Meditation als Grundhaltung oder wie sich Möhren unfallfrei putzen lassen

Über The Yoga Aphorisms of Patanjali – Sure I.14

Jede Turnübung beginnt mit der Einnahme einer Grundhaltung. Bei genauer Betrachtung – ein allgemeines Prinzip. Denn was immer man im Alltag „beginnt“ beginnt mit einer kurzen oft kaum wahrnehmbaren Ausrichtung seiner selbst und der Dinge die dabei benötigt werden.

Programm „Möhren putzen“. (*)

Das ist wie, als ob man sich „programmieren“ würde. Lautet das Programm etwa „Möhren putzen“, werden erst Möhren, Brett und Messer bereitgelegt. Danach geht alles scheinbar wie von selbst vonstatten, vorausgesetzt, man hält sein Denken auf Abstand. Wer ohne „Program­mierung“ Möhren schneidet oder zwischendurch an anderes denkt – riskiert eine Schnittwunde. Sure I.14 der Yoga Aphorismen des Patanjali widmet sich diesem Aspekt der Praxis. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] eBooks: Pro-kontra-Streit geht am eigentlichen Problem vorbei

Reale Bücher zum Begreifen

Reale Bücher zum Be=greifen.
Bild: Heinz Knotek

Im Pro-kontra-Streit um eBooks haben hunderte Autoren sich über das Preis­diktat des Versandriesen Ama­zon zu Lasten des gedruckten Buches – ihrer gedruckten Bücher – empört. Einige wenige Auto­ren begrüßen Preisdiktat und Forcieren der E-Books durch Amazon. Sie ver­sprechen sich mehr und leichteres Veröffentlichen ihrer Schreib­resultate. Fühlt sich nach Besitzstands­konflikt an. Das ist aber nicht das eigentliche Problem. Tatsächlich beginnt offenbar die nächste Phase der Entstofflichung des Menschen. Der Streit über Ein- und Verkaufspreise, Honorare, Umsätze und Gewinne zeigt, dass beide Seiten Schriften vor allem als Handels­ware und Bücher als Vermittlungsmedium betrach­ten. Es wird dabei übersehen, das Geschriebenes, will man es begreifen und verinnerlichen, innerlich UND äußerlich BE=GRIFFEN werden muss. Das effektive Durchrauschen von Textpassagen auf einem verschmierten Display ist kein und verhindert BE=GREIFEN. Weiterlesen

Katholische Kirche: Ehre wem Ehre gebührt

Katholische Kirche und Linkspartei – eigentlich weltanschau­liche Erzfeinde vor dem Herrn – fanden sich in letzter Zeit immer wieder Seite an Seite wieder, zumindest argumentativ wenn es um Drohnen­einsatz und Erdgas-Fracking ging.

Religiöses Zentrum des Bistums Fulda: Klosteranlage aus dem 17. Jh. Hier entstand später der Dom, Kupferstich von Matthäus Merian. Abb. gemeinfrei

Ist die Antihaltung der LINKEN vor allem politisch motiviert, sind das öffentliche Stellungbeziehen von Bischöfen gegen den Drohnen­ein­satz der Bundeswehr und das Fracking-Verbot im Bistum Fulda Aus­druck eines tiefgehenden moralisch-ethischen Bedenkens, das nicht nur Katholiken erreicht, sondern jeden erreichen sollte, der sich von der „embedded“ Berichterstattung der Medien noch nicht hat benebeln lassen. Aller gegenwärtigen Kritik an der katholischen Kirche zum Trotz gebührt ihr damit (wieder) die Ehre, eine moralische Instanz der Gesellschaft zu sein. Weiterlesen

ZEN-Seminar – Türöffner zu Grundlagen des Buddhismus und mehr

Drei-Tages-Seminar „Herausforderung Zen-Praxis“

Anfahrt bei Nacht, Sturm und Schneeregen. Einmal links ein Licht, ein kleiner Laden. „Bin ich hier richtig nach Herrischried?“ Die mitleidige Antwort: „Ja, aber da müssen sie noch zwei mal ins Tal und wieder rauf.“ Also zurück in die Nacht auf den Weg hin zum Ziel.

