Deutscher Schlager reflektiert Kali Yuga – Zufall oder Absicht?

Rezension: Cassandra Steen (feat. Adel Tawil) – Stadt

teaser_adel_tawilSänger Adel Tawil.
Foto: Torsten Crull f. Szenebilder

Das grell glitzernde Licht der 1980er Jahre verblasst nicht nur, es stirbt regelrecht weg. Seit Anfang des Jahres 2009 vergeht fast kein Tag, an dem nicht der Tod eines berühmten Künstlers vermeldet wird. Der 80er-Hype gaukelte eine Art Unsterblichkeit vor. Doch nun sterben nicht nur Pop-Musiker wie Michael Jackson, auch namhafte Firmen – sozusagen die Popstars der Wirtschaft -, die einst für Wohlstand und materielle Sicherheit standen, kippen von heut auf morgen einfach um.

Das erzeugt Angst. Und plötzlich gehen junge Leute auf Konzerte, wo schmachtende Schnulzen, wie Irgendwas bleibt1 zelebriert werden. Wohl wissend, dass es das nicht gibt und das schmachtvolle Singen davon das Vergehen eher noch bewusster macht. Doch mitten im Mainstream-
Pop taucht immer wieder ein Künstler auf, der leicht hin tiefgehende Töne anschlägt, wie man sie eher von einem Hindu-Guru erwarten würde. Die Rede ist von Adel Tawil. Weiterlesen

  1. Silbermond

[Archiv-Auswahl] Gibts bald ‘ne Revolution? Bäng, bäng, bäng: was soll der Krach!

Die Zivilgesellschaft wird brüchig. Irgendwie geht es aber noch weiter. Kommt eine Revolution? Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Die Zivilgesellschaft wird brüchig. Irgendwie geht es aber noch weiter. Kommt eine Revolution? Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

„Die Revolution oder Berlin Tag und Nacht“ – Die Deutschrockgruppe KRAFTKLUB hält der vielgerühmten Zivilgesellschaft deut­scher Prägung mit ihrem aktuellen Hitparaden­stürmer „Schüsse in die Luft“ ein düsteres Abbild ihrer selbst vor. Mittels Internet-Technik gleichgeschaltete Jugendliche, mit Blödel-TV abgelenkte Massen und ein ängstlich um seinen Besitzstand besorgtes Kleinbürgertum bilden die Mehrheit einer Gesellschaft, in der Selbstbezug, Angepasstheit und kleinmütige Rezeption der herrschenden Innen- und Außen­politik prägend sind. Setzt Mitteleuropa gerade eine in der Menschheitsgeschichte bislang einmalige Phase weitgehender Fried­fertigkeit und wirtschaftlicher Beständigkeit aufs Spiel? Immer größere in prekären Verhältnissen lebende Massen, willige Unterordnung der Regierung unter das wirtschaftliche (TTIP), politische (Sanktionen gegen Syrien und Russland) und militätrische (NATO) Diktat des imperialen Wahns eines selbsternannten „Weltführers“ rücken längst überwunden geglaubte Dämonen eines barbarischen Umgangs von Völkern und Staaten miteinander und selbst den atomaren Untergang in mutmaßlich greifbare Nähe. Das wiederum erweckt den ebenfalls scheinbar überwun­denen Geist selbsternannter Weltverbesserer, die Kraft retrospektiver Idealisierung des 1989 implodierten Sozialismus-Experiments bei gleich­zeitiger Verharmlosung der bis dahin verübten nicht minder barbarischen Verbrechen auf neue revolutionäre Experimente hoffen. Weiterlesen

Nimm ein Ei mehr: Staat fördert künstliche Befruchtung

Unter meinen Experimenten hatte jene Frau zu leiden, die mich später zur Welt brachte … Die Unglückliche hatte drei Fehlgeburten, zum vierten Mal riss unter dem Schock der Geburt die Verbindung zwischen mir und dem kleinen, blutigen Leib des Kindes, und es wurde tot geboren… (Maria Szepes, «Der Rote Löwe», München, 1992)

xl_eggsBis zu drei Versuche zur künstlichen Befruchtung bezahlt die Krankenkasse zur Hälfte1. Bild: Kô-Sen

Die Bestsellerautorin und Mystikerin in der Tradition des Rosenkreuzes, Maria Szepes, hat im Kapitel Louis de la Tourzel ihres Einweihungsromans Der Rote Löwe etwas vom Mysterium der Geburt eines Kindes enthüllt. Die Beschreibung macht deutlich: Wenn eine Inkarnation nicht zustande kommt, Paare kinderlos bleiben, hat das triftige karmische Gründe. Weiterlesen

  1. In Sachsen will die CDU-Landesregierung – übrigens von einem Minister-
    präsidenten geführt, der seinerzeit noch dem untergehenden DDR-Regime seine Loyalität versicherte – jetzt die im Schnitt 3.200 Euro (!) teuren Befruchtungs-
    versuche über den Kassenanteil hinaus großzügig sponsern.

