Entwicklung der Menschheit – eine spätchristliche Utopie

Allgemein nehmen wir an, die Menschheit würde sich entwickeln. Und fahren wir nicht tatsächlich heute Autos, die sicherheitstechnisch und aus ökologischer Sicht unendlich von den Vehikeln entfernt sind, die – sagen wir mal – in den 1920-er Jahren gebaut wurden? Das entspricht den Tatsachen – und doch täuscht der Eindruck. Während die massenhafte Technisierung gleichzeitig technikfeindliche Bedingungen auf der Erde schafft – Abgase und Emissionen lassen das Klima erwärmen, Profitgier führt zum Veröden ganzer Landschaften, irgendwann geht der Technik schlicht der Saft aus – bleibt der Mensch, seinem Wesen nach wie er immer schon war.

Verfallene Industrieanlagen © Kô-Sen 2009Zeugnis von Werden und Vergehen: Vor sich hin rostende Industrieanlage. (*)

Eine Entwicklung der Menschheit gibt es nicht. Wird eine Errungenschaft als Entwicklung gefeiert wird, ist es nur eine Frage der Zeit, dass sie – sisyphosgleich – durch plötzlich entdeckte Risiken und Nebenwirkungen relativiert wenn nicht gar in Frage gestellt wird. Das war so und wird naturgesetzlich so bleiben. Wer anderes behauptet, fällt einer spät-christlichen Utopie zum Opfer. Das meint zumindest der englische Philosoph John Gray. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Buddhismus aktuell: Mein Land, mein Volk, meine Pflicht

Teil 1 der Serie: Mein Land – meine Familie – mein Ich

Land, Familie, Ich geben der Seele Orientierung, auch und gerade, wenn man wie im Buddhismus, zu starke Bindungen als  hinderlich ansieht. Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Land, Familie, Ich geben der Seele Orientierung, auch und gerade, wenn man wie im Buddhismus, zu starke Bindungen als hinderlich ansieht. Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Leben ist Leiden und das was wir als reale Welt betrachten ist eine Projektion unseres Denkvermögens, also Illusion (maya). Starke Anhaftung an mental-körperliches Sein setzt starke karmische Energie frei und bindet damit die evolvierende Seele an das Rad der Wiedergeburt. Vereinfacht und verkürzt ist das die Philosophie des aus der Hindu-Tradition hervorgegangen Buddhismus. Doch selbst im Buddhismus, wo man Bindung an Land, Familie und das eigene Ich als Hemmnisse auf dem Weg zur Erlösung sieht, werden Land, Familie und inkarniertes Ich als kostbares Gut gesehen, dass es zu schützen und zu verteidigen gilt. Weiterlesen

Mahatma-Briefe: Originale in der British Library mit allen Sinnen aufnehmen

Eingang zum Gelände der British Library.Bild: Heinz Knotek

Eingang zum Gelände der British Library.
Bild: Heinz Knotek

Die Wahrheit liegt offen da. Jeder kann sich dafür an­melden. Dann liegt sie im Lesesaal für Manuskripte (manuscript room) bereit. Man packt die vier Folianten (mehr als vier dürfen am Stück nicht geordert werden), sucht sich mit ihnen im Arm einen freien Lese­platz. Dann berühren erst die Augen, dann vorsichtig die Finger, was vor fast genau 128 Jahren, im Oktober 1881, begann. Über eine bis dahin und seitdem einmalig direkte Brücke gelangten über mehrere Jahre hinweg Wahrheit, Wissen und Weisheit aus der Sphäre der Buddhas in die materielle Welt der Menschen. Die Rede ist von den Mahatma-Briefen an den britischen Journalisten A. P. Sinnett1. Weiterlesen

  1. Alfred Percy Sinnett (1840-1921)