Kunst der Konzentration (Teil 1)

Mit dem Essay CULTURE OF CONCENTRATION by W. Q. Judge

Bodhidharma1, Meister der
Konzentration (Yoshitoshi 1887)

Abbildung: gemeinfrei

Konzentration ist alles. Buddha hat davon ge­sprochen, unser Denkver­mögen allein würde unsere Welt immer und immer neu erzeugen. Mit seinem Höhlengleichnis deutet Plato Ähnliches an. Was da lediglich flackernde Reflexionen der spirituellen Sonne auf der derben Felswand der Materie zu vermeintlich herrlichen Tagen und Nächten macht – auch das ist das Denkvermögen. Konzentration des Denkvermögens macht Kampf­kunst-Übende zu unüber­windlichen Meistern ihres Faches.

Sich auf etwas zu konzentrieren, kann dieses „Etwas“ physisch und astral messbar beeinflussen. Unkonzentriert ist der Mensch wie ein leckes Schiff. Ungebremst dringen Ströme von Eindrücken in unser Bewusstsein und lassen uns tief in den „Wassern“ hinabsinken. Wer die Kunst der Konzentration beherrscht kann sich aus den Wassern der Materie erheben. Der irische Mystiker und Theosoph W. Q. Judge hat in einem inspirierten Essay beschrieben, wie das gehen kann. Weiterlesen

  1. Bodhidharma (um 400 u. Z.); erster Patriarch der Linien des Chan- und Zen-Buddhismus

[Archiv-Auswahl] E-Books sind kein Buchersatz, denn sie dimmen die kognitive Anstrengung beim Lesen

Wissenschaftler der Universitäten Mainz, Göttingen und Marburg haben in einer Studie herausgefunden, dass E-Books alten Menschen vermeintlich gut tun, es also keinen Grund für Vorbe­halte gegenüber diesem „neuen“ Medium geben müsse. Begründung: Das Lesen von E-Books ist kognitiv weniger anstrengend als das Lesen von richtigen Büchern.

Nur geschriebene udn gedruckte Worte kann man anfassen. Bild: Heinz Knotek

Nur geschriebene und gedruckte Worte lassen sich BE=GREIFEN. Bild: Heinz Knotek

Die Industrie wird das Resultat wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Der Sucher auf dem Pfad wird das ironische Moment der Empfehlung erkennen, da sie in Wirklichkeit den wissenschaftlichen Beleg liefert, dass E-Books im Gegensatz zu richtigen Büchern scheinbar dimmend auf die Gehirntätigkeit wirken. Weiterlesen

Demokratie – nur geträumt! Was ist nach dem Erwachen?

Während in Kairo, Tunis und Algier Menschenmassen nach Demokratie rufen und sich dabei die Erfüllung eines Traums von mehr Wohlstand und Freizügigkeit erhoffen, schreibt Claus Leggewie in einem Beitrag zum Niedergang der Sozialdemokratie: „Etwas ist grundfalsch in der Art und Weise, wie wir heute leben.“ Untertitel des Artikels: Wie kann die Demokratie wiederbelebt werden1.

Wahre Änderung ist nur an einem selbst möglich – durch Selbst­erkenntnis. Die ägyptische Pyramide in Gizeh ist das altehrwürdige Symbol für diesen schweren Gang. Foto: Hajor

Wie nun? Ist etwa das, was die Massen in Nordafrika so vehement begehren letztendlich etwas „Grundfalsches“. Wenn dem so ist, ist es dann nicht eigentlich zynisch Menschen zu etwas zu beglückwünschen, von dem wir (insgeheim) wissen oder ahnen, dass es ein erschöpftes Modell ist? Was, wenn auch die Massen von Kairo das mitbekommen? Weiterlesen

  1. Süddeutsche Zeitung, 11. Februar 2011