Sollen wir Hellsichtigkeit lernen?

Mit Originalartikel von W. Q. Judge, „Shall We Teach1 Clairvoyance“?

Von einer „Erweiterung der Realität“ heißt es in der Werbung, wenn Internetportale Filme in 3D anbieten oder zweitklassige TV-Sendungen via Smartphone Zuseher mit der Illusion der interaktiven Teilnahme am Programm anzulocken versuchen. Esoterik wird manchmal ähnlich als eine „Erweiterung der Realität“ aufgefasst, inklusive dem damit verbundenen Bedürfnis damit Geld zu verdienen oder zumindest ein bisschen berühmt zu werden.

Die Wahrsagerin, Deutschland, 18. Jahrhundert. Foto: gemeinfrei

Zum Beispiel durch Hellsichtigkeit. Schließlich stellt sich dem Sucher auf dem Pfad doch gelegentlich die Frage, ob die anstrengende Rackerei mit dem niederen Selbst der Persönlichkeit ihm nicht doch den einen oder anderen kleinen Vorteil auf der horizontalen Ebene einbringen könnte. Vor allem angesichts marktüblicher Stundensätze ab 50 Euro aufwärts. Weiterlesen

  1. Das englische teach wurde als lernen übertragen, da anders als zu Zeiten von W. Q. Judge heute das LEHREN von Hellsichtigkeit kaum eine Rolle spielt. Heute geht es mehr um das autodidaktische Forcieren solcher Fähigkeiten. Red.

Fataler Traum vom Guru

Mit Essay CLAIMING TO BE JESUS von W. Q. Judge

Sphinx – Torwächter zur
Wahrheit.
(*)

Wieder einmal hat der fatale Traum vom Guru Menschen­leben gekostet. In einem knapp 10.000 Dollar teuren Seminar von US-Motivationstrainer James Ray haben drei Menschen die vom Guru suggerierten Praktiken nicht überlebt. Andere erlitten Verletzungen. Die bis zur Selbstauf­gabe gehende Guru-Hörigkeit hat im westlichen Kulturkreis Tradition. Dabei werden meist nur extreme Fälle bekannt.

Die Medien recherchieren immer dann etwas genauer, wenn die Verehrung eines Gurus etwa zu Kindesmissbrauch führt oder tödlich endet. Dann stellt sich plötzlich heraus, dass manch charismatischer „Meister“ neben glühenden Anhängern auch eine unsichtbare Spur von Opfern hinter sich herzieht. Menschen, die ein Leben lang an Körper und Geist beschädigt wurden. Weiterlesen

Holocaust und Karmagesetz

Karmabetrachtungen zum Holocaust vom Kopf auf die Füße stellen

Immer wieder spült es Esoteriker an die brodelnde Oberfläche öffentlicher Aufmerksamkeit die behaupten, der Holocaust wäre aus Sicht des Karmagesetzes die „karmische Strafe“ der Juden für in früheren Leben begangene Untaten. Wer so argumentiert zieht selbst heftiges Karma auf sich herab. Nicht nur entwürdigt er das Ansehen der von den Nazis ermordeten Menschen. Derjenige hat auch die Bedeutung des Karmagesetzes nicht verstanden.

Grabstein jüdischer Friedhof Neustadt © Kô-Sen 2009Jüdischer Friedhof, Neustadt (Hessen). (*)

Karma stammt aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt Handlung. In der Philosophie der Hindus steht Karma für das Naturgesetz von Ursache und Wirkung. Auf der materiellen Ebene betrachten Wissenschaft und Technik das Prinzip „Ursache und Wirkung“ ebenfalls als Naturgesetz. Die Hindu-Philosophie fasst das Prinzip aber weiter, wendet es auch auf die subtilen Naturreiche an, etwa die Astralwelt. Weiterlesen

Visionen: Forcierte Wahrnehmungsstörungen

teaer_hildegardHildegard v. Bingen; gegen
Ketzer hetzende Nonne, hat
durch Fasten Halluzinationen
bekommen.
Foto: gemeinfrei

Der kühle Hanseate und ehemalige Regierungschef Helmut Schmidt, hat es einst spöttisch auf den Punkt gebracht: Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen. Visionen haben ist nichts, worauf man stolz sein kann. Zuviel davon deuten sogar auf eine Nervenstörung hin. Mit einer simplen, scheinbar lose hingeklecksten Grafik lässt sich auf fast erschütternde Weise das illusorische Wesen von Visionen nachweisen. Dabei ist die Erkenntnis nichts Neues.

