Syrien: Operation „Niccolo“ oder wem nützt der Bürgerkrieg

Niccolò Machiavelli (1469-1527).
Abb. gemeinfrei

Syrien steht im Weg – also fällt es. Ägypten ist zu stark – also wird es schwach. Die Entwicklung im Nahen Osten ist geradezu klischeehaft ein Lehr­beispiel für eine Politik ganz im Stil von Niccolò Machiavelli. Die Grundlagen dazu wurden – eben­falls im Machiavellischen Sinne – mit der Invasion westlicher Truppen in Afghanistan gelegt. Seitdem brennen die Südränder Russlands, die westliche Provinz Chinas und die Region um Pakis­tan sowieso. Wasser auf die Müh­len der Verschwörungstheore­tiker. Doch es ist fraglich, ob es eine gezielte Operation „Niccolò“ zur langfristigen Destabilisierung des Nahen Ostens und der Welt gibt. Aber: gut 20 Jahre nach einer Welle von nationalen Unabhängigkeitserklärungen wird die nationale Unabhängigkeit souveräner Staaten mehr und mehr zum Spielball machtpolitischer Interessen. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Schreckgespenst oder Opfer? Islam als Schreckgespenst

Es gibt natürliche und künstliche Köder, die man an einem Angelhaken befestigen kann. Foto: Von User:Raboe001 - selbst fotografiert DigiCam C2100UZ, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=455161

Es gibt natürliche und künstliche Köder, die man an einem Angelhaken befestigen kann. Foto: Von User:Raboe001 – selbst fotografiert DigiCam C2100UZ, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=455161

Es hat etwas Bizarres, dass ausgerechnet die aktuelle Nomenklatura der katholischen Kirche scheinbar gerade nichts Besseres zu tun hat, als sich mit Pathos und Theaterdonner als Schutzmacht des religiösen Konkurrenten und – laut dessen kanonischer Schrift Koran – Erzfeindes Islam zu gebärden. Geht es den Kirchenfürsten aber womöglich gar nicht um das Wohl der Moslems. Wird der Islam mal wieder als flexible Geheimwaffe benutzt? Dieses Mal gegen jubelmüde und besorgte Bürger, denen das kritische Infragestellen des politischen Zeitgeistes pauschal mit dem argumentativen KO-Joker „Islamfeindlichkeit“ ausgetrieben werden soll? Zunächst eine Betrachtung zum Phänomen Islam als Schreckgespenst. Weiterlesen

Die Sehnsucht nach dem Sinn

Meist kommt die Sehnsucht nach dem Sinn erst dann auf, wenn alles Erreichbare erreicht und nach längerem repetitiven Genuss dessen flüchtiges Sinn-Potenzial realisiert wurde. Da sich dieses Ereignis im Schnitt etwa in der Lebensmitte ereignet wird das Phänomen auch „Midlife Crisis“ genannt oder besser als solches diskreditiert. Denn eigentlich fängt mit der Sinnsuche und dem kritischen Hinterfragen des eigenen Treibens selbstbewusstes Leben erst an, wofür es in der statistischen Mitte der physischen Lebenszeit schon etwas spät ist.

Sehnsucht nach Freiheit, eine Form der Sinnsuche. Foto: gemeinfrei

Denn leider hat dann auch schon die Leistungsfähigkeit des aktuellen Seelengewandes, des Körpers, mehr als die Hälfte seiner Leistungs­fähigkeit eingebüßt. Daher der volkstümliche Spott über mittelalte Männer mit 30 Jahre jüngeren Frauen oder die plötzliche Selbstverwirk­lichungswut von Frauen jenseits der Menopause. Weiterlesen