Gefährliche Gefühle

Ein norddeutscher Jugendsender ruft seine Millionen Hörer nachdrücklich dazu auf, sich typisieren zu lassen. Im Interesse von an Leukämie erkrankten Mitmenschen. Und sowieso wird immer wieder öffentlich vorwurfsvoll gefordert, die Deutschen mögen sich endlich bereit erklären, ihre gebrauchten Organe zu spenden, wenn sie denn der Tod ereilen sollte.

Das Knochenmark enthält verschiedene Vorläuferzellen von Blutzellen. Grafik: Gray’s Anatomy

Beide Kampagnen appellieren mit bewegenden Werbespots an das Gewissen der Menschen und versuchen offen Schuldgefühle auszulösen. Gefährliche Gefühle – denn undifferenzierte Spenderbereitschaft ist nicht frei von Risiken und Nebenwirkungen. Weiterlesen

Mittel zur Integration – Großzügigkeit, freundlicher Ton, Wohltätigkeit, Kooperation

Alle reden von Integration. Fast immer hat INTEGRATION dabei einen fordernden Unterton. Jemand oder ein Gruppe von Personen wird von anderen Personen aufgefordert, sich zu INTEGRIEREN, was im Klartext ANPASSUNG und UNTERORDNUNG bedeutet. Nur selten kommt dabei das biblische Gleichnis vom Splitter im Auge des anderen zum Einsatz. Demnach sollte man sich zurückhalten, auf andere mit dem Finger zu zeigen und sich stattdessen um den Balken im eigenen Auge kümmern.

Leben IST harmonische Integration. (*)

Also mit der Pflicht zur Integration BEI SICH SELBST anfangen. Doch sobald eine Gesellschaft sich mehr oder weniger auf einen anthropomorphen Gott bezieht, ufern Fragen zur INTEGRATION bald zum Religionsstreit aus. Weiterlesen

Deutschland ist kein Gottesstaat und Religion ist Privatsache

Schon 2007 hätte Bundeskanzlerin Merkel am liebsten ganz Europa zur Gottesstaat-Zone erklärt. Merkel beklagte damals am Entwurf der EU-Verfassung das Fehlen christlicher Bezüge. Jetzt probiert Bundespräsident Wulff einen weiteren Vorstoß in die Richtung: Deutschland, so Wulff sinngemäß, sei christlich-jüdischen Ursprungs. Moslems hätten jedoch in einer derart gegründeten Gesellschaft auch Platz.

Handreichung in religiösen Dingen – Privatsache. (*)

Deutschland ist aber kein Gottesstaat und Religion per Verfassung strikt Privatsache. Wer in Deutschlan Platz hat, entscheidet weder Wulff noch die Religionszugehörigkeit. Wulff ist Repräsentant eines Staates, nicht eines Religionssystems. Seine Einlassungen in Sachen Religion sind nicht nur inhaltlich fragwürdig, sie passen auch nicht zu seinem Amtsauftrag. Weiterlesen

Buchmesse Frankfurt 2010: Leeres Spiel und Selbstinszenierung

Beobachtungen auf der Buchmesse Frankfurt

Babystrich auf der Buchmesse? Am helllichten Tag? Die Roll­trep­pe fährt einer am Geländer stehenden Gruppe weiblicher Teenager entgegen. Ein dickliches Mädchen fällt auf. Sie ist um die 15 Jahre alt, steht mit dem Rücken zur aufwärts schwebenden Menge und trägt knapp sitzende bunte Shorts aus dünnem Stoff. Nein, das sieht nur so aus.

Cosplay: Im Samurai-Kostüm kostenlos zur Buchmesse. (*)

Die verkleideten Teenager sind „Cosplayer1“, die sich traditionell mit einem Anime-Gewand den kostenlosen Zugang zur Buchmesse verdie­nen. Offenbar findet es das Mädchen – und deren Eltern – angemessen, dabei den mehr erotischen Aspekt des Cosplay zu spielen. Obwohl der Aufzug nichts Erotisches hat. Leeres Spiel und Selbstinszenierung – die scheinbar vorherrschenden Merkmale der Buchmesse 2010 in Frankfurt am Main. Weiterlesen

  1. Cosplay: costume play („Kostümspiel“)

Die Seele ist… Ja, was ist „sie“ denn?

Kommt in unserem – westlichen, also christlichen – Kulturkreis die „Seele“ zur Sprache, was sie ist, wie sie entsteht und was aus ihr wird – ja wo überhaupt sie sich befindet, wenn sie denn existiert – dann wird es entweder erhaben feierlich oder man zuckt gleichgültig mit der Schulter. Nihilisten lächeln spöttisch.

Nach einer langen Serie von Inkarnationen beginnt der Seelenfunken sich seiner BEWUSST zu werden. Er versucht der Materie zu entsteigen und sich dem eigenen göttlichen Ursprung zuzuwenden. Langsam bekommt die Seele ein Gesicht – die Auferstehung zur Unsterblichkeit und wahren Individualität. Abb.: S. Trismosin, Splendor solis, 16. Jh. (Detail), Privatbesitz

Die Erhabenen – in der Regel sich für gute Christen haltende Gläubige – zitieren die Bibel und erklären ihre Unwissenheit kurzerhand zum Mysterium. Die Schulterzucker nennen sich Atheisten. Ihr Glauben heißt „nur glauben, was man anfassen kann“. Nihilisten ähneln den Erhabenen. Sie kleiden ihre Unwissenheit in Begriffe, nur andere. Die Existenz einer Seele wird von ihnen vehement verneint. Für sie gibt es nichts, worüber man etwas wissen könnte. Wer ernsthaft etwas über die SEELE wissen will, muss sich trauen, hinter den Schleier der Formen zu suchen. Und den Blick zu weiten. Weiterlesen

Kommt der Islam endlich im HEUTE an?

Selbst sich eher „säkular“ sehende Moslems reagieren gereizt, wenn man sie auf die finsteren Absurditäten anspricht, die ihr Glauben scheinbar systemimmanent hervorbringt, etwa die ganze Palette an Menschenfeindlichkeit, Mord inklusive, die gegen alle möglichen Personengruppen gepredigt – und praktiziert – wird.

Islam – really open? Would be a really good news! (*)

Es heißt dann immer in Etwa: Das ist nicht der Islam. Das sind nur ein paar Verrückte, die den Islam falsch deuten. Genau so hatten aber immer auch gemäßigte Anhänger von Diktaturen argumentiert. Der Massenmord von Stalin etwa war demnach nicht das unvermeidliche Ergebnis der sozialistischen Diktatur, sondern lediglich unglückliche Folge des Missbrauchs der Lehre durch den irren Diktator. Dass die Folgen eines irren Diktators erst durch die sozialistische Doktrin möglich werden konnten, wurde dabei gern ausgeblendet. Weiterlesen

STERN-Extra zu den Weltreligionen: Dokumentation mit Rechenschwäche

Der STERN galt – neben dem SPIEGEL – lange Zeit als Prototyp für großartigen investigativen Journalismus. Im Zuge der „Boulevardisierung“ der Medien ist viel von dem einstigen Glanz der klassischen Printformate verloren gegangen.

Die Höhe von Turmbauten – religiöses Machtsymbol. (*)

Mit dem Extra DIE SECHS WELTRELIGIONEN versucht der STREN, an die altehrwürdige journalistische Tradition anzuknüpfen. Bis auf eine offensichtliche Rechenschwäche ist die Dokumentation weitgehend geglückt. Weiterlesen

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