Gauck und Merkel – die neuen Mauerbauer

Schlecker-Filiale: verschlossen und verrammelt. Bild: Heinz Knotek

Schlecker-Filiale: verschlossen und verrammelt. Bild: Heinz Knotek

Ob den 10.000 entlassen­en, vornehmlich weiblichen und schlecht bezahlten, ehemaligen Schlecker-Mitarbeitern noch die selbstgerechte Gutsherren-Rhetorik von Bundespräsident Gauck anläss­lich seiner Amtseinführung in den Ohren klingt? Die Worthülse „voller Stolz auf die Demokratie zu sein, Mut für die Zukunft und Vertrauen in sich selbst haben“ dürfte dann ihre Verbitterung eher noch verstärken. Zu Schlecker fällt Gauck gerade keine neue Wortgewaltigkeit ein. Dafür dem Kopf vom politischen Wesen, dessen machtpolitischen Wurmfortsatz Gauck verzückt in seinem neuen Amt repräsentiert. Bundeskanzlerin Merkel findet es gut, den 10.000 Schlecker-Mitarbeitern eine Übergangs­regelung zu verweigern: „Eine Transfergesellschaft ist ein Mittel aus einer anderen beschäftigungspolitischen Zeit1“. Gauck und Merkel erweisen sich damit als die neuen Mauerbauer der Gesellschaft. Weiterlesen

  1. Ob sich Merkel dabei auf die SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT der Vorwendezeit bezieht, die sie aus eigenem Erleben nicht kennt, da sie zu der Zeit dem SED-Regime als Propaganda-Funtionärin diente?

[Archiv-Auswahl] Nicht bewusst konzentriert bin ich ein mentaler Korken im astralen Ozean

Serie: Yoga-Aphorismen des Patanjali

Ein Korken auf dem Ozean geht nicht unter. Doch er ist völlig hilflos auch der kleinsten Welle und Strömung ausgeliefert. Auf und ab. Hin und her. Hoch und runter. Machtlos ausgeliefert. So geht es uns, wenn wir nicht bewusst konzentriert sind, heißt es in Sure drei der Yoga Aphorismen des Patanjali. Der Ozean ist hier die unendlich weite Astralwelt:

At other times than of concentration, the soul is in the same form as the modification of the mind1.

Stets hoch konzentriert, bei Tieren eine Frage des Überlebens. Hier Seehund vor Helgoland. (*)

Das ist das Leben der Seele, inkarniert in einen durchschnittlichen Mitmenschen, der sich um Konzentration auf seine Seele keine Sorgen macht. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes das Reaktionsprodukt seiner Sinnesorgane. Und sonst fast nichts. Weiterlesen

  1. Sure I.4 ; Quelle: The Yoga Aphorisms of Patanjali, an interpretation by William Q. Judge, Los Angeles, 1987

Merkeladministration: Lavieren – bis in den Abgrund?

Alte „DDR-Tugend“ treibt Politikverdrossenheit weiter voran

Sozialisierung Jugendlicher in der DDR

Sozialisierung Jugendlicher in der DDR

Lavieren – das war ein prägendes Element der Sozialisierung junger Menschen unter den Bedingungen der sozia­listischen DDR-Dik­tatur. Lavieren zwischen einem äußerlichen so tun als ob und dem gleichzeitigen in­ne­ren Verweigern und Ganzanders­sein. Merkel ist geborene Meisterin im Lavieren. Schon als Studentin konnte sie sich so als verlängerten Arm der SED-Leitung ihres Studen­tenwohnheimes etablieren, obwohl sie kein SED-Mitglied war und keinen Hehl aus ihrer evangelischen Herkunft machte. Bis zum Untergang der DDR ist sie damit gut gefahren. Gründe zum Protest, Widerstand oder Gehen sah sie offenbar nicht. Weiterlesen

Festplattencrash – wie ein kleiner Tod

Ein Erfahrungsbericht

Festplatten-Leiche. (*)

Todsein ist etwas bedroh­lich Finales, wenn man es bewusst wahrnehmen kann. Üblicherweise bleiben Betrach­tungen zum Tod abstrakt und im Konstrukt „was-wäre-wenn“ stecken, denn wer mit dem Tod selbst zu tun hat bei dem kommt auch die gewohnte physische Wahrnehmung zum Ende. Der vollkommene und überraschende Crash der Festplatte des Arbeits­computers, an dem man täglich mehrere Stunden tätig ist, mit dem man alle Medien verwaltet und auch Musik hört, der sämt­liche Stamm- und Bewegungs­daten der beruflichen und privaten Kommunikation enthält – so ein plötzlicher Totalverlust ist wie ein kleiner Tod. Man ist entsetzt, fassungslos, kann es erst nicht glauben. Das Gute dabei: Der Vorfall zeigt auch, wie weit die Identifikation des Seelenfunkens mit der Materie schon gegangen ist. Zeit für eine Umkehr. Weiterlesen