Karma und freier Willen: Gehen oder Bleiben?

Universalität ist prägendes Merkmal von Naturgesetzen. Eine reife Frucht fällt vom Baum nach unten. Egal wo der Baum wurzelt, wer ihn einst gepflanzt hat oder wer die Früchte einsammelt. Das am Baum Bleiben oder Herabfallen bestimmen in einem geheimnisvoll universellen Zusammenspiel der Reifegrad einer Frucht und die Gesetze der Schwerkraft.

Apfel-Karma: Supermarkt. Bild: Heinz Knotek

Apfel-Karma: Supermarkt. Bild: Heinz Knotek

Wäre die Frucht ein die Dinge hinterfragender Mensch, würde sie den Lauf der Dinge – das Reifen, die Ahnung vom baldigen Fall, das unvermeidliche und doch nicht exakt vorhersehbare Lösen vom Ast, die Ungewissheit, wie es danach weitergeht – versuchen zu ergründen und zu verstehen. Reife und Fall unterliegen dem universellen Naturgesetz von Ursache und Wirkung – also KARMA. Der Menschen hat aber, anders als etwa der Apfel, einen freien Wille. Sollte er daher sein Gehen und Bleiben nicht selbst bestimmen (können) und sich von den Zwängen des Universellen entledigen? Weiterlesen

Oma und Opa sind schuld! Doch warum sind sie meine Großeltern?

Familientherapien aus Sicht von Ursache & Wirkung (Karma)

Probleme von Eltern und Großeltern - Ursache für Probleme ihrer Kinder und Enkel? Bild: Heinz Knotek

Probleme von Eltern und Großeltern – Ursache für Probleme ihrer Kinder und Enkel? Bild: Heinz Knotek

Für viele gesund­heit­liche Probleme phy­sischer und psychi­scher Natur lassen sich Zusam­men­hänge zu schwierigen fami­li­ären Verhältnissen finden, die vor allem in der Kindheit einen Menschen beeinflusst wenn nicht trau­matisiert haben. Oft ist er­kenn­bar, wie sich bestimmte Verhaltensmuster von Mit­glie­dern des Familien­ver­bandes auf die nächste und sogar übernächste Genera­tion übertragen. Zum Beispiel vermag eine unterschwellig gewalt­orien­tierte Verbindung von Großeltern etwa die Bindungsfähigkeit des Enkels beeinträchtigen. Sowohl wissenschaftlich anerkannte also auch nicht anerkannte Thera­pien versuchen Leidende in solchen Fällen über eine „innerliche Aussöh­nung“ mit den vermeintlichen Verursachern – etwa Oma und Opa – zu therapieren. Doch das ist bestenfalls Symptom­be­handlung. Die karmischen Ursachen bleiben unberührt. Weiterlesen

Wird in der Türkei der arabische Pseudo-Frühling zum echten Muslimischen Frühling?

Marodeure und Kombattanten nennt Recep Tayyip Erdoğan, gegenwärtig Ministerpräsident der Türkei, geringschätzig die jungen Demonstranten, die vor allem in Istanbul aber auch in anderen Regionen des Landes die drohende Fällung von einigen Bäumen als Anlass zum friedlichen Protest gegen die Erdoğan-Administration nutzen, die ihrer Meinung nach schleichend die Islamisierung der Gesellschaft vorantreibt.

Taksim-Platz
[mygp_map]

Gerade noch hat sich Erdoğan vehement zum Fürsprecher echter Maro­deure und Kombattanten gemacht: unter dem Deckmantel „arabischer Frühling“ wurden und werden mordende Banden ins Nachbarland Syrien geschleust. Plötzlich kehrt sich alles um. Erdoğan sieht sich selbst pro­tes­tierenden Massen gegenüber. In der Türkei könnte aus dem ara­bi­schen Pseudofrühling ein echter Frühling werden, ein muslimischer. Weiterlesen

Schicksal? Zufall? Selbst Schuld? Also: machtlos?

