürtige Dänen mit Migrationshintergrund.

Dombau Modell © Kô-Sen 2009Heute Minarette verbieten, morgen Kirchen schleifen? (*)

Als durch Zufall die Vorbereitungen zu einem islamistischen Selbstmordattentat bekannt werden und der Anschlag auf einen Bus in letzter Minute verhindert wird, kann Personenschützer Jonas Goldschmidt (André Babikian) nicht mehr an sich halten:

Ich scheiße auf Gott! Die Christen haben Menschen in seinem Namen verbrannt. Die Moslems morden Unschuldige in seinem Namen und die Juden, meine Leute, wedeln mit der Tora, wenn sie in Gottes Namen auf palästinensische Zivilisten schießen.

Selbst Krimis reflektieren schon religiösen Dogmatismus. Weiterlesen

Der gute Donnergott (The Good Thunder): Eine Lektion in Arbeit, Leiden und Liebe

Thanks to the unknown Lady who was reading the tale at London’s Piccadilly-Line and who was so kind to reveal its writer.

Es heißt, Rai-den, der Donnergott, sei ein liebloser Geist, Furcht erregend, rachsüchtig und grausam zu den Menschen. Doch so reden nur Leute, die Angst vor Sturm und Gewitter haben. Sie schieben Rai-den und seinem Sohn Rai-Taro alles erdenklich Schlechte in die Schuhe. Doch sie liegen damit völlig falsch.

xl_gewitterGewitter über dem Land. Foto: C. Clark

Rai-den Sama lebte weit oben im blauen Himmel in seiner Wolkenburg. Er war ein großer und mächtiger Gott und Herrscher über die Elemente. Rai-Taro war sein einziger Sohn, ein braver Junge, den sein Vater über alles liebte. Weiterlesen

Seiten: 1 2 3 4 5 ... 7 8 Vorwärts