Wahn eines selbsternannten Okkultisten und begnadeten Malers

Ein spannender Biografie- und Historienkrimi zu Nikolai Roerich

Nikolai Roerich (1874-1947). Abb.:
Einband des besprochenen Buches

Was ist ein Okkultist? „Eine Biografie erschließt den Maler und Okkultisten Nikolai Roerich…1“ – so die Headline einer großen Zeitung zu ihrer Re­zen­sion eines Werkes, das eher ein Biografie- und Historienkrimi ist. Bezüg­lich Roerichs Okkultis­mus-Neigung beweist das Buch von Ernst von Waldenfels eher das Gegenteil. Der russische Maler Nikolai Roerich wäre gern einer gewesen. In Wirklich­keit war er das trau­rige Opfer des „Familienorakels Morya“, eines astralen Dämonen, der sich jahr­zehntelang über die mutmaßlich lädierte Psyche seiner Frau Helena vermittels Rücken von Tischen, Visionen und automa­tischem Schreibens manifestierte. Ein Wahn, dem neben Roerich noch zahlreiche andere Menschen erlagen und bis heute erliegen. Weiterlesen

  1. Süddeutsche Zeitung, 17. Januar 2012

[Archiv-Auswahl] Karma aktuell: Dame Europa von Reaktionären und Separatisten bedroht

Das Europäische Geschick soll dem Grafen von Saint Germain einst besonderes Anliegen gewesen sein. Aus diversen Quellen und der sicher nicht nur allegorischen Geschichte des Romans DER ROTE LÖWE geht hervor, dass er etwa bemüht war, die Gräueltaten der Französischen Revolution abzuwenden oder wenigstens den Verlauf der Ereignisse in einem harmonisierenden Sinne zu impulsieren.

Karma Copyright 2008 Ko-SenFreiheit findet sich nicht in Separation sondern in der Überwindung alles Trennenden, sagen die Weisheitslehren. Bild: Ko-Sen

Im 20. Jahrhundert kam dem Balkan zweimal die Rolle eines Infektionsherdes im Körper der Dame Europa zu: Der erste Weltkrieg nahm in Sarajevo seinen Ausgang und das Grauen des Bürgerkrieges beim Zerfall Jugoslawiens befleckte nachhaltig das humanistische Gewand des Abendlandes. Karma will es, dass der Dame Europa auf dem Balkan erneut eine giftige Injektion verpasst wird. Man kann nur hoffen, dass ER weiter über Europa wacht… Weiterlesen

Der Buddhismus-Bluff: Eine Begriffsklärung

Buddhismus geht immer. Wenn dann noch kombiniert mit Pseudo-Kampfkunst und man kann als „Anbieter“ bald mit einem TV-Team rechnen. Und mit einem „Spezial“ im Fernsehen. Bei den – vor allem jungen – nach Gemeinschaft und Selbstüberwindung hungernden Menschen, kommen entsprechende Verheißungen gut an. Dumm nur, dass Begriffe wie BUDDHISMUS, KAMPFKUNST und SHAOLIN, aber auch ZEN, MEISTER oder ABT nicht geschützt sind.

Der lehrende Buddha Shakyamuni (China, 12. Jahrhundert).
Foto: gemeinfrei

Jeder Scharlatan und clevere Selbstdarsteller kann sich des Buddhismus-Bluffs ungestraft bedienen. Und damit sind nicht nur bizarre „Shaolin-Klöster“ gemeint, sondern auch Management-Trainer oder hauptberuf­liche „Philosophen“, die mit Buddhismus-Versatzstücken zahlende Sucher anlocken. Bevor man Geld, Energie und Unabhängigkeit einem „Abt“ oder „Meister“ opfert, kann es hilfreich sein, sich zu verdeutlichen, was Buddhismus eigentlich ist. Nachfolgend eine Begriffsklärung. Weiterlesen

Die Bürde, ein auserwählter Teenager zu sein

Über den Film Dolpo Tulku – Heimkehr in den Himalaya

In den Schulen des tibetischen Buddhismus, von denen die Gelbmützen-Schule des Dalai Lama die größte ist, wird die Wiedergeburt bedeutender geistiger Führer im großen Rahmen öffentlich zelebriert. Das geht los mit dem Tod eines großen Lamas. Jetzt gilt es jenes Kleinkind zu suchen und zu finden, das nach dem Todeszeitpunkt geboren wurde und dessen Körper als neues „Vehikel“ der Seele des Verstorbenen dient.

