OM – AUM! Mutter aller Gebete und Schöpfungssymbol

Mit einem Essay von W. Q. Judge (April, 1886)

om-openAum!

Die Theorie vom Urknall unseres dreidimensionalen Universums erfreut sich ungebrochen allgemeiner Beliebtheit, obwohl nach neueren Thesen, etwa der String-Theorie, die Wirklichkeit aus mehr als nur drei (oder vier, ordnet man den drei Raumachsen die Zeitachse hinzu) Dimensionen bestehen könnte, und nicht klar ist, ob und wie die Urknall-Theorie sich damit verträgt.

Was die „exakte“ Wissenschaft als Erkenntnisfortschritt feiert, war längst Teil der Weisheitslehren und dort nachzulesen. Statt mittels kühl-technischer Begriffe, wie „Ur-Knall,“ kommen mehrschichtige Symbole zum Einsatz. Prominentestes Symbol: die Silbe OM (AUM). Jedem Yoga-Übenden geläufig, reflektiert die Silbe nicht Geringeres als den phänomenalen Zusammenhang von Entstehung, Erhaltung und Zerstörung des Universums – kurz: OM ist Schöpfungssymbol. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Chronik eines angekündigten Krieges

Primitiver Russenhass – aus Erfahrung wirksam

Während die Russen vollständig abgezogen sind, ist Deutschland unverändert mit einem Netz von US-Stützpunkten überzogen. Etwa Garmisch-Partenkirchen. Die bei US-Militärs beliebte ehemalige Wehrmachtskaserne dient unverändert u. a. als „Zentrum für Freizeit und Erholung der US-Streitkräfte“ (Edelweiss Lodge and Resort) - nach getaner „Arbeit" an den Kriegsschauplätzen dieser Welt. Photo released by GCMC Public Affairs Office, photo taken by Karlheinz Wedhorn, US Gov't contract photographer for official use - public domain work.

Während die Russen vollständig abgezogen sind, ist Deutschland unverändert mit einem Netz von US-Stützpunkten überzogen. Etwa Garmisch-Partenkirchen. Die bei US-Militärs beliebte ehemalige Wehrmachtskaserne dient unverändert u. a. als „Zentrum für Freizeit und Erholung der US-Streitkräfte“ (Edelweiss Lodge and Resort) – nach getaner „Arbeit” an den Kriegsschauplätzen dieser Welt. Photo released by GCMC Public Affairs Office, photo taken by Karlheinz Wedhorn, US Gov’t contract photographer for official use – public domain work.

Das erste Mal ging noch schief. Bereits 2008 versuchte Arsenij Petrowytsch Jazenjuk die politisch notorisch instabile Ukraine in die NATO zu navigieren, indem er gemeinsam mit Staatspräsident Juschtschenko und Ministerpräsidentin Tymoschenko an Volk und Parlament vorbei schriftlich um Aufnah­me in das US-domi­nier­te Militärbündnis bat. Proteste der Opposition mit den für die Ukraine wohl typischen Blockaden von Regierungs­ge­bäu­den ließen das Husarenstück scheitern. Vorerst. Der zweite Versuch war nun besser geplant und logistisch generalstabsmäßig vorbereitet. Selbst an eine Kaskade von Dixiklos auf dem Maidan wurde gedacht. Die Russen lieferten langfristig das optimale Zeitfenster. Die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi, als Charme-Offensive Russlands an die Welt inszeniert, würden das Land außenpolitisch sedieren und – ganz beschäftig mit der inneren Sicherheit – militärisch binden. Fast wäre es wieder schief gegangen. Die legitime Regierung Janukowitsch hielt sich länger als erwartet – über Sotschi hinaus. Weiterlesen

Buddhismus – Philosophie, die Gleichmut schafft und Frieden stiftet

Die Religion, 1819, Philipp Veit, Berlin © Kô-Sen 2009DIE RELIGION von Philipp Veit
Städtisches Museum Berlin.

