Kommt bald die Kuh mit zwei Eutern oder das Schwein mit acht Haxen?

Gentechnisch veränderter Fisch gilt ab sofort als sicheres Lebensmittel. Zunächst in den USA. Es ist nur eine Frage der Zeit, dann wird der Labor-Lachs auch bei uns zu haben sein. Dank gentechnischer Manipulation – das Erbgut wird um Wachstumsgene erweitert – wächst der vom atlantischen Lachs abgeleitete Fisch doppelt so schnell wie das natürliche Original. Schon nach 16 bis 18 Monaten hat die Kreatur ihr Verkaufsgewicht erreicht.

Betagter Fisch wie ihn die Natur geschaffen hat. (*)

Angeblich wird das kleine Aquamonster 100 Prozent zuverlässig vor dem Kontakt mit natürlichen Artgenossen abgeschirmt. Also keine Sorgen machen. Kaufen! Und „vorfreuen“. Denn was dem Fisch recht ist kann der Kuh oder dem Schwein nur billig sein. Eine Kuh mit zwei Eutern oder ein Schwein das acht Haxen auf einmal liefert würde schließlich die Nahrungsproblematik der Menschheit nachhaltig lösen. Und im Einklang mit Gott wäre es sowieso. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Erbgut-Analyse: Blick ins SELBST?

Nur noch wenige Jahre, dann wird es möglich sein, sich in eine Art Passfoto-Automaten zu setzen, um auf die Schnelle sein Genom entziffern zu lassen. Es wird nur etwas teurer als beim Passfoto, um die 1.000 Dollar, und wird etwa einen Arbeitstag in Anspruch nehmen.

Beispiel für Spektralkaryotypie, einem Verfahren zur Visualisierung von Chromosomen.

Das Gerät heißt auch anders: Sequenzierautomat. Eine große deutsche Tageszeitung frohlockt angesichts dessen mit der Headline: Blick ins Selbst – neue Techniken offenbaren das Erbgut. Das immaterielle Selbst als Aspekt eines materiellen Phänomens zu betrachten offenbart eine Weltsicht, wie sie am Vorabend des Industriezeitalters – dem ausgehenden 19. Jahrhundert – aufkam. Trotz wissenschaftlichen und technischen Fortschritts treten wir spirituell auf der Stelle. Weiterlesen