Dolpo Tulku – über einen lebenslustigen Schüler, der ein Auserwählter ist. © Arne Höhne Presse

Das Kindesalter des vermeintlich wiedergeborenen Lamas ist dann von Tests und Prüfungen bestimmt, ob der Kleine auch wirklich ein Tulku1 ist. Wie man als Teenager, der durchaus mit Handy und Internet umzugehen weiß, mit der Bürde des Auserwähltseins aufwächst, zeigt der Film DOLPO TULKU von Martin Hoffmann. Weiterlesen

  1. Tulku: tibetisch, Bezeichnung für einen erleuchteten Lama einer der Schulen des tibetischen Buddhismus, der sich durch Phowa (Bewusstseinsübertragung) und Siddhi (paranormale Fähigkeiten und Kräfte) nach dem körperlichen Tod bewusst zur Wiedergeburt entscheidet, in der Regel im Zuge eines vor Zeiten abgelegten Bodhisattva-Gelübdes

Buddhismus – Philosophie, die Gleichmut schafft und Frieden stiftet

Die Religion, 1819, Philipp Veit, Berlin © Kô-Sen 2009DIE RELIGION von Philipp Veit
Städtisches Museum Berlin.

Bild: Kô-Sen

Religiöse Konflikte halten die Welt in Atem. Die Kontrahenten sind im Wesentlichen: Christen und Moslems, Juden und Moslems, Moslems und Moslems, Christen und Christen, Hindus und Moslems, Hindus und Christen. Seit den Gräueltaten im Zweiten Weltkrieg ist es zwischen Christen und Juden friedlich, auch wenn der Papst gelegentlich die Juden mit vorsintflutlicher Polemik attackiert.

Buddhisten treten in tagespolitischen Brennpunkten, wenn überhaupt, nur dann in Erscheinung, wenn es um Protest gegen – vor allem staatliche – Gewalt geht, wie zum Beispiel in Tibet. Leider hat der prügelnde Mob in buddhistischen Roben vor einem Jahr in Tibet das Jahrtausende alte Bild beschädigt, dass Buddhisten GRUNDSÄTZLICH friedfertig sind. Dennoch gilt: Buddhismus ist eine Philosophie, die Gleichmut schafft und Frieden stiftet. Weiterlesen

Mysterium Allergie: Mit ihr erst mal seinen Frieden machen

Die junge Frau richtet sich gerade auf ihrem Platz im Abteil zur Zugfahrt ein, als das Handy klingelt. Dem Dialog der folgt, kann man entnehmen: Hinter der Fassade aus Jugendlichkeit, Schönheit und schicker Kleidung gärt es wie in einem Kessel – unerklärliche und unvermittelte Allergieattacken machen ihr das Leben zur Hölle.

Was bei Allergie essen? Auch der Verzehr von Rohkost hilft nicht immer. Bild: Kô-Sen

Nur mit Mühe – bekennt sie der Mutter – könne sie den Verpflichtungen im Studium nachkommen. Und überhaupt wisse sie nicht, was sie denn nun noch essen könne. Wie die Unbekannte leiden Millionen Menschen an den allergischen Abwehrreaktionen ihres Körpers. Auch den Sucher auf dem Pfad kann es treffen. Und auch er muss sich fragen: Was jetzt als Erstes tun? Weiterlesen

Mythos Tibet: Alles rassistisch oder was!

Nun schon zum zweiten Mal links_yellow.gif binnen weniger Wochen hat sich eine eigentlich für guten Journalismus, gründliche Recherchen und liberale Geisteshaltung renommierte Tageszeitung in Sachen Esoterik einer Rassismus-Phobie hingegeben.

xl_ruf_des_meisters.jpgNicholas Roerich: Command of the Master. 1947, Tempera on canvas,
84 x 153 cm, State Museum of Oriental Art, Moscow

Platter kann man sich dem Mythos Tibet kaum nähern, wie es sich Andrian Kreye, Feuilletonchef der Süddeutschen Zeitung, letzten Freitag geleistet hat. In Anlehnung an die bekannte deftige Milchwerbung mutet sein langer Beitrag, DIE EWIGE SUCHE NACH SHANGRI-LA, an wie, „Alles rassistisch, oder was.“ Weiterlesen

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