Karma-Amateure

INVESTING IN KARMA: WHEN WANTING PROMOTES HELPING, eine Studie von Benjamin A. Converse u. a. veröffentlicht in PSYCHOLOGICAL SCIENCE, offenbart einmal mehr das immer gleiche Dilemma der so genannten „exakten Wissenschaften“. Selektive Analysen auf der Basis klischeehaft reduzierter Konzepte der Weisheitslehren alter Hochkulturen werden benutzt, um vor allem das eigene Weltbild zu bestätigen.

Karma = Handlung. Weder gut noch böse. So wie die Wellen einer Wasseroberfläche, die entstehen, wenn die Grenzschicht des Wassers von oben oder unten (wie hier) berührt wird. Oder auch Ursache und Wirkung. (*)

Lässt man die bemühten Schlussfolgerungen der „Karma-Amateure“ um Benjamin A. Converse jedoch beiseite und konzentriert sich allein auf die Studie, lassen sich dennoch interessante Einblicke in die Psyche des westlichen Denkers gewinnen: Ganz am Schluss, wenn nur noch das Hissen der weißen Fahne bleibt, im Zustand völliger Selbstübergabe an ein höheres Prinzip, dann kann selbst das aufgeblähteste Ego Mitgefühl und Selbstlosigkeit entwickeln. Das eigentliche Ergebnis der Studie: Schicksalsschläge erhalten eine völlig neue Bedeutung. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Leben in der Slideshow oder die „iPadisierung“ der Gesellschaft

„iPadisierung“ der Gesellschaft am Beispiel der Süddeutschen Zeitung

Wieder stehen wir an einer Schwelle, an der unsere selbstbe­wusste Entscheidung gefragt ist: Brauch ich das? Will ich das? Darf ich das? Solche Fragen tauchen aus den psychisch-astralen Tiefen unseres Seins auf. Absender ist der unsterbliche Seelenfunken in uns. Leben in der Seele oder aus der Seele heraus – das lehren die Weisheits­lehren aller Hochkulturen – erfordert ein Zähmung der Sinne, kein zwang­haftes Kasteien, aber eine Lebenshaltung der Enthaltsamkeit, ein Leben im Weniger statt im Mehr.

Steve Jobs während der Präsentation der ersten iPad-Generation am 27. Januar 2010. Foto: Matt Buchanan

Doch dann sind da die wunderbaren „Möglichkeiten“, die uns die „iPadi­sie­rung“ der Gesellschaft beschert. Um sein Denkenvermögen und die Gefühlswelt mit Bildern zu füllen muss man nicht länger mühselig Bild für Bild abrufen. Ein Wisch genügt und sie gleiten im Dutzend an uns vorbei und in uns hinein. Zwei Wisch, zwei Dutzend. Und bald auch in 3D. Da kann sich glücklich schätzen, wer die Fragen seiner Seele noch wahrzuneh­men im Stande ist, nach dem Brauchen, Wollen und Dürfen. Weiterlesen

Papst befördert Benediktiner-Nonne 833 Jahre nach ihrem Tod

Visionen über die Welt – im Mittel-
alter nichts Besonderes. Hier von
Athanasius Kircher (1602-1680).

Abb. gemeinfrei

Hildegard von Bingen, eine adlige Benediktiner­non­ne aus dem 12. Jahrhundert wurde von Papst Benedikt dem XVI. zur Kirchenlehrerin erklärt. Ob sich die zahlreichen – vor­nehm­lich weiblichen – Anhänger der unter der Marke HILDEGARD propagierten Heilslehre jetzt wie nach einer „feindlichen Über­nahme“ fühlen? Die nachträgliche Beförderung der seit 833 Jahren toten Nonnen innerhalb der „virtu­ellen“ Kirchenhierarchie durch den Papst ist jedenfalls ein cleverer Versuch, um drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Zum einen, um esoterisch geneigte Katholiken stärker an die Kirche zu binden, um öffentlichkeitswirksam dem zunehmenden Imageverlust der Kirche etwas entgegenzusetzen und schließlich um – in Zeiten der Diskussion um Frauenquoten – die grelle Frauenfeindlichkeit des Kirchendogmas mit einem Hauch Gleichberechtigung abzutönen. Weiterlesen