Bild: Kô-Sen

Religiöse Konflikte halten die Welt in Atem. Die Kontrahenten sind im Wesentlichen: Christen und Moslems, Juden und Moslems, Moslems und Moslems, Christen und Christen, Hindus und Moslems, Hindus und Christen. Seit den Gräueltaten im Zweiten Weltkrieg ist es zwischen Christen und Juden friedlich, auch wenn der Papst gelegentlich die Juden mit vorsintflutlicher Polemik attackiert.

Buddhisten treten in tagespolitischen Brennpunkten, wenn überhaupt, nur dann in Erscheinung, wenn es um Protest gegen – vor allem staatliche – Gewalt geht, wie zum Beispiel in Tibet. Leider hat der prügelnde Mob in buddhistischen Roben vor einem Jahr in Tibet das Jahrtausende alte Bild beschädigt, dass Buddhisten GRUNDSÄTZLICH friedfertig sind. Dennoch gilt: Buddhismus ist eine Philosophie, die Gleichmut schafft und Frieden stiftet. Weiterlesen

Islamkritik: Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen

Hasst der Westen den Islam?“ lautet die klagende Headline in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung links_yellow.gif, in dem sich der ägyptische Schriftsteller Alaa Al-Aswani gegen die zunehmende Islam-
feindlichkeit im Westen wendet. Man würde, so der Autor, den Islam völlig falsch auslegen. Als Alternative bietet er eine mehr allegorische Deutung des Koran an, vor allem bei den Passagen mit Gewaltexzessen. In einem Leserbrief links_yellow.gif hat der Islamwissenschaftler Lutz Richter-Bernburg auf unwiderlegbare Weise auf den methodologisch falschen Ansatz einer solchen Islamauslegung hingewiesen. Al-Aswani würde exakt denselben Fehler machen, wie jene Leute, die meinen, im Koran Rechtfertigung für Mordlust und Aggression zu finden: einen überlieferten Text unkritisch wörtlich nehmen.

Konzertkirche Neubrandenburg © Kô-Sen 2009Kirche ohne Schriftgelehrte: Vom Dombau zur Konzertkirche – in Neubrandenburg wurde dadurch ein wahrhaft überkonfessioneller Andachtsraum geschaffen. (*)

Al-Aswani würde, so Richter-Bernburg, ebenfalls den Koran wörtlich nehmen, nur eben anders auslegen. Damit ließe sich aber die aus dem Koran ableitbare Kriminalisierung der Apostasie nicht auflösen. Eine kritische Analyse des heiligen Textes und eine Abkehr von wörtlicher Auslegung wären stattdessen unumgänglich. Ohne jeden Zweifel hat der Professor Recht in der Sache. Doch wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen. Weiterlesen

Bedeutung religiöser Metaphern

Wenn ein hysterischer Mob im Namen seiner Nation und seiner Religion zum Knüppel greift und Menschen anderer Herkunft und anderer Religion im „religiösen Zorn“ ermordet, scheint der Tiefpunkt menschlicher Niedertracht und Dummheit erreicht. Fast immer stecken hinter den aufgewiegelten Massen demagogische Priester, die den ungebildeten Massen das Gift wörtlich gedeuteter religiöser Metaphern ins Ohr geträufelt haben.

Das Schwein - religiöses Symbol für den Sinnenmenschen © Bild: Kô-SenPiggy – in der REISE IN DEN WESTEN symbolisiert er den liebenswürdigen Vielfraß. (*)

Taoismus und Buddhismus erweisen sich dem gegenüber als wahre humanistische philosophische Systeme. Metaphern bleiben Metaphern. Kein taoistischer oder buddhistischer Priester käme auf die absurde Idee, seine Zuhörer etwa aufzuhetzen, Andersgläubige in die Hölle zu schicken, weder wörtlich noch sprichwörtlich. Denn die Hölle ist im sprichwörtlichen Sinne weniger ein Ort im Jenseits, sondern vielmehr ein Zustand im Diesseits. Weiterlesen