Gauck und Merkel – die neuen Mauerbauer

Schlecker-Filiale: verschlossen und verrammelt. Bild: Heinz Knotek

Schlecker-Filiale: verschlossen und verrammelt. Bild: Heinz Knotek

Ob den 10.000 entlassen­en, vornehmlich weiblichen und schlecht bezahlten, ehemaligen Schlecker-Mitarbeitern noch die selbstgerechte Gutsherren-Rhetorik von Bundespräsident Gauck anläss­lich seiner Amtseinführung in den Ohren klingt? Die Worthülse „voller Stolz auf die Demokratie zu sein, Mut für die Zukunft und Vertrauen in sich selbst haben“ dürfte dann ihre Verbitterung eher noch verstärken. Zu Schlecker fällt Gauck gerade keine neue Wortgewaltigkeit ein. Dafür dem Kopf vom politischen Wesen, dessen machtpolitischen Wurmfortsatz Gauck verzückt in seinem neuen Amt repräsentiert. Bundeskanzlerin Merkel findet es gut, den 10.000 Schlecker-Mitarbeitern eine Übergangs­regelung zu verweigern: „Eine Transfergesellschaft ist ein Mittel aus einer anderen beschäftigungspolitischen Zeit1“. Gauck und Merkel erweisen sich damit als die neuen Mauerbauer der Gesellschaft. Weiterlesen

  1. Ob sich Merkel dabei auf die SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT der Vorwendezeit bezieht, die sie aus eigenem Erleben nicht kennt, da sie zu der Zeit dem SED-Regime als Propaganda-Funtionärin diente?

[Archiv-Auswahl] Merkel-Administration: „Die ist irre“ oder der Führer wars

Mit Video zum Interview von WELTNETZ-TV mit Uli Gellermann

Hieronymus Bosch, „Der Steinschneider“ (um 1485). Abb. gemeinfrei

Hieronymus Bosch, „Der Steinschneider“ (um 1485). Abb. gemeinfrei

Als Thomas Mann kurz nach dem Zusammenbruch Nazideutschlands von Zürich aus über die heutige Autobahn A8 mit dem Auto nach München fuhr, empfand er vereinfacht ausgedrückt Ekel. Die vielen Hakenkreuzfahnen hatten sich in der „Hauptstadt der Bewegung“ scheinbar in Luft aufgelöst. Versuchte er mit den in den Trümmern des „Tausendjährigen Reiches“ ums Überleben kämpfenden Deutschen in einen Dialg darüber zu kommen, wie das alles hat passieren können, bekam er wiederholt sinngemäß zur Antwort: der Führer wars. Schon früh erkannten die Menschen intuitiv die Chance, wie man sich eine weiße Weste zulegen konnte: die im Namen des Führers begangenen Greuel dem Führer zuschieben und ansonsten sich eisern darauf berufen, von allem nichts gewusst zu haben. Weiterlesen

Merkeladministration: Lavieren – bis in den Abgrund?

Alte „DDR-Tugend“ treibt Politikverdrossenheit weiter voran

Sozialisierung Jugendlicher in der DDR

Sozialisierung Jugendlicher in der DDR

Lavieren – das war ein prägendes Element der Sozialisierung junger Menschen unter den Bedingungen der sozia­listischen DDR-Dik­tatur. Lavieren zwischen einem äußerlichen so tun als ob und dem gleichzeitigen in­ne­ren Verweigern und Ganzanders­sein. Merkel ist geborene Meisterin im Lavieren. Schon als Studentin konnte sie sich so als verlängerten Arm der SED-Leitung ihres Studen­tenwohnheimes etablieren, obwohl sie kein SED-Mitglied war und keinen Hehl aus ihrer evangelischen Herkunft machte. Bis zum Untergang der DDR ist sie damit gut gefahren. Gründe zum Protest, Widerstand oder Gehen sah sie offenbar nicht. Weiterlesen

Festplattencrash – wie ein kleiner Tod

Ein Erfahrungsbericht

Festplatten-Leiche. (*)

Todsein ist etwas bedroh­lich Finales, wenn man es bewusst wahrnehmen kann. Üblicherweise bleiben Betrach­tungen zum Tod abstrakt und im Konstrukt „was-wäre-wenn“ stecken, denn wer mit dem Tod selbst zu tun hat bei dem kommt auch die gewohnte physische Wahrnehmung zum Ende. Der vollkommene und überraschende Crash der Festplatte des Arbeits­computers, an dem man täglich mehrere Stunden tätig ist, mit dem man alle Medien verwaltet und auch Musik hört, der sämt­liche Stamm- und Bewegungs­daten der beruflichen und privaten Kommunikation enthält – so ein plötzlicher Totalverlust ist wie ein kleiner Tod. Man ist entsetzt, fassungslos, kann es erst nicht glauben. Das Gute dabei: Der Vorfall zeigt auch, wie weit die Identifikation des Seelenfunkens mit der Materie schon gegangen ist. Zeit für eine Umkehr. Weiterlesen