Kunst der Konzentration (Teil 1)

Mit dem Essay CULTURE OF CONCENTRATION by W. Q. Judge

Bodhidharma1, Meister der
Konzentration (Yoshitoshi 1887)

Abbildung: gemeinfrei

Konzentration ist alles. Buddha hat davon ge­sprochen, unser Denkver­mögen allein würde unsere Welt immer und immer neu erzeugen. Mit seinem Höhlengleichnis deutet Plato Ähnliches an. Was da lediglich flackernde Reflexionen der spirituellen Sonne auf der derben Felswand der Materie zu vermeintlich herrlichen Tagen und Nächten macht – auch das ist das Denkvermögen. Konzentration des Denkvermögens macht Kampf­kunst-Übende zu unüber­windlichen Meistern ihres Faches.

Sich auf etwas zu konzentrieren, kann dieses „Etwas“ physisch und astral messbar beeinflussen. Unkonzentriert ist der Mensch wie ein leckes Schiff. Ungebremst dringen Ströme von Eindrücken in unser Bewusstsein und lassen uns tief in den „Wassern“ hinabsinken. Wer die Kunst der Konzentration beherrscht kann sich aus den Wassern der Materie erheben. Der irische Mystiker und Theosoph W. Q. Judge hat in einem inspirierten Essay beschrieben, wie das gehen kann. Weiterlesen

  1. Bodhidharma (um 400 u. Z.); erster Patriarch der Linien des Chan- und Zen-Buddhismus

[Archiv-Auswahl] Karma – entkommen

Der Hund lief verängstigt auf der Gegenspur der Bundesstrasse. Der Verkehr stockte. Vorsichtig umfuhren die Fahrzeuge das ziellos irrende Tier. Auf der Rückfahrt, etwa eine Stunde später, war der Hund noch immer dort, lief zwar nicht auf der Fahrbahn herum, schnüffelte jedoch im Gebüsch am Straßenrand. Er fuhr weiter.

Verschiedene Ursachen lösen sich gegenseitig bedingende Wirkungen aus, wie sich überlagernde Wellen von Wasser. Bild: Ko-Sen

Doch dann bildete sich eine Gedankenspur im Mind: Da ist keine Gefahr – im Moment. Doch Du weißt, dass die Gefahr jeden Augenblick wieder akut werden kann. Eine zweite Gedankenspur begann: Was habe ich damit zu tun? Ich kann den Hund ja nicht mitnehmen. Es entwickelte sich eine Art innerer Dialog. Weiterlesen

Demokratie – nur geträumt! Was ist nach dem Erwachen?

Während in Kairo, Tunis und Algier Menschenmassen nach Demokratie rufen und sich dabei die Erfüllung eines Traums von mehr Wohlstand und Freizügigkeit erhoffen, schreibt Claus Leggewie in einem Beitrag zum Niedergang der Sozialdemokratie: „Etwas ist grundfalsch in der Art und Weise, wie wir heute leben.“ Untertitel des Artikels: Wie kann die Demokratie wiederbelebt werden1.

Wahre Änderung ist nur an einem selbst möglich – durch Selbst­erkenntnis. Die ägyptische Pyramide in Gizeh ist das altehrwürdige Symbol für diesen schweren Gang. Foto: Hajor

Wie nun? Ist etwa das, was die Massen in Nordafrika so vehement begehren letztendlich etwas „Grundfalsches“. Wenn dem so ist, ist es dann nicht eigentlich zynisch Menschen zu etwas zu beglückwünschen, von dem wir (insgeheim) wissen oder ahnen, dass es ein erschöpftes Modell ist? Was, wenn auch die Massen von Kairo das mitbekommen? Weiterlesen

  1. Süddeutsche Zeitung, 11. Februar 2011