
SAMADHI ist keine Meditationstechnik. Es ist das Endergebnis tiefer Meditation. Es ist der Moment, in dem das Denkvermögen aufhört, die Realität in Gegensaatzpaare, wie ICH vs. DU, INNEN vs. AUSSEN, GOTT vs. MENSCH oder LINKS vs. RECHTS zu unterteilen. Und plötzlich … wird alles EINS. Wer einen Yoga-Kurs absolviert oder das Mediatationsangebot einer buddhistischen Schule nutzt, wird früher oder später dem Begriff SAMADHI begegnen. Zumeist als eher technischen Aspekt der Übungspraxis. Schon falsch. Nachfolgend ein anderer Blickwinkel.
Faden SAMADHI – wenn Separieren aufhört
Nachfolgende Erläuterung zum Konzept „Samadhi“ basiert auf einen inspirierenden öffentlich zugänglichen Tweet-Faden (Thread), der in weiten Teilen vom Verfasser ins Deutsche übertragen wurde. Wir danken dem/der/den unbekannten Hindugelehrten für die Inspiration.
Was bedeutet Samadhi?
Samadhi ist völlige Versenkung. Der Beobachter, der Akt des Beobachtens und das Objekt der Aufmerksamkeit verschmelzen zu einer einzigen, nahtlosen Erfahrung. Es gibt Bewusstsein – aber kein Gefühl eines „Ich“, das es lenkt.
Von Dhyana zu Samadhi?
Im Dhyana fließt das Bewusstsein ununterbrochen. Im Samadhi löst sich sogar dieser Fluss auf. Was bleibt, ist reine Präsenz.
Kein Schlaf. Keine Trance.
Samadhi ist kein Verlust des Bewusstseins. Es ist gesteigerte Klarheit – frei von Ablenkung und egoistischen Einflüssen. Es ist Wachsamkeit ohne Selbstbezogenheit.
Arten von Samadhi
Das klassische Yoga beschreibt Stufen, in denen noch subtile Eindrücke bestehen bleiben, sowie tiefere Stufen, in denen sich selbst diese auflösen. Die Reise wird zunehmend verfeinert.
Warum ist Samadhi wichtig?
Im Samadhi wird der Geist klar und rein. Die Wirklichkeit wird ohne Verzerrung wahrgenommen. Diese Klarheit befreit von dem Leiden, das aus Fehlwahrnehmungen entsteht.
Samadhi ist kein Ziel
Samadhi wird nicht durch Ehrgeiz erreicht. Es entfaltet sich auf natürliche Weise, wenn Disziplin, Beständigkeit und Achtsamkeit zur Reife gelangen. Es ist die Frucht – nicht die Technik.
Der Weg kehrt zur Stille zurück
Von Yama bis Samadhi war die Reise eine Reise nach innen. Was als Disziplin begann, endet in müheloser Klarheit. Die acht Glieder sind keine Stufen, die es zu erklimmen sind – sondern Dimensionen des Bewusstseins, die es zu verfeinern gilt. (Quelle)
Es ist anzumerken, dass im Westen das Konzept Samadhi erstmalig um 1880 herum von den Theosphen um H. P. Blavatsky, insbeondere W. Q. Judge, bekannt gemacht wurde. In Echoes of the Orient, Volume III ging Judge bereits auf die Gefahren eines von Egostreben verunreinigten Strebens nach Samadhi ein: negative astrale Überschattung und Mediumschaft. (KÔ-SEN)
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Zuletzt aktualisiert: 12.04.2026 von Heinz Knotek






