OZEAN – vielschichtige spirituelle Metapher

Aus: FOOD FOR THOUGHT – THE PARABLE OF THE OCEAN1

Der Begriff „Ozean“ ist eine vielschichtige spirituelle Metapher. Er symbolisiert unter anderen Weite und Tiefe. […] Aber auch das Leben im gewöhnlichen Alltag wird oft mit einem OZEAN verglichen. Ein spirituelles Ziel zu erreichen bedeutet daher „die See des Lebens“ zu überqueren oder bhavsagar. Wer jedoch mit seinem gegenwärtigen Daseinszustand zufrieden ist, hat keinen Sinn für ein spirituelles Leben.

Hinüber ans andere Ufer gelangen. Bild: Heinz Knotek

Buddha sagt über solche selbstzufriedenen weltlichen Menschen: Die Meisten drehen ihre Runden lediglich an diesem Ufer des Ozeans. Sucher auf dem spirituellen Pfad streben jedoch danach, hinüber ans andere Ufer zu gelangen. Weiterlesen

  1. Quelle: THE THEOSOPHICAL MOVEMENT, Mumbai (Indien), Ausgabe August 2012, Übertragung aus dem Englischen: Heinz Knotek, mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers, ULT India links_yellow.gif.

[Archiv-Auswahl] Saint-Paulus-Dom Münster: Tiefe Stille inmitten flacher Betriebsamkeit

Schließt man die Augen, könnte der Eindruck entstehen, in einer Bahnhofshalle zu sitzen. Der gefühlte weite Raum dämpft Stimmen und das Getrappel von Schritten. Anders als im Bahnhof, kommt das Geräusch klickender Kameras hinzu, und das Zischen von Digitalblitzen – das Aufsichtspersonal hat offensichtlich resigniert, dagegen einzuschreiten. So gesehen, geht es im Saint-Paulus-Dom Münster in den Spitzenzeiten schlimmer als auf einem Bahnhof zu.

Am Altar sitzen, Saint-Paulus-Dom Münster, © Kô-SenSt.-Paulus-Dom zu Münster: Ununterbrochen hektische flache Betriebsamkeit, und doch ein Ort der Stille. (*)

Im Vorraum hockte eine Drückerkolonne von Bettlern, wie sie in den Fußgängerzonen die Polizei auf den Plan ruft. Die ersten Eindrücke beim Besuch des Münsteraner Doms lassen einen die Schritte beschleunigen. Kein Ort zur Einkehr. Nur schnell den schwätzenden, trampelnden Massen entfliehen. Dann lieber auf dem Michaelismarkt davor ein Fischbrötchen im Stehen essen. Doch dann macht es KLICK. In mitten flacher Betriebsamkeit öffnet sich ein inneres Tor tiefer Stille. Weiterlesen

Mensch als Marionette seiner selbst

Wer versehentlich auf eine heiße Herdplatte fasst und NICHT vor Schmerz aufschreit und reflexartig mit der Hand zurückzuckt – der hat ein gravierendes gesundheitliches Problem und gehört zum Arzt. Wer aber eine schöne Blume am Wegesrand pflückt, um das entzückende Geschöpf für eine Weile optisch und dem Geruch nach genießen zu können, der ist eine „Marionette seiner selbst“ oder besser: Marionette seiner Begierden und Sinne. Aber – wer ist das nicht?

School Of Seven Bells, Alejandra Deheza, Münster, Germany, March 2009 © Heinz KnotekAlejandra Deheza from SCHOOL OF SEVEN BELLS at Münster (Germany), March 2009 © Heinz Knotek

Die amerikanische Alternative-Band SCHOOL OF SEVEN BELLS hat mit ILU dem Phänomen eine sinnlich betörende Video-Metapher gewidmet. Weiterlesen