Lust an der Menge oder ein paar Bemerkungen zum Alltag

Irgendwann ist auch der größte und rücksichtsloseste Egoist seiner Egomanie überdrüssig. Dann genießt er zum Ausgleich lustvoll das Eintauchen in die derbe Menge. Der sonst von Angestellten und Geschäftspartnern gefürchtete Unternehmer lässt es etwa im Verein bei viel Alkohol kumpelhaft krachen – wie der Sozialhilfeempfänger am Biertisch ihm gegenüber.

Teil der Masse sein. (*)

Der sich für intellektuell haltende Gymnasiallehrer hängt sich vier Deutschlandfahnen ans Auto und verpasst den Außenspiegeln seiner gehobenen Mittelklasse-Limousine einen Überzug in schwarzrotgold. Genauso so wie der tätowierte Plattenbaubewohner im neun Jahre alten Opel. Wenn gerade Fußball-WM ist, treffen sich alle beim Public Viewing. Die Lust an der Selbstaufgabe in der Menge ist allgegenwärtig – da erweisen sich „ein paar Bemerkungen zum Alltag“ eines Meisters der Weisheit einmal mehr als zeitlos aktuell. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Europa und die Bluthunde seines Karmas

Der Ukraine-Konflikt im Licht der Weisheitslehren

Machen die Bluthundes seines Karmas Europa zum Schoßhund eines Herrn? Bild: Heinz Knotek

Machen die Bluthundes seines Karmas Europa zum Schoßhund eines Herrn? Bild: Heinz Knotek

Aus zwei Richtungen wird Europa von seinen „Blut­hunden des Karmas“ gehetzt. Politisch und wirt­schaftlich soll mit einem harmlos klingenden „Han­dels­abkommen“ das Tor weit für wirtschaftliche Fremdbestimmung und das Ausschalten demo­kra­tischer Gesetzgebung geöffnet werden. Die andere Richtung: Nach mehrmaligen Anläufen konnte an der Nahtstelle zweier Kulturkreise mit Geld, Subversion und Propa­ganda ein kriegerischer Konflikt entfacht werden. In der Lage taucht der Führer des selbsterklärten Weltführers – der zuvor diese Bluthunde anfüttern und abrichten ließ – vor Ort auf, um sich als Scharfrichter und Retter von Europa zu inszenieren. Noch vor einem halben Jahr verbreitete Europa scheinbar die Aura einer machtvoll aufstrebenden demokratischen Antithese zu pseudodemokratischen Oligarchen-Republiken und einem arroganten Weltführer. Heute beugt sich Europa ohne Not devot vor einem Weltbrandstifter, umarmt folgsam einen windigen Oligarchen als demokratischen Präsidenten und gießt damit dienstfertig eigenhändig Öl in seine (erste) brennende Wunde. Mission accomplished – soweit. Weiterlesen