Das virtuelle Zeitalter treibt die Entstofflichung des Menschen voran

Virtuelle Welten, Cloud-Computing, E-Books

Das Internet beschert uns einen multidimensionalen virtuellen Raum, der die Menschen seiner Entstofflichung ein Stück näher bringt. Wo führt das hin? Entweder in eine von pseudointelligenten Robotern dominierte Hölle oder – durch die virtuelle Hintertür – zu mehr Spiritualität.

xl_reisewestenVirtuelle Welten spielten immer schon eine besondere Rolle in den Kulturen. Hier die Protagonisten aus DIE REISE IN DEN WESTEN, eine Art esoterisch-spiritueller Comic aus dem alten China in der Tradition von Taoismus und (Ch’an-)Buddhismus. Abb. gemeinfrei

Sehr wahrscheinlich landet die übergroße Mehrheit in Ersterem. Zu Letzterem finden nur wenige spirituelle Sucher auf dem Pfad. Weiterlesen

Deutscher Schlager reflektiert Kali Yuga – Zufall oder Absicht?

Rezension: Cassandra Steen (feat. Adel Tawil) – Stadt

teaser_adel_tawilSänger Adel Tawil.
Foto: Torsten Crull f. Szenebilder

Das grell glitzernde Licht der 1980er Jahre verblasst nicht nur, es stirbt regelrecht weg. Seit Anfang des Jahres 2009 vergeht fast kein Tag, an dem nicht der Tod eines berühmten Künstlers vermeldet wird. Der 80er-Hype gaukelte eine Art Unsterblichkeit vor. Doch nun sterben nicht nur Pop-Musiker wie Michael Jackson, auch namhafte Firmen – sozusagen die Popstars der Wirtschaft -, die einst für Wohlstand und materielle Sicherheit standen, kippen von heut auf morgen einfach um.

Das erzeugt Angst. Und plötzlich gehen junge Leute auf Konzerte, wo schmachtende Schnulzen, wie Irgendwas bleibt1 zelebriert werden. Wohl wissend, dass es das nicht gibt und das schmachtvolle Singen davon das Vergehen eher noch bewusster macht. Doch mitten im Mainstream-
Pop taucht immer wieder ein Künstler auf, der leicht hin tiefgehende Töne anschlägt, wie man sie eher von einem Hindu-Guru erwarten würde. Die Rede ist von Adel Tawil. Weiterlesen

  1. Silbermond

Trinosophie als Symbol: Brief aus dem Gefängnis

Erläuterung zum ersten Kapitel der Trinosophie

Was bedeutet La Très Sainte Trinosophie? Nach Maria Szepes handelt es sich dabei um das philosophische und spirituelle Vermächtnis des Grafen von Saint Germain links_yellow.gif – des historischen wohl gemerkt. Erläuterungen zu religiösen Texten sind riskant, da stets das Abdriften in ein Vorgaukeln, man wäre irgendwie „wissend,“ besteht. Oder auch das Schwelgen in missionarischem Eifer.

The Cave © Kô-Sen/Trinosophie-BlogSelbst eine glückliche Inkarnation ist für die Seele einer Gefangenschaft in einer finsteren Höhle gleich. (Bild: Kô-Sen)

Der „Erläuterer“ muss sich dem Text nähern, als ob er eine Szene auf der anderen Seite einer stark befahrenen Straße beschreiben würde. Konzentriert, doch stets weitgehend distanziert. Das erste Kapitel ist ein Brief aus dem Gefängnis. Weiterlesen

Allegorische Gewalt in religiösen Schriften: Beispiel Bhagavat Gita (I)

Serie: Gewalt in religiösen Schriften – Hinweis auf GEWALTIGE Aufgabe

Arjuna hat keinen Bock auf Krieg. Verzagt sitzt er in seinem Streitwagen. Der Kutscher vorn – Gott Krishna – redet auf ihn ein. Die vier angespannten Pferde scharren mit den Hufen. Auf der anderen Seite formieren sich die Feinde. Feinde? Es sind durchweg nahe Verwandte von Arjuna. Und nun soll er gegen sie kämpfen – bis zur Vernichtung.

Arjuna und Krisha, Bhagavat Gita © Kô-SenArjuna und Krishna vor der großen Schlacht der Bhagavat Gita.
Bild: Kô-Sen1

Die eigenen Verwandten ermorden? Das war und ist so recht nach dem Geschmack moralisierender Atheisten und Funktionäre des Kirchenchristentums, um die Geschichte der BHAGAVAT GITA aus dem altehrwürdigen Epos Mahabharata als heidnisch abergläubische Barbarei abtun zu können. Doch religiöse Schriften sind ALLEGORIEN2. Also haben auch Gewaltszenen eine allegorische Bedeutung. Meist geht es dabei um die GEWALTIGE AUFGABE der Selbstüberwindung. Weiterlesen

  1. Wandbild, gefunden im indisches Restaurant TAJ MAHAL, Domstadt Merseburg, Sachsen-Anhalt.
  2. Religiöse Schriften WÖRTLICH nehmen deutet entweder darauf hin, dass die Schriften bewusst instrumentalisert werden; oder dass es sich nicht um wirklich religiöse Themen handelt.

