Buddha, Dharma – Heimat

Buddhisten achten und verteidigen Tradition, Familie und Nation | Foto: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Buddhisten achten und verteidigen Tradition, Familie und Nation – wo immer sie inkarniert sind.

Natürlich heißen die Drei Juwelen des Buddhismus korrekt BUDDHA, DHARMA, SANGHA. Die beiden ersten „Juwelen“ sind allgemeinverständlich. BUDDHA bezieht sich auf den großen Hindu-Reformator, DHARMA bezeichnet die von Buddha mündlich überlieferten Lehren – aufgeschrieben Jahrhunderte nach seinem physischen Weggang. Und SANGHA? Sangha bedeutet in buddhistischer Terminologie „Versammlung“, „Menge“ oder „Gemeinschaft“. In einem weiteren Sinne steht es für Familie, das eigene Volk, die ganze Menschheit, alle fühlenden Wesen. Buddhisten sind daher nativ Patrioten. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Es gibt kein ICH – ein Erfahrungsbericht

Zum Buch KOLLISION MIT DER UNENDLICHKEIT von Suzanne Segal

teaser_egoPersönlichkeit nur eine Maske?
Grafik: aus SPLENDOR SOLIS
von Salomon Trismosin (15. Jh.),
Reprint Privatbesitz

Besonders Intellektuelle reagieren empört, wenn in einer Diskussion über spirituelle Themen die These zur Sprache kommt, dass das ICH rein fiktiv, nicht existent also leer sei. Je mehr sich diese Leute für gut, kultiviert und gebildet halten, je heftiger die Gegenreaktion1. Hält man ihnen dann entgegen, dass soeben just ihr aufgeblähtes Ego so empfindlich reagiert und dass die Kultivierung eben dieser Illusion die Ursache der Leiden dieser Welt ist, wird das Gespräch meist abgebrochen. Wer sein ICH für eine reale Entität hält, sich hartnäckig weigert, dessen relative Realität nüchtern zu analysieren, der hat noch einiges an Erfahrungen im Daseinskampf nötig. Einer der bewegendsten Erlebnisberichte über das schwierige, letztlich aber befreiende, Erwachen zur ICHLOSIGKEIT enthält das Buch Kollision mit der Unendlichkeit von Suzanne Segal.

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  1. Hauptargument: Man sei doch nicht egoistisch. Doch das ist laut Weisheitslehren der größte Irrtum. Denn auch ein vermeintlich gutes oder nicht egoistisches ICH ist eben ein ICH, das eine Welt jenseits des ICHs impliziert, dazu die Trennung von der Einheit allen Seins erst erzeugt und diese dann mit aller Macht instand zu halten versucht.

Buddhismus aktuell: Mein Land, mein Volk, meine Pflicht

Teil 1 der Serie: Mein Land – meine Familie – mein Ich

Land, Familie, Ich geben der Seele Orientierung, auch und gerade, wenn man wie im Buddhismus, zu starke Bindungen als  hinderlich ansieht. Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Land, Familie, Ich geben der Seele Orientierung, auch und gerade, wenn man wie im Buddhismus, zu starke Bindungen als hinderlich ansieht. Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Leben ist Leiden und das was wir als reale Welt betrachten ist eine Projektion unseres Denkvermögens, also Illusion (maya). Starke Anhaftung an mental-körperliches Sein setzt starke karmische Energie frei und bindet damit die evolvierende Seele an das Rad der Wiedergeburt. Vereinfacht und verkürzt ist das die Philosophie des aus der Hindu-Tradition hervorgegangen Buddhismus. Doch selbst im Buddhismus, wo man Bindung an Land, Familie und das eigene Ich als Hemmnisse auf dem Weg zur Erlösung sieht, werden Land, Familie und inkarniertes Ich als kostbares Gut gesehen, dass es zu schützen und zu verteidigen gilt. Weiterlesen

Göttliche Tugend (Pāramitā): Vollkommenes Loslassen (Perfect Detachment)

