Wahrer Fortschritt (True Progress)

Magnetresonanztomographieauf-
nahmen eines menschlichen
Gehirns.
Abb.: Fastfission

Selbst Gedankenlesen geht nun schon per Computer. Im 19. Jahrhundert konnte man noch mit der Materialisierung von Briefen Eindruck schinden. Das hat sich spätestens seit der Einführung des Fax-Dienstes, Mitte des 20. Jahrhunderts, erledigt. Nun haben Neurowissenschaftler Wege gefunden, Gedanken direkt am Kopf abzugreifen und als Text auf einem Display sichtbar zu machen.

Was bleibt da dem okkult Interessierten noch übrig? Für den Sucher auf dem Pfad die Gelegenheit, sich einmal mehr klar zu machen, was WAHRER FORTSCHRITT eigentlich bedeutet. Und warum die zunehmende Virtualisierung des Lebens den Menschen immer materieller macht. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Euro-Krise: „Wollt ihr den totalen Untergang?“

Wer als Volk einmal diese propagandistische Frage trunken bejaht hat, dann prompt im Untergang gelandet ist und im Ab­grund globaler Ächtung und staatlicher Teilung Jahrzehnte schmachten musste, der wird, wird die Suggestivfrage ein zweites Mal serviert (und sei es mit umgekehrtem Vorzeichen), erschrocken zurückzucken, wie jemand, der sich einmal an einer heißen Herdplatte verbrannt hat zuckt, wenn er versehentlich eine nur warme Herdplatte berührt.

Common (or European) side of a €1 coin. © European Union

Common (or European) side of a €1 coin. © European Union

Damals entlockte Propagandaminister Goebbels den Deutschen ein frenetisches JA auf die Frage: Wollt ihr den totalen Krieg. Die Merkel-Administration scheint sich des gleichen Prinzips zu bedienen, um das Volk auf unbedingten Gehorsam in Sachen Euro-Krise zu trimmen: „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa … das darf nicht passieren!” Oder im Klartext: Wollt ihr den Untergang Europas? Allerdings wird in dem Fall kein fanatisches JA UND WIR MACHEN MIT, sondern ein ängstliches „um Himmels Willen NEIN, macht ihr mal…“ suggeriert. Weiterlesen

Zum Fest etwas Barmherzigkeit

Zum Pathos der Weichnachtszeit gehört es, in den Medien über Barmherzigkeit zu sprechen und sich an der Discountkasse gegen­seitig Segen zu wünschen, zumindest wenn man in einer katholischen Gegend lebt. Jetzt ist daher die große Zeit der „Fund-Sammler“. Also der Leute, die davon leben, für alle möglichen wohltätigen Zwecke einen Fund – eine Art Spendentopf – zu eröffnen und zu verwalten.

A 1930s photograph of a desert traveler seeking the assistance of God the Merciful, the Compassionate. Foto: gemeinfrei

Sucher auf dem Pfad die in der Regel hart am eigenen Ego knabbern wissen längst, wie verlogen und eitel das Ego besonders dann ist, wenn es einen auf „barmherzig“ macht. Das gilt natürlich in einer auf Egoismus basierenden Gesellschaft umso mehr. Wer es aushält, muss sich nur eine Weile eine der vielen Benefizveranstaltungen im TV um Weihnachten herum gönnen – falls er dazu nach Bestätigung sucht. Man muss dabei nicht lange suchen um die Leute auszumachen, für die inszenierte Barmherzigkeit eine super Geschäftsidee ist. Dabei sind Barmherzigkeit und Mitgefühl wesentliche Aspekte menschlichen Seins, die uns vom Tier unterscheiden. Weiterlesen

Gefährliche Gefühle

Ein norddeutscher Jugendsender ruft seine Millionen Hörer nachdrücklich dazu auf, sich typisieren zu lassen. Im Interesse von an Leukämie erkrankten Mitmenschen. Und sowieso wird immer wieder öffentlich vorwurfsvoll gefordert, die Deutschen mögen sich endlich bereit erklären, ihre gebrauchten Organe zu spenden, wenn sie denn der Tod ereilen sollte.

Das Knochenmark enthält verschiedene Vorläuferzellen von Blutzellen. Grafik: Gray’s Anatomy

Beide Kampagnen appellieren mit bewegenden Werbespots an das Gewissen der Menschen und versuchen offen Schuldgefühle auszulösen. Gefährliche Gefühle – denn undifferenzierte Spenderbereitschaft ist nicht frei von Risiken und Nebenwirkungen. Weiterlesen