Schleichende „Fundamentalisierung“ öffentlicher religiöser Debatten

Friedrich I. Barbarossa als Kreuz-
fahrer – Miniatur aus einer Hand-
schrift von 1188.
Abb. gemeinfrei

Mein Gott, dein Gott, unser Gott? Mein Gott! Wenn sich auf dem indischen Sub­kontinent fanatische Moslems und reaktionäre Hindus mal wieder gegenseitig ihre Gotteshäuser ab­fackeln und die anderen Anhänger massakrieren, dann hört sich das vom „aufgeklärt-demokratischen“ Westen aus wie eine Geschichte aus dem fernen und mutmaßlich dunklen Mittelalter an.

Doch der Eindruck täuscht. Deutschlands neuer Innenminister, Hans-Peter Friedrich, gibt gern den entschlossenen „Gorge-Double-U-Klon“, mit Deutschlandfahne am Revert und suggestiven Sätzen wie diesen: Unsere Kultur ist christlich-abendländisch. Derweil verbrennen fanatische evangelikale Dorfbewoh­ner in den USA öffentlich den Koran1. Sich mit den Feinseligkeiten unter Anhänger von Verkünderreligionen auseinandersetzen ist eigentlich nicht bevorzugte Sache des Suchers auf dem Pfad. Doch auf die schleichende „Fundamentalisierung“ öffentlicher religiöser Debatten sollte jeder klar denkenden Menschen ein wachsames Auge werfen. Weiterlesen