Deutsche Militäreinsätze im Ausland gefährden demokratische Verfassung

Wenn wieder einmal, wie soeben geschehen, deutsche Soldaten in Afghanistan, dem führenden Produzenten von Heroin, einem irren Selbstmordattentäter zum Opfer fallen, dann schlägt die Stunde der pathetischen Redner. Dem neuen deutschen Verteidigungsminister, Thomas de Maizière, der sich gern als patriotischen Bewahrer von Zucht und Ordnung geriert, bietet der neuerliche Anschlag auf die Bundeswehr die Gelegenheit, sich als sorgender und besorgter Übervater der Truppe zu präsentieren.

Roh-Opium aus Afghanistan zur Heroin-Erzeugung; Drogenanbau und Droganhandel florieren wie nie zuvor. Foto: Bentlogic

Doch wäre sein Auftritt wirklich das was er vorgibt zu sein, würde de Maizière tun, was ein wirklich sorgender Vater tun würde: Er würde sich selbst und öffentlich fragen, ob es gerechtfertigt war und ist, „seine Jungs da unten“ der Gefahr auszusetzen und – das Wichtigste – ihn würde nur ein Ziel umtreiben, sie aus dem Schlamassel so schnell wie möglich herauszuholen. Doch weit gefehlt. Die Toten müssen stattdessen als Legitimation für den weiteren Einsatz (und damit potentiell weitere Tote) herhalten. Fast unbemerkt treten dabei verfassungsmäßige Grundsätze in den Hintergrund. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] OM – Frischer Wind auf dem PFAD

Serie: Yoga-Aphorismen des Patanjali

Singen ist kraftvolles Rezitieren. Spirituelle Gedanken lassen sich so konkret und spürbar  manifestieren. Bild: Heinz Knotek

Singen ist kraftvolles Rezitieren. Spirituelle Gedanken lassen sich so konkret und spürbar manifestieren. Bild: Heinz Knotek

Die Silbe OM kennt jeder. Nur wenige wissen, dass ihre Rezitation ungeahnte – auch ungewollte – Potenziale freizusetzen vermag. Daher sind gleich mehrere Suren (I.23 bis I.29) der Yoga Aphorismen des Patanjali der Rezitationspraxis von OM gewidmet. Wie ein frischer Wind vermag die Silbe innere Widerstände auf dem Pfad zunächst aufzuwirbeln. Mittels wiederholter Rezitation in Verbindung mit einer entsprechend introspektiven Haltung lassen sich die „aufgelockerten“ Brocken schließlich gar beiseite räumen. Der Weg der Erkenntnis kann vor einem erkennbar werden. Und was ist daran ungewollt? Was immer in den verborgenen Winkeln unseres astralen Wesens bisher von uns unbemerkt vor sich hinschlummerte kann jetzt geweckt werden. Das kann neue Prüfungen heraufbeschwören. Weiterlesen

Drama um Dominique Strauss-Kahn: Karma oder Komplott?

Dominique Strauss-Kahn.
Offizielles Porträt

Auf dem ersten Blick erinnert das Drama um Dominique Strauss-Kahn, noch bis vor einer Woche unange­foch­tener Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), an das Attentat auf Alfred Herrhausen1 1989. Herrhausen und Strauss­Kahn traten seitens der „Geberländer“ für einen großzügigen Umgang mit „Schuldnerländern“ ein und machten sich damit viele mächtige Feinde. Herrhausen verblutete am Bombensplitter einer angeblichen RAF-Bombe. In gewisser Weise verblutet gerade auch Strauss-Kahn – dessen öffentlicher Ruf und auch finanziell.

Als „Bombe“ diente hier ein Zimmermädchen. Den verlässlichen Zünder lieferten Strauss-Kahns Begierden. Weil die Explosion aber dann doch noch zu verpuffen drohte, wurde schnell der Tatzeitpunkt um eine Stunde vorgezogen. Allein die überzogene Reaktion von Polizei und Justiz zeigen, hier soll jemand nachhaltig ausgeschaltet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Drama dunkle Hintermänner eines Kom­plotts oder Strauss-Kahns persönliches Karmas eingefädelt haben. Auf fast klischee­hafte Weise demonstrieren die Ereignisse, wie Karma funktioniert: Es ist unfehlbar, selbsterfüllend, unauflöslich und gerecht. Weiterlesen

  1. Alfred Herrhausen (1930-1989), war zum Zeitpunkt seiner Ermordung Vorstandssprecher der DEUTSCHEN BANK. Herrhausen hatte sich weltweit Feindseligkeit zugezogen, weil er vor allem verschuldeten Entwicklungsländern ihre Schulden großzügig stunden wollte, um sie damit aus dem Würgegriff des internationalen Finanzkapitals zu befreien. Das Attentat am 30. November 1989 in Bad Homburg ist bis heute unaufgeklärt. Die technische Raffinesse der Durchführung des Anschlags, ungewöhnliche Details im Vorfeld und merkwürdige Ermittlungspannen im Nachgang lassen sich als Indizien dafür werten, dass das Logo RAF einem ganz anderen Täterumfeld zur Tarnung diente.

Der wahre Mensch

Eine Gruppe Teenager findet sich einmal unvermittelt vor die Frage gestellt: Der wahre Mensch – wer oder was ist das? Offenherzig spontan meinen die einen: Sex haben und schöne Sachen genießen, also Essen, Kleidung, Freizeit und so weiter. Den Jugendlichen wird entgegen gehalten, dass Sex haben und schöne Sachen genießen letztlich auch bei Schweinen, Ratten und Hunden üblich ist, also nicht etwas typisch Menschliches sein kann, ganz zu schweigen etwas WAHRHAFT MENSCHLICHES. Sie stutzen und stimmen verhalten zu. Da reckt ein Mädchen den Kopf und ruft: Der wahre Mensch ist die Seele.

Äußeres an einem abperlen lassen. (*)

Es geht dann noch ein wenig hin und her, doch schnell kommen die Jugendlichen zu dem Punkt, dass hinter der derben Körperlichkeit – mit der sie sich als Pubertierende gerade heftig auseinandersetzen müssen – etwas subtil Bewusstes sein muss. Eben der wahre Mensch, die Seele, die mit Sex und schönen Sachen NICHTS zu tun hat, die dem körperlichen Treiben aber zuschaut, zuschauen muss und sehr wahrscheinlich an den vielen Genüssen nicht viel Genießenswertes finden kann. Weiterlesen