Metaphorischer kann ein Seminareinstieg zum Thema Herausforderung Zen-Praxis nicht sein. Mitten im Sturm des stets unruhigen Denkens (= sturmgepeitschte Wälder des Schwarzwaldes) findet sich ein Ort des inneren Rückzugs und der Stille. Willkommen im Buddhistischen Studien­zentrum Johanneshof. Weiterlesen

Ist das Vesakh-Fest in Deutschland bald staatlicher Feiertag?

Eigentlich eine gute Sache, dass nun auch anderen Konfessionen staatliche Feiertage zugestanden werden, dass die – eigentlich durch die Verfassung nicht legitimierte – Bevorzugung EINER Religion zum Ende kommt. Vorausgesetzt, die Option steht gleichberechtigt allen Religionsgemeinschaften offen. Doch das ist offenkundig (noch) nicht der Fall. Ausgerechnet einzelne Glaubensrichtungen der Religionsgemein­schaft1, die in der Frage der Integration am meisten in der Diskussion steht, werden in der Hansestadt Hamburg nun bevorzugt.

Vesakh-Fest in München. Foto: gemeinfrei

Also Zeit, dass auch die zahlreichen Buddhisten ihren staatlichen Feier­tag bekommen, das Vesakh-Fest. Das wäre dann etwas wirklich Neues. Christliche und muslimische Feiertage erinnern ja fast immer an mut­maß­liche oder wirkliche blutige Ereignisse. Beim Vesakh-Fest dagegen geht es „nur“ um Geburt, Erleuchtung und Erlösung. Weiterlesen

  1. Es betrifft die organisierten Muslime und Aleviten, insgesamt so um die fünf Prozent der Hamburger Bevölkerung.

Nicht bewusst konzentriert bin ich ein mentaler Korken im astralen Ozean

Serie: Yoga-Aphorismen des Patanjali

Ein Korken auf dem Ozean geht nicht unter. Doch er ist völlig hilflos auch der kleinsten Welle und Strömung ausgeliefert. Auf und ab. Hin und her. Hoch und runter. Machtlos ausgeliefert. So geht es uns, wenn wir nicht bewusst konzentriert sind, heißt es in Sure drei der Yoga Aphorismen des Patanjali. Der Ozean ist hier die unendlich weite Astralwelt:

At other times than of concentration, the soul is in the same form as the modification of the mind1.

Stets hoch konzentriert, bei Tieren eine Frage des Überlebens. Hier Seehund vor Helgoland. (*)

Das ist das Leben der Seele, inkarniert in einen durchschnittlichen Mitmenschen, der sich um Konzentration auf seine Seele keine Sorgen macht. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes das Reaktionsprodukt seiner Sinnesorgane. Und sonst fast nichts. Weiterlesen

  1. Sure I.4 ; Quelle: The Yoga Aphorisms of Patanjali, an interpretation by William Q. Judge, Los Angeles, 1987

Syrien: Operation „Niccolo“ oder wem nützt der Bürgerkrieg

Niccolò Machiavelli (1469-1527).
Abb. gemeinfrei

Syrien steht im Weg – also fällt es. Ägypten ist zu stark – also wird es schwach. Die Entwicklung im Nahen Osten ist geradezu klischeehaft ein Lehr­beispiel für eine Politik ganz im Stil von Niccolò Machiavelli. Die Grundlagen dazu wurden – eben­falls im Machiavellischen Sinne – mit der Invasion westlicher Truppen in Afghanistan gelegt. Seitdem brennen die Südränder Russlands, die westliche Provinz Chinas und die Region um Pakis­tan sowieso. Wasser auf die Müh­len der Verschwörungstheore­tiker. Doch es ist fraglich, ob es eine gezielte Operation „Niccolò“ zur langfristigen Destabilisierung des Nahen Ostens und der Welt gibt. Aber: gut 20 Jahre nach einer Welle von nationalen Unabhängigkeitserklärungen wird die nationale Unabhängigkeit souveräner Staaten mehr und mehr zum Spielball machtpolitischer Interessen. Weiterlesen

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