Das Osterlamm – Sternzeichen Widder, kein Opfertier

Die Terminierung von Ostern – der jährlichen Gedächtnisfeier des Todes und der Auferstehung Jesu – basiert im Wesentlichen auf Aussagen des Neuen Testaments1 in dem ein Kontext zur Pessachwoche, einem jüdischen Hauptfest, hergestellt wird. Demnach ist Ostern ein bewegliches Fest, das am ersten Frühjahrsvollmond gefeiert wird und folglich auf ein Datum zwischen dem 22. März und 25. April fällt.

Osterlamm ist das Sternzeichen Widder © Kô-SenEs gibt keinen Grund unschuldige Lämmer zu schlachten. Das OSTERLAMM ist das Symbol für das Sternzeichen Widder2! Bild: Kô-Sen

Lässt man die These von James Morgan Pryse gelten, demzufolge Teile des Neuen Testaments links_yellow.gif eine kodifizierte Wiedergabe der GROSSEN GRIECHISCHEN MYSTERIEN ist, erhält das OSTERFEST eine gänzlich neue – und vor allem logische – Bedeutung. Es geht nicht um das vermeintliche Sterben und unnatürliche „Auferstehen“ einer historischen Persönlichkeit. Das Osterlamm ist kein Opfertier. Ostern ist vielmehr Teil eines Initiationsprozesses und das Lamm symbolisiert das Sternzeichen Widder. Weiterlesen

  1. Auch bekannt als Offenbarung des Johannes (APOKALYPSE).
  2. Vom 21. März – 20. April

Jihad, Dschihad, heiliger Krieg – Symbolsprache des 7. Jahrhunderts

Alle aus Vorzeiten überlieferte Schriften bedienen sich des zur ihrer Entstehungszeit gängigen Vokabulars. Kein Mensch würde heutzutage etwa etwas mit den Predigten von Meister Eckehart anfangen können, würde er sie im ursprünglichen Altdeutsch lesen. Genau so wenig ist die subtile Symbolik der im reinen Sanskrit verfassten Verse der Upanishaden für den heutigen Durchschnittsleser verständlich.

xl_no-imagePriester einiger Religionen predigen, man möge sich von GOTT kein Bild machen. Doch aufzufordern, etwas NICHT zu tun, ist lediglich das Auffordern zu spiegelverkehrtem Doch=Tun. DIE Auslegung ist also irreführend. Bild: Kô-Sen

So genannte heilige Schriften wörtlich wie zu Zeiten ihrer Entstehung zu deuten, bedeutet ihnen Gewalt anzutun. Das gilt auch für den Koran. Das „vergessen“ sowohl sich auf den Koran beziehende Terroristen, als auch das Klischee von der „islamischen Gefahr“ bedienende Publizisten. Ein Auszug aus einem Artikel des Magazins THE THEOSOPHICAL MOVEMENT1 liefert dazu Hintergründiges. Weiterlesen

  1. in freier Übertragung aus dem Englischen; Quelle: ULT India

Es gibt kein ICH – ein Erfahrungsbericht

Zum Buch KOLLISION MIT DER UNENDLICHKEIT von Suzanne Segal

teaser_egoPersönlichkeit nur eine Maske?
Grafik: aus SPLENDOR SOLIS
von Salomon Trismosin (15. Jh.),
Reprint Privatbesitz

Besonders Intellektuelle reagieren empört, wenn in einer Diskussion über spirituelle Themen die These zur Sprache kommt, dass das ICH rein fiktiv, nicht existent also leer sei. Je mehr sich diese Leute für gut, kultiviert und gebildet halten, je heftiger die Gegenreaktion1. Hält man ihnen dann entgegen, dass soeben just ihr aufgeblähtes Ego so empfindlich reagiert und dass die Kultivierung eben dieser Illusion die Ursache der Leiden dieser Welt ist, wird das Gespräch meist abgebrochen. Wer sein ICH für eine reale Entität hält, sich hartnäckig weigert, dessen relative Realität nüchtern zu analysieren, der hat noch einiges an Erfahrungen im Daseinskampf nötig. Einer der bewegendsten Erlebnisberichte über das schwierige, letztlich aber befreiende, Erwachen zur ICHLOSIGKEIT enthält das Buch Kollision mit der Unendlichkeit von Suzanne Segal.

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  1. Hauptargument: Man sei doch nicht egoistisch. Doch das ist laut Weisheitslehren der größte Irrtum. Denn auch ein vermeintlich gutes oder nicht egoistisches ICH ist eben ein ICH, das eine Welt jenseits des ICHs impliziert, dazu die Trennung von der Einheit allen Seins erst erzeugt und diese dann mit aller Macht instand zu halten versucht.
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