E-Books sind kein Buchersatz, denn sie dimmen die kognitive Anstrengung beim Lesen

Wissenschaftler der Universitäten Mainz, Göttingen und Marburg haben in einer Studie herausgefunden, dass E-Books alten Menschen vermeintlich gut tun, es also keinen Grund für Vorbe­halte gegenüber diesem „neuen“ Medium geben müsse. Begründung: Das Lesen von E-Books ist kognitiv weniger anstrengend als das Lesen von richtigen Büchern.

Nur geschriebene udn gedruckte Worte kann man anfassen. Bild: Heinz Knotek

Nur geschriebene und gedruckte Worte lassen sich BE=GREIFEN. Bild: Heinz Knotek

Die Industrie wird das Resultat wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Der Sucher auf dem Pfad wird das ironische Moment der Empfehlung erkennen, da sie in Wirklichkeit den wissenschaftlichen Beleg liefert, dass E-Books im Gegensatz zu richtigen Büchern scheinbar dimmend auf die Gehirntätigkeit wirken. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Eine Antwort geben – mein Tun als Gefangenenseelsorger

VON ANDREAS HAGN1

Gefängniszelle.
Foto: Andrew Bardwell

Seelsorge im buddhis­ti­schen Sinne ist ja ein Pa­radoxon, da der Buddhismus keine Seele kennt, zumindest nicht im Sinne der beständigen Identität eines in sich inhärenten Selbst. Also haben wir versucht andere Begriffe zu finden und wir reden auch vom Betreuen und Begleiten.

Das Wort Seele beinhaltet für mich etwas nicht Greifbares und mit Worten nicht Erklärbares. Hier spannt sich eine Brücke zur buddhis­tischen Sichtweise des nicht Faßbaren, dem Bereich jen­seits der Weisheit. Bodhidarma, der erste Zen-Patriarch in China, sagte: Der Geist beginnt dort wo die Sprache endet. Weiterlesen

  1. Andreas Hagn ist Familienvater und Unternehmer in Wien, zenbuddhistischer Laienmönch und aktives Mitglied der Dharma Sangha Österreich links_yellow.gif.

Das „wahre und allerbeste“ (Frühjahrs)Fasten

Wie ein Aufschrei geht es durchs Volk. Endlich Licht und Wärme – von oben. Endlich Frühling. Fahr- und Motorräder werden wieder hervorgeholt. Die Wanderwege füllen sich. Die Biergärten machen gute Umsätze. Mit Freilufttischen. Alle haben jetzt viel vor. Etwa auch Fasten, Frühjahrsfasten hält schließlich gesund.

Frühlingsstreben. (*)

Frühlingsstreben. (*)

Diese ganze Betriebsamkeit findet sich überall, auch im Tierreich und selbst die Pflanzen bringen reihenweise junge Sprossen hervor. Wir verhalten uns äußerlich angesichts des nahenden Frühlings nicht viel anders als Pflanzen und Tiere. Doch es gibt ein darüber hinaus gehendes „wahres und allerbestes“ – nur dem Menschen mögliches – Fasten. Meister Eckehart schreibt davon in einem seiner Traktate. Weiterlesen