Gibts bald ‘ne Revolution? Bäng, bäng, bäng: was soll der Krach!

Die Zivilgesellschaft wird brüchig. Irgendwie geht es aber noch weiter. Kommt eine Revolution? Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Die Zivilgesellschaft wird brüchig. Irgendwie geht es aber noch weiter. Kommt eine Revolution? Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

„Die Revolution oder Berlin Tag und Nacht“ – Die Deutschrockgruppe KRAFTKLUB hält der vielgerühmten Zivilgesellschaft deut­scher Prägung mit ihrem aktuellen Hitparaden­stürmer „Schüsse in die Luft“ ein düsteres Abbild ihrer selbst vor. Mittels Internet-Technik gleichgeschaltete Jugendliche, mit Blödel-TV abgelenkte Massen und ein ängstlich um seinen Besitzstand besorgtes Kleinbürgertum bilden die Mehrheit einer Gesellschaft, in der Selbstbezug, Angepasstheit und kleinmütige Rezeption der herrschenden Innen- und Außen­politik prägend sind. Setzt Mitteleuropa gerade eine in der Menschheitsgeschichte bislang einmalige Phase weitgehender Fried­fertigkeit und wirtschaftlicher Beständigkeit aufs Spiel? Immer größere in prekären Verhältnissen lebende Massen, willige Unterordnung der Regierung unter das wirtschaftliche (TTIP), politische (Sanktionen gegen Syrien und Russland) und militätrische (NATO) Diktat des imperialen Wahns eines selbsternannten „Weltführers“ rücken längst überwunden geglaubte Dämonen eines barbarischen Umgangs von Völkern und Staaten miteinander und selbst den atomaren Untergang in mutmaßlich greifbare Nähe. Das wiederum erweckt den ebenfalls scheinbar überwun­denen Geist selbsternannter Weltverbesserer, die Kraft retrospektiver Idealisierung des 1989 implodierten Sozialismus-Experiments bei gleich­zeitiger Verharmlosung der bis dahin verübten nicht minder barbarischen Verbrechen auf neue revolutionäre Experimente hoffen. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Gott – eine „unsterbliche“ Widerspiegelung

Der kirchenchristliche Ursprung der Ostereiersitte ist unbekannt. Dennoch erfährt der dekorationsintensive Brauch erwartungsgemäß auch Ostern 2011 eine erneute Steigerung. Kaum ein Baum im öffentlichen Raum ist sicher vor einem wollüstig bunten „Gehänge“ aus grellbunten Kunststoffeiern. Es ist kein Zufall, dass das Kirchenchristentum die materielle Auferstehung seines Gottes genau auf die Zeit gelegt hat, an der die vormals „heidnischen“ Völker die zum frühlingshaften Leben wiedererwachte Natur mit Austreibungsritualen (gegen den tödlichen Winter) und Fruchtbarkeitskulten lustvoll feierten.

Osterdekoration im öffentlichen Raum – kindlich verspielt und spirituell sinnfrei. (*)

Die Mystiker, Weisen und Sucher auf dem Pfad aller Zeiten brauchten für die Auferstehung Gottes kein sinnliches Spektakel einmal im Jahr. Gott ist für sie nichts Anthropomorphes, kann daher mit den Sinnen auch nicht wahrgenommen werden, ist deshalb weder „sterblich“ noch in der Not, (wieder)auferstehen zu müssen. Gott ist wie eine Widerspiegelung, meint treffend Anna Kingsford1 in ihrem mystischen Lebenswerk: The Perfect Way or, The Finding of Christ. Weiterlesen

  1. Anna Bonus Kingsford, 1846-1888, englische Mystikerin und Theosophin