Pāramitā, lustvolles Ergreifen ohne Begierde? Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Pāramitā, lustvolles Ergreifen ohne Begierde? Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Eine „vierte PāramitāViraga – „Neutralität gegenüber Freude und Leid, Ausdruck der Überwindung aller Formen von Selbsttäuschung, direktes Sehen der Wahrheit“ – wird man in der kanonischen Literatur der verschiedenen buddhistischen Schulen zu den Pāramitā vergebens suchen. Es waren die Theosophen des ausgehenden 19. Jahrhunderts um die russische Mystikerin H. P. Blavatsky die von 1875 bis 1895 buddhistische Lehren erstmals einer breiteren Öffentlichkeit des westlichen Kulturkreises zugänglich machten. Dazu gehörten auch die zur Erlösung von der Bindung an das Rad der Wiedergeburt führenden Tugenden, die Pāramitā, wie Vollkommenes Loslassen (Perfect Detachment). Weiterlesen

Illusion materieller Realität – Realität spiritueller Prüfung

Denkanstöße aus dem AVATAMSAKA-SUTRA

Realität oder Illusion? Der Mensch ein Hasenfuß?

Realität oder Illusion? Der Mensch ein Hasenfuß?

Weisheitslehren aller Hochkulturen sprechen davon: die von den Sinnen und dem Denkvermögen kreierte Illusion einer materiellen Realität sei in Wirklichkeit die Realität fortgesetzter spiritueller Prüfungen für die um Erlösung ringende Seele. Soweit so theoretisch. Die süße Torte, der feine Tee oder der köstliche Wein – eine Illusion? Na wenn schon. Doch Schmerz, Leid, Bedrohung? Zwist, Krieg und Hass zwischen Völkern und Staaten? Lug und Trug bei den Machthabern? Auch Illusion? Auch „na wenn schon“? Der Buddhismus lehrt den unkonditionierten, selbstlosen Dienst für alle fühlenden Wesen. Das ist die Realität buddhistischer Praxis. Weiterlesen

Eine Antwort geben – mein Tun als Gefangenenseelsorger

VON ANDREAS HAGN1

Gefängniszelle.
Foto: Andrew Bardwell

Seelsorge im buddhis­ti­schen Sinne ist ja ein Pa­radoxon, da der Buddhismus keine Seele kennt, zumindest nicht im Sinne der beständigen Identität eines in sich inhärenten Selbst. Also haben wir versucht andere Begriffe zu finden und wir reden auch vom Betreuen und Begleiten.

Das Wort Seele beinhaltet für mich etwas nicht Greifbares und mit Worten nicht Erklärbares. Hier spannt sich eine Brücke zur buddhis­tischen Sichtweise des nicht Faßbaren, dem Bereich jen­seits der Weisheit. Bodhidarma, der erste Zen-Patriarch in China, sagte: Der Geist beginnt dort wo die Sprache endet. Weiterlesen

  1. Andreas Hagn ist Familienvater und Unternehmer in Wien, zenbuddhistischer Laienmönch und aktives Mitglied der Dharma Sangha Österreich links_yellow.gif.

„Leben ist Leiden“ – frohe Botschaft oder pessimistische Miesepeterei

Buddha würde mit der pessimistischen Aussage, dass Leben Leiden ist1 zum Fatalismus anstiften. So etwa lautet häufig das Urteil, das Nicht-Buddhisten im westlichen Kulturkreis über die Lehre Buddhas fällen.

Alles eine Frage der Einstellung… etwa wenn ein nettes Open-Air-Konzert (= Freude) erwartet wird, plötzlich aber ein tobendes Gewitter die Erwartung zunichte macht (= Leid). (*)

Doch Buddha, oft etwas übergewichtig dargestellt, macht alles andere als den Eindruck eines aussichtslos leidvollen Seins. Weiterlesen

  1. Die erste der Vier edlen Wahrheiten des Buddhismus (dukkha). Die drei anderen: (2) samudaya; Gier Hass und Verblendung, (3) nirodha; Erlöscht die Ursache des Leidens, erlischt das Leiden, (4) magga; Der ACHTFACHE PFAD führt zum Erlöschen des Leidens
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