Wer sich durch extensives Fasten in ein physisches Ungleichgewicht einhandelt, zieht sich in der Folge auch Wahrnehmungsstörungen zu. Was immer er oder sie dann „sieht“ ist eine Wahnvorstellung. In dem Kontext erscheinen „Visionen“ so genannter Heiliger, zum Beispiel Hildegard von Bingen, in einem etwas anderen Licht, als wie es die modernen Vermarkter entsprechender Buchreihen darstellen. Weiterlesen

W. Q. Judge zum Gedenken: Stiller Vermittler der Weisheitslehren

Anlässlich des 113. Todestages am 21. März

Der irisch-amerikanische Mystiker und Theosoph, William Quan Judge (1851-1896) war einer der großen Vermittler der Weisheits-
lehren. Zusammen mit H. P. Blavatsky (1831-1891) und Henry Steel Olcott (1832-1907) gehört er zu den Initiatoren der Theosophischen Bewegung des ausgehenden 19. Jahrhunderts und war Mitbegründer der Theosophischen Gesellschaft (TG) im Jahre 1875.

The Ocean of Thesophy, THE THEOSOPHY COMPANY, Los Angeles, 1915Frontispiz THE OCEAN OF THEOSOPHY, Ausgabe 1915. Privatbesitz

Vor allem in Indien, Europa und den USA hatte die TG bis zu ihrer Zersplitterung nach dem Tode von Blavatsky, Anfang der 1890er Jahre, einen inspirierenden Einfluss auf Kultur, Religion und Naturwissenschaften. In dieser Zeit entstanden zeitlose Werke, wie ISIS UNVEILED (Isis entschleiert) und THE SECRET DOCTRINE (Die Geheimlehre). Eine Ausgabe letzterer soll sich angeblich stets auf dem Schreibtisch von Albert Einstein befunden haben. Während Blavatsky versuchte, mit ihrem nicht unumstrittenen Wesen, „DIE SACHE“ (The CAUSE), öffentlichkeitswirksam zu promulgieren, war Judge eher im Hintergrund aktiv. Seine Werke sind daher heute fast unbekannt. Dabei ist etwa sein THE OCEAN OF THEOSOPHY ein Juwel der Weisheitsliteratur. Weiterlesen

Geistige Wesen – Einbildung oder astrale Wirklichkeit

Wissenschaftler haben mit Verwunderung festgestellt, dass vor allem Kinder bis sieben Jahre häufig einen oder mehrere Begleiter im Geiste links_yellow.gif haben. Natürlich seien die Gefährten rein imaginär, denn die astrale Blaupause der materiellen Welt wird von den Forschern nicht als der „Urgrund materiellen Seins“ anerkannt, weil ihre astralen Sinne stumpf sind und man nichts glaubt, was nicht auch sezierbar wäre.

xl_spledor_solisGeistige – engelgleiche – Wesen wirken tatkräftig bei der alchimischen Transmutation des GROBEN ins SUBTILE mit; Emblem aus SPLENDOR SOLIS des Philosophen und Alchimisten Salomon Trismosin (15. Jh.)
Abb.: Reprint Privatbesitz

Immerhin wird aber inzwischen zugestanden, dass es keinen Anlass zur Sorge gibt, wenn sich Kinder mit ihren imaginären Gefährten einlassen. Das war nicht immer so. Weiterlesen

Wahrheit findet sich nicht in Büchern

Mit Auszügen aus „Initiation into Yoga“ von Sri Krishna Prem

teaser_last-pageDie letzte Seite von La très Sainte
Trinosophie – bis heute nicht
entschlüsselt.
Grafik (*)

Der Papst mahnt zur Bibeltreue, muslimische Gelehrte predigen Gläubigen, ihr Leben ganz nach dem Koran auszurichten. Auch Esoterikern sind Bücher wichtig. Gehören sie der einen oder anderen Glaubensrichtung an, wird diese sehr wahrscheinlich in „heiligen“ Texten beschrieben, die einmal ein Guru oder Gründer aufgeschrieben hat. Als religiös oder spirituell gelten Bücher in der Regel nicht wegen ihres anerkannt göttlichen Gehalts, aus dem dann eine höhere Herkunft geschlossen wird. Es ist umgekehrt. Weil behauptet wird, ein Buch sei göttlichen oder „geistigen“ Ursprungs, wird gefolgert, der Inhalt müsse religiös und damit WAHR sein. Auf diese Weise kann der größte Unfug oder jede unlogische und falsche Behauptung zum religiösen Dogma werden. Wer in Büchern nach DER WAHRHEIT sucht, wird daher fehlen. In seinem Werk INITIATION INTO YOGA begründet Sri Krishna Prem, warum das so ist und was „heilige Schriften“ wirklich bedeuten.

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