Wie funktioniert „Schicksal“ und was kann man selbst tun

teaser_john_neagleSeines Glückes Schmied?
(Symbolbild1)

Im Volksmund heißt es jeder sei seines Glückes Schmied. Läuft es einmal nicht so gut, weil man etwa von einem Missgeschick oder Unglück heim­gesucht wird, dann ist die Rede von Schicksal und Zufall. Fata­lis­tische Interpreten der Karma-Theorie sind sich dann des „schlechten Karmas“ der betreffenden Person sicher.

„Schlechtes Karma“ impliziert, dass man – mehr oder weniger – an seinen Kalamitäten selbst Schuld ist. Wie man es auch interpretiert, scheinbar sind wir bei Glück und Unglück machtlos. Dem widersprechen aber die Weisheitslehren ausdrücklich. In der Dezember-Ausgabe 2012 untersucht die Zeitschrift THE THEO­SOPHICAL MOVEMENT2, wie aus Sicht der Weisheitslehren schick­salhaftes Weben funktioniert und zeigt auf, dass man dabei keineswegs machtlos ist3. Weiterlesen

  1. Deutsch: Porträt des Pat Lyon in der Schmiede, English: Pat Lyon at the Forge. Quelle: John Neagle (Public domain), via Wikimedia Commons
  2. Vol. 4, December 2012, p. 29, Mumbai, India – Übertragung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers
  3. zum englischsprachigen Original: gb

Schlechtes Karma auflösen…

Abfall, selbst hoch giftiger, wird gern heimlich im Meer entsorgt. Denn früher oder später wird noch jeder Dreck und jedes Gift ver­dünnt und verdünnt und verdünnt. Bis alles scheinbar ganz aufgelöst ist. Das erinnert an die Versprechen von Reinkarnationstherapeuten, die meinen, „schlech­tes Karma“ müsse man – vereinfacht ausgedrückt – nur auflösen, irgendwie.

Abflussrohr auf Helgoland: (geklärtes) Abwasser landet im Meer. (*)

Etwa durch eine Überweisung an den Therapeuten-Guru. Der wird dann magisch aktiv. Und mit etwas Glück lassen sich selbst Krebser­kran­kung­en in Nichts auflösen. Doch weder ist Karma gut oder schlecht, noch kann jemand das Karma-Rad beeinflussen. Weiterlesen

„Leben ist Leiden“ – frohe Botschaft oder pessimistische Miesepeterei

Buddha würde mit der pessimistischen Aussage, dass Leben Leiden ist1 zum Fatalismus anstiften. So etwa lautet häufig das Urteil, das Nicht-Buddhisten im westlichen Kulturkreis über die Lehre Buddhas fällen.

Alles eine Frage der Einstellung… etwa wenn ein nettes Open-Air-Konzert (= Freude) erwartet wird, plötzlich aber ein tobendes Gewitter die Erwartung zunichte macht (= Leid). (*)

Doch Buddha, oft etwas übergewichtig dargestellt, macht alles andere als den Eindruck eines aussichtslos leidvollen Seins. Weiterlesen

  1. Die erste der Vier edlen Wahrheiten des Buddhismus (dukkha). Die drei anderen: (2) samudaya; Gier Hass und Verblendung, (3) nirodha; Erlöscht die Ursache des Leidens, erlischt das Leiden, (4) magga; Der ACHTFACHE PFAD führt zum Erlöschen des Leidens

ZEN-Seminar – Türöffner zu Grundlagen des Buddhismus und mehr

Drei-Tages-Seminar „Herausforderung Zen-Praxis“

Anfahrt bei Nacht, Sturm und Schneeregen. Einmal links ein Licht, ein kleiner Laden. „Bin ich hier richtig nach Herrischried?“ Die mitleidige Antwort: „Ja, aber da müssen sie noch zwei mal ins Tal und wieder rauf.“ Also zurück in die Nacht auf den Weg hin zum Ziel.

Metaphorischer kann ein Seminareinstieg zum Thema Herausforderung Zen-Praxis nicht sein. Mitten im Sturm des stets unruhigen Denkens (= sturmgepeitschte Wälder des Schwarzwaldes) findet sich ein Ort des inneren Rückzugs und der Stille. Willkommen im Buddhistischen Studien­zentrum Johanneshof. Weiterlesen

Seiten: Zurück 1 2 3 4 5 ... 12 13 Vorwärts