Katharer: arte zeigt Dokumentarfilm von 2001

Über 100 Jahre dauerte es, bis es der Inquisition gelang, die Katharer als europäische religiöse Bewegung zu zerschlagen. Weder der einzige auf europäischem Boden geführte, gegen die Katharer gerichtete, Kreuzzug von 1209; noch das vierte Laterankonzil, 1215, das die Katharer verdammte; noch die im Auftrag der Inquisition ab 1233 einsetzende Vernichtung der Bewegung durch die Dominikaner, vermochte die im heutigen Südfrankreich verbreitete Form christlicher Mystik auf die Schnelle auszulöschen.

xl_katharer_teaser.jpgIn der heutigen Provinz Languedoc, die 1279 an Frankreich fiel, spielte sich das Drama der Katharer ab. Foto: © arte

Der skrupellosen Verfolgung durch die mit den weltlichen Machthabern in Paris verbandelten katholischen Kirche konnten die jede Form von Gewalt ablehnenden Katharer am Ende jedoch nicht widerstehen. Der Leidensweg der Katharer sowie ihre philosophischen und religiösen Thesen wurden 2001 in einem französischen Dokumentarfilm von Michel Roquebert, Anne Brenon und Chema Sarmiento anschaulich gewürdigt. Er wurde Mitte Mai auf arte gesendet. Weiterlesen

Buddhismus ohne Denken – Windelweiche Religion und flacher Wellness-Kult

Bei einem seiner Besuche im Tibetischen Zentrum Hamburg warnte der Dalai Lama in den 1990er Jahren die deutschen Mönche und Nonnen, die kahl geschoren und schulterfrei im safranfarbenen Gewand seiner harrten, dass man sich nicht zu sehr auf die äußere Form des Buddhismus konzentrieren solle.

Copyrights 2008 Ko-SenIm Westen ist der Buddhismus hipp wie ein Marken-Turnschuh geworden – zu Lasten seiner reformatorischen Kraft. Bild: Ko-Sen

Sinngemäß sagte er, dass es nicht so sehr auf Kutte oder Glatze ankommt, sondern auf die Geisteshaltung, die jemand hat. So könne auch das Scheren der Haare oder das Tragen einer traditionellen in Asien üblichen Kleidung nicht vor Anhaftung, Egoismus und anderen schlechten Eigenschaften schützen. Im Gegenteil. Daraus könnten neue Anhaftungen entstehen. Weiterlesen

W. Q. Judge (1851 – 1896): IN A BORROWED BODY

Copyrights 2008  public domain, color: Ko-SenWilliam Q. Judge
Foto: Public Domain

Dass W. Q. Judge (1851 – 1896) ein Mystiker war, den man gut und gerne einen SEHENDEN und WISSENDEN nennen kann, ist kaum bekannt. Ebenso wenig sein Œuvre, das aus einigen wenigen Büchern und einer umfangreichen redaktionellen Tätigkeit als Herausgeber u. a. des Magazins THE PATH besteht. Am 21. März 1896 hat Judge viel zu früh die materielle Ebene verlassen. Seine Texte lesen sich auch heute noch als liebevolle Handreichung des Lehrers für Rat suchende Schüler. Und sie sind unverändert brandaktuell. Die Texte von Judge beschäftigen sich zumeist mit konkreten Aspekten der Transfiguration. Seine Bücher Letters That Have Helped Me links_yellow.gif und The Ocean of Theosophy links_yellow.gif sind esoterische Klassiker. Ersteres – ein Briefwechsel mit Schülern – ist ein Kompendium zum Umgang mit Fallstricken auf dem Pfad. Letzteres ist eine gut leserliche Zusammenfassung der oft und gern verdrehten Lehren von H. P. Blavatsky und der sie inspirierenden Mahatmas. Weiterlesen

Thema verfehlt: Zeitung verwechselt After-Esoterik mit Esoterik

teaser_rafael.jpgEsoterik pur: Detail mit Py-
thagoras aus der SCHULE DER
ATHENER von Raffaello Sanzio,
1509.
Abb.: Public domain

Die Süddeutsche Zeitung hat am Wochenende auf der ansonsten für guten Journalismus berühmten SEITE DREI einen besonderen Klischeeeintopf angerührt und aufgekocht. Der Journalist Birk Meinhardt be­suchte dazu nach eigenen Anga­ben eine Esoterikmesse, bewegte viele Mails und hat in mindestens zwei Gasthöfen Stammtisch- Ergüsse mitgeschrieben. Das reichte ihm, um sich selbst zu bestätigen, was er offenbar schon erwartet hatte: Esoterik ist dubios und neigt zu rechtsradikalem Gedankengut. Vielleicht sollte Meinhardt (noch) einmal das gerade erschienene Buch über die Erfolgsgeschichte der SEITE DREI lesen. Dann hätte er vielleicht dem erhabenen Format und dem Leser seinen unsachlichen und lausig recherchierten Schreibversuch erspart. Dennoch reflektiert der Bericht Phänomene, die für den Sucher beachtenswert sind. Weiterlesen

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