Was der libysche Diktator vom englischen Königshaus lernen kann

Hier – in Form etwa des libyschen Diktators – wird ein Herrscher gehasst und geächtet, bis auf eine überschaubare Zahl bezahlter Vasallen. Dort – in Form der englischen Königsfamilie – rühren Herrscher dagegen die Massen zu glückseligen Tränen, etwa heute am großen Prinzen-Hochzeitstag. Was macht Ersterer falsch?

Der libysche Diktator kann vom englischen Königshaus das sichere und bequeme Überleben lernen. Fotos: Prinz William beim World Scout Jamboree (2007), © Alexandre Goulet; Muammar al-Gaddafi beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union 2009, © U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 2nd Class Jesse B. Awalt/Released

Die Zeiten, da englische Königinnen geköpft und Könige vergiftet wurden, sind unter anderem deswegen vorbei, weil das englische Königshaus nachhaltig aller politischen Macht „entkernt“ wurde und allein als konstitutionelle Fassade existiert. Existieren darf und existieren muss. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Buddhismus aktuell: Mein Land, mein Volk, meine Pflicht

Teil 1 der Serie: Mein Land – meine Familie – mein Ich

Land, Familie, Ich geben der Seele Orientierung, auch und gerade, wenn man wie im Buddhismus, zu starke Bindungen als  hinderlich ansieht. Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Land, Familie, Ich geben der Seele Orientierung, auch und gerade, wenn man wie im Buddhismus, zu starke Bindungen als hinderlich ansieht. Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Leben ist Leiden und das was wir als reale Welt betrachten ist eine Projektion unseres Denkvermögens, also Illusion (maya). Starke Anhaftung an mental-körperliches Sein setzt starke karmische Energie frei und bindet damit die evolvierende Seele an das Rad der Wiedergeburt. Vereinfacht und verkürzt ist das die Philosophie des aus der Hindu-Tradition hervorgegangen Buddhismus. Doch selbst im Buddhismus, wo man Bindung an Land, Familie und das eigene Ich als Hemmnisse auf dem Weg zur Erlösung sieht, werden Land, Familie und inkarniertes Ich als kostbares Gut gesehen, dass es zu schützen und zu verteidigen gilt. Weiterlesen

Gott – eine „unsterbliche“ Widerspiegelung

Der kirchenchristliche Ursprung der Ostereiersitte ist unbekannt. Dennoch erfährt der dekorationsintensive Brauch erwartungsgemäß auch Ostern 2011 eine erneute Steigerung. Kaum ein Baum im öffentlichen Raum ist sicher vor einem wollüstig bunten „Gehänge“ aus grellbunten Kunststoffeiern. Es ist kein Zufall, dass das Kirchenchristentum die materielle Auferstehung seines Gottes genau auf die Zeit gelegt hat, an der die vormals „heidnischen“ Völker die zum frühlingshaften Leben wiedererwachte Natur mit Austreibungsritualen (gegen den tödlichen Winter) und Fruchtbarkeitskulten lustvoll feierten.

Osterdekoration im öffentlichen Raum – kindlich verspielt und spirituell sinnfrei. (*)

Die Mystiker, Weisen und Sucher auf dem Pfad aller Zeiten brauchten für die Auferstehung Gottes kein sinnliches Spektakel einmal im Jahr. Gott ist für sie nichts Anthropomorphes, kann daher mit den Sinnen auch nicht wahrgenommen werden, ist deshalb weder „sterblich“ noch in der Not, (wieder)auferstehen zu müssen. Gott ist wie eine Widerspiegelung, meint treffend Anna Kingsford1 in ihrem mystischen Lebenswerk: The Perfect Way or, The Finding of Christ. Weiterlesen

  1. Anna Bonus Kingsford, 1846-1888, englische Mystikerin und Theosophin

Mária Szepes würde vermutlich heute aus Ungarn fliehen – wie 1933 aus Berlin

Als es vor Jahren in Deutschland eine Zeit lang schlagzeilen­trächtig zu vereinzelten Übergriffen auf Ausländer kam, hat Mária Szepes (1908-2007) Freunden gegenüber ihre Sorge geäußert, ob der Verfasser – ein „echter Deutscher“ – ihr jetzt nicht etwa feindselig begegnen wür­de. Fremdenfeindlichkeit war für die große ungarische Esoterikerin ein lebenslanges Trauma. Mária Szepes war Jüdin. Nach eigenen Angaben konnte sie 1933 mit ihrem Ehemann Béla im letzten unkontrollierten Zug der einsetzenden Judenverfolgung in Deutschland entkommen.

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Szepes Mária – Beavatás 1.rész

Wenn Mária heute den mit unverhohlenem Antisemitismus gewürzten nationalistischen Pathos eines „tausendjährigen ungarischen Reiches“ erleben müsste, den die Regierungspartei FIDESZ und ihr Minister­präsident Viktor Orbán provokant lauthals verkünden, würde sie sich mit Bangen an jene Zeit erinnern, da auch Deutschland einen auf tausend­jährig machte und mit diesem Irrsinn Europa und die Welt in den Abgrund führte. Gut möglich, dass sie – wäre sie dazu physisch in der Lage – daher ihrer Heimat entfliehen würde. Aus Scham. Aber auch aus Angst. Weiterlesen