Warum? Oder warum es Sinn macht, nicht erst rückwirkend nach dem WARUM zu fragen

Erst unerwartetes schweres Leiden lässt uns einhalten und nach dem WARUM fragen. Wenn sich – wie bei dem rein kommerziellen Unternehmen „Loveparade“ in Duisburg – die Menschen bei strahlendem Himmel und in freudiger Erwartung eines kollektiven Glücksgefühls erwartungsvoll zusammenfinden, dürften einzelne Frager nach dem WARUM schnell als verklemmte Miesepeter verschrien werden.

Loveparade 2006 in Berlin. Foto: Denis Apel (Stardado)

Und doch hätten in Duisburg 19 Menschenleben gerettet werden können1, wenn Verantwortliche UND Publikum beizeiten über das WARUM nachgedacht hätten. Weiterlesen

  1. Stand Redaktionsschluss

[Archiv-Auswahl] Feindliche Übernahme

Monu­mentale Dreifach­aus­stel­lung in Paderborn: CREDO – ich glaube

Steinkopf aus Riga. © Museum of the History of Riga and Navigation (Foto: Ilgvars Gardovskis)

Steinkopf aus Riga. © Museum of the History of Riga and Navigation (Foto: Ilgvars Gardovskis)

Die Christiani­sie­rung Europas ist Gegenstand einer monu­mentalen Dreifach­aus­stel­lung in Paderborn, vom 26. Juli bis 3. No­vem­ber 2013, im Diöze­sanmuseum, in der Kaiserpfalz und in der Städtischen Galerie. CREDO – ich glaube, so der Name der Ausstel­lung, bezieht sich auf die von Kaiser Konstantin beim Konzil von Nicäa im Jahre 325 den anwe­sen­den Bischöfen unter Androhung von Gewalt abverlangte Loyalitätsbekundung für eine kanonische Fixierung des im Römischen Reich inzwischen aus machtpolitischen Gründen zur Staats­religion erklärten Christentums. Bis Nicäa war das Christentum ein Sam­melbecken unterschiedlichster spiritueller Wege. Trotz allem Disputs gingen die Anhänger der einzelnen Schulen respektvoll miteinander um. Nach Nicäa galt fortan: Bist du NICHT für das Dogma, dann bist Du ge­gen uns (dessen Befürworter) und folglich kein Christ, stattdessen Feind, den man verfolgen und vernichten muss. Die feindliche Übernahme erst Europas, dann des Rests der Welt, nahm seinen Anfang. Weiterlesen