Wenn Bildungsbürger zweifeln: Es kann nicht alles falsch sein?

Starke Metapher, gefunden bei © Twitter Inc. Die einheitlichen, echtes Licht dämmenden, Brillen könnten die der NWO ergebenen Medien symbolisieren.

Nach der NS-Herrschaft hieß es „Unter Adolf war nicht alles schlecht!“, ähnlich nach der DDR-Implosion: „Es war nicht alles schlecht im Osten!“ Neuerdings wählt Deutschland wiederholt Personen und Parteien, die offen einen „Alternativlos-Populismus“ inklusive „Führerkult“ zu praktizieren scheinen. Offen wird das Land in Richtung Neuer Weltordnung (NWO) „geführt“, ohne dass die Machteliten und deren Apologeten auch nur daran denken, diejenigen, die sie gwählt haben, nach ihrer Meinung dazu zu befragen. Verkommt die Demokratie zur Gutsherrenart, um dann mal wieder in der Diktatur zu enden?

Bildungsbürger: „Es kann doch nicht alles falsch sein?“

Als gut situiert geltende Bildungsbürger, die regelmäßig Wochenangebote ihres Discounters kritisch prüfen und an der Kasse stets den Bon zumindest grob nachrechnen, beenden oft erschrocken katagorisch jede kritische Debatte zum politischen Zustand Deutschlands mit Aussagen wie „Es kann doch nicht alles falsch sein?“ Dabei haben die Deutschen doch schon öfters schmerzhaft erfahren müssen: Es WAR ALLES erst falsch und dann ganz schlecht, obwohl es zuvor jahrelang „alternativlos“ und richtig sehr gut war.

Schon gewusst? © Twitter Inc.

Wer in Deutschland als Kind und Jugendlicher nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sozialisiert wurde, konnte bis in die 1970er Jahre hinein vor allem von älteren Menschen hören „Unter Adolf war nicht alles schlecht!“ Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus-Experimentes stalinistischer Prägung in Ostdeutschland begannen bald nach der Landnahme durch vor allem westdeutsches Kapital viele Leute zu sagen: „In der DDR war nicht alles schlecht!“ Versucht man HEUTE Bildungsbürgern Stück für Stück das mutmaßlich gegen sie selbst gerichtete politische System der NWO zu erklären, erklingt es verzweifelt ähnlich: Aber es kann doch nicht alles falsch sein.


Chef-Propagandist für politische Korrektheit in Ex-DDR. Nicht alles ist deswegen falsch was er so sagt.

Die Nürnberger Prozesse belegten: Es war „unter Adolf“ nichts gut, also war alles schlecht. Weder die oft zitierten Autobahnen, noch der kurzzeitige soziale Aufschwung in der „Volksgemeinschaft“ nazistischer Prägung kann die Kriegsgräuel des Regimes ausgleichen. Die Ex-DDR war gemäß offiziellem Narrativ Auswuchs des „SED-Unrechtssystems“. NICHTS daran war gut und wert, die Unterdrückung und Bespitzelung auszugleichen, etwa auch nicht das Zweipfundbrot zu eisern bis zum Schluss konstanten 52 Ostpfennigen. Umgekehrt war die Ex-BRD (also Westdeutschland) laut Narrativ der SED-Propaganda bis zum Fall der Mauer die Verkörperung des kapitalistischen Übels schlechthin. NICHTS war gut am Westen Deutschlands. Die duftenden Warenauslagen in den Läden, richtige Autos, hohe Gehälter für Arbeiter und Angestellte (im Vergleich zu ihren Kollegen im Osten), finanziell großzügiges Sozialsystem, scheinbare Pressefreiheit – nichts, so die SED-Ideologen, nichts als Blendung und Ablenkung vom Joch realer kapitalistischer Ausbeutung der Arbeitskraft des Einzelnen und der Unterdrückung des Selbstbestimmungsrechts der Völker.

Exemplarisch für die Berichterstattung von selbst ernannten weißen Rittern der wahren und nichts als wahren Nachrichten. © Twitter Inc.

Man sollte meinen, wir Deutschen haben damit gelernt, Ideologien zu misstrauen, besonders dann, wenn sie im missionarischen Gewand und staatstragend daherkommen. Immerhin – „Adolf“ wollte die Deutschen zu arischen Zuchtmeistern der Welt machen. Und die DDR-Stalinisten hatten nichts Geringeres auf dem Schirm, als die „Erlösung des Menschen“ – im materiellen Sinne – von Unterdrückung usw. Wann immer es in Deutschland im 20. Jahrhundert missionarisch wurde, wurde es am Ende diktatorisch. Und wie es aussieht, geht es im 21. Jahrhundert weiter so. HEINZ KNOTEK