USA bomben für Al-Qaida? Ist das des Nobelpreisträgers Kern?

A B-2 Spirit dropping Mk.82 bombs. Source: US Air Force (public domain)

A B-2 Spirit dropping Mk.82 bombs. Source: US Air Force (public domain)

Spötter jenseits der selbst verordneten politischen Korrektheit behaupten, das Terrornetzwerk Al-Qaida wäre ein uneheliches Kind des pakista­ni­schen Geheimdienstes ISI und der CIA. Laut Wikipedia sind zumin­dest Mitte der 1980er Jahre Zah­lungen der beiden Dienste an die Gründerväter des Terrornetz­werkes offiziell nachgewiesen. Warum verhalten sich die USA dem souveränen Staat Syrien gegenüber wie eine verspielte Katze auf der Jagd mit einer in ihre Krallen geratenen Maus?

Es geht nicht um ernährungsbedingtes Fressen (politische Zielführung), sondern um verspieltes Zeigen der zum Töten fähigen Macht. Allerdings: Bomben auf Syrien werden genau die Einrichtungen treffen, die sich im Kampf gegen die Terror-Banden von Al-Qaida befinden – auch zum Schutz syrischer Christen. Lässt also Friedensnobelpreisträger Obama sein Land für Al-Qaida Bomben werfen? Ist das des Friedensnobel­preis­trägers wahrer, ja väterlicher, Kern?

Plötzlich dienstwilliger Verbündeter

MEPHISTOPHELES tritt ein, indem der Nebel fällt, wie ein fahrender Scholastikus, hinter dem Ofen hervor:

FAUST: Das also war des Pudels Kern!
Ein fahrender Scholast? Der Kasus macht mich lachen.

Dieser Szene aus Goethes FAUST I geht der berühmte Monolog Faustens voraus, indem er sich abfällig über Scholastiker, Männer des Wortes, auslässt. Reden (im Zweifel auch skrupelloses Tun) ohne dass es die Welt besser oder wenigstens erklärbar machen würde… Nur sicherheitshalber: die Pudel-Metapher ist keine rassistische Anspielung auf Obamas Hautfarbe. Es gibt zudem Pudel in allen möglichen Schattierungen.

Etwa den plötzlich so dienstwilligen Verbündeten von Friedensnobel­preisträger Obama, Frankreichs Präsident François Gérard Georges Nicolas Hollande. Welch Hoffnungsträger der Linken, wie er da so menschlich regendurchnässt ins Amt eintrat. Doch nur wenige Tage später lässt er Luftangriffe gegen Lybien fliegen. Seitdem gibt er den harten Bonaparte im Außen – und lenkt dabei ganz wunderbar von einer desaströsen Innenpolitik und existenziellen Wirtschaftsproblemen ab.

Und – der mannhaft großosmanische Ambitionen versprühende türkische Ministerpräsident, Recep Tayyip Erdoğan. Doch gar nicht so abwegig, auf einem womöglich bald zertrümmerten Syrien, Iran, Irak eine segnende Ordnungsmacht, SEINE Ordnungsmacht, herabkommen zu lassen. In Gottes Namen natürlich und mit Hilfe von Natowaffen im Rücken, unter anderen von deutschen Soldaten bedient.

Drei metaphorische Pudel also halten die Welt in Atem1. Was für ein Karma. Der Kasus macht einen heulen. HEINZ KNOTEK

  1. Ursprünglich vier, mit David Cameron, Premierminister des Vereinigten Königreiches. Doch die älteste Demokratie der Welt hat sich als erfreulich lebendig erwiesen und dem Kriegsgekläff Camerons per beherztem Parlamentsbeschluss ein Ende gesetzt.

Übersicht der Artikel zur Serie

  1. Syrien: Operation „Niccolo“ oder wem nützt der Bürgerkrieg (22.07.2012)
  2. Deutschland – ein Kriegsmärchen (09.12.2012)
  3. Syrien: Tödlicher Frühling (05.05.2013)
  4. Letzter Trumpf – chemische Waffen (30.06.2013)
  5. USA bomben für Al-Qaida? Ist das des Nobelpreisträgers Kern? (08.09.2013)
  6. Ist die IS in Syrien für die Welt, was der 9/11-Terror für USA war? (23.10.2014)
  7. Ostergeschenk an die Welt – Palmyra ist auferstanden (27.03.2016)
  8. Syrienkonflikt – Lackmustest für die Menschlichkeit (24.10.2016)