Politische Arroganz, Selbst­gerechtigkeit und Heuchelei gefährden Europa und die Welt

US-Außenminister John Kerry trifft die mutmaßlich mit fünf Mrd. Dollar ins Amt gehievte „Übergangsregierung“ der Ukraine. Foto: U.S. Department of State

US-Außenminister John Kerry trifft die mutmaßlich mit fünf Mrd. Dollar ins Amt gehievte „Übergangsregierung“ der Ukraine. Foto: U.S. Department of State

Dient es ihrer persönlichen Profilierung oder handfesten wirtschaftlichen Vorteilen oder beidem, dann drücken Politiker des westlichen Kulturkreises jeden – wirklich jeden – brüderlich an ihre von freiheitlich-demokratischer Selbstgerechtigkeit geschwollene Brust. Da werden in der Ukraine binnen Tagen erst mit der – immerhin landesweit einigermaßen demokratisch gewählten – Regierung Janukowitsch Verträge unterzeichnet. Stunden später verjagt ein gewalttätiger Mob – angeblich mit Milliarden aus dem Westen finanziert – diese Regierung, um eine von faschistoiden und antisemitischen Elementen durchsetzte „Übergangsregierung“ – jetzt gänzlich ohne jede demokratische Legitimation – zu installieren. Der Mob, der sich daraufhin „im Namen von Freiheit und Demokratie“ gegen die Putschisten in Bewegung setzt erfährt überraschend KEINE Sympathie. Er wird – anders als der Mob zuvor – arrogant abgemahnt, nicht Europa zu spalten. Dabei ist es die Heuchelei dieser westlichen Politiker die Europa und die Welt zu spalten droht. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Saint-Paulus-Dom Münster: Tiefe Stille inmitten flacher Betriebsamkeit

Schließt man die Augen, könnte der Eindruck entstehen, in einer Bahnhofshalle zu sitzen. Der gefühlte weite Raum dämpft Stimmen und das Getrappel von Schritten. Anders als im Bahnhof, kommt das Geräusch klickender Kameras hinzu, und das Zischen von Digitalblitzen – das Aufsichtspersonal hat offensichtlich resigniert, dagegen einzuschreiten. So gesehen, geht es im Saint-Paulus-Dom Münster in den Spitzenzeiten schlimmer als auf einem Bahnhof zu.

Am Altar sitzen, Saint-Paulus-Dom Münster, © Kô-SenSt.-Paulus-Dom zu Münster: Ununterbrochen hektische flache Betriebsamkeit, und doch ein Ort der Stille. (*)

Im Vorraum hockte eine Drückerkolonne von Bettlern, wie sie in den Fußgängerzonen die Polizei auf den Plan ruft. Die ersten Eindrücke beim Besuch des Münsteraner Doms lassen einen die Schritte beschleunigen. Kein Ort zur Einkehr. Nur schnell den schwätzenden, trampelnden Massen entfliehen. Dann lieber auf dem Michaelismarkt davor ein Fischbrötchen im Stehen essen. Doch dann macht es KLICK. In mitten flacher Betriebsamkeit öffnet sich ein inneres Tor tiefer Stille. Weiterlesen