Party-Patriotismus geht die Luft aus, Glück gehabt!

Nicht auszudenken – Heerscharen von siegestrunken lauten Deutschen in „Kriegsbemalung“ ziehen durch Warschau oder Kiew. Das letzte Großereignis deutscher Siegesfreuden hatten die polnische und ukrainische Hauptstadt im Zweiten Weltkrieg zu ertragen; im Zuge der Eroberung durch Soldaten der faschistischen Wehrmacht. Miesepeterei? Mitnichten. Party-Patriotismus ist Nationalismus, haben Sozialwissenschaftler nachgewiesen.

Nationalstadion Warschau. Foto: Mateusz Włodarczyk

Rufe wie „Sieg! Sieg!“ haben im Wesentlichen die gleiche Triebquelle wie der fatale Ausruf „Sieg Heil!“. Vordergründig ist alles nur Spaß und ungeheuer lustig. Das dachten womöglich auch die brüllenden Massen von 1933. Die grotesk feindselige Reaktion vieler Fußballfans auf den lächelnden TAGESTHEMEN-Moderator deutsch-italienischer Abstammung Ingo Zamperoni nach dem 0:2 gegen Italien zeigen beispielhaft, dass hinter der Spaßfassade sehr wohl der Dämon der Fremdenfeindlichkeit und ethnischen Ausgrenzung lauert. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Feindliche Übernahme

Monu­mentale Dreifach­aus­stel­lung in Paderborn: CREDO – ich glaube

Steinkopf aus Riga. © Museum of the History of Riga and Navigation (Foto: Ilgvars Gardovskis)

Steinkopf aus Riga. © Museum of the History of Riga and Navigation (Foto: Ilgvars Gardovskis)

Die Christiani­sie­rung Europas ist Gegenstand einer monu­mentalen Dreifach­aus­stel­lung in Paderborn, vom 26. Juli bis 3. No­vem­ber 2013, im Diöze­sanmuseum, in der Kaiserpfalz und in der Städtischen Galerie. CREDO – ich glaube, so der Name der Ausstel­lung, bezieht sich auf die von Kaiser Konstantin beim Konzil von Nicäa im Jahre 325 den anwe­sen­den Bischöfen unter Androhung von Gewalt abverlangte Loyalitätsbekundung für eine kanonische Fixierung des im Römischen Reich inzwischen aus machtpolitischen Gründen zur Staats­religion erklärten Christentums. Bis Nicäa war das Christentum ein Sam­melbecken unterschiedlichster spiritueller Wege. Trotz allem Disputs gingen die Anhänger der einzelnen Schulen respektvoll miteinander um. Nach Nicäa galt fortan: Bist du NICHT für das Dogma, dann bist Du ge­gen uns (dessen Befürworter) und folglich kein Christ, stattdessen Feind, den man verfolgen und vernichten muss. Die feindliche Übernahme erst Europas, dann des Rests der Welt, nahm seinen Anfang. Weiterlesen

Auferstehung von den Toten – „lediglich“ eine Frage richtigen Denkens

Vor allem Wünsche und Begierden treiben uns an und halten uns auf Trapp. In dem unterscheiden wir uns kaum von unseren – evolutionär betrachtet – jüngeren Geschwistern, den Tieren. Doch anders als Hund, Vogel oder Ratte können wir mit Hilfe unseres Gehirns jederzeit aus dem Begierden-Kreis von Vorlieben und Abneigungen heraustreten und die Daseinsebene des DENKENS betreten.

Auferstehung von einem tod-ähnlichen Leben? Ist vor allem eine Frage des richtigen Denkens. (*)

Gelingt das nachhaltig und vollkommen bewusst, dann nähert man sich der unsterblichen Seele. Echte „Auferstehung von den Toten“ wäre demnach „lediglich“ eine Frage richtigen Denkens. Weiterlesen