Party-Patriotismus geht die Luft aus, Glück gehabt!

Nicht auszudenken – Heerscharen von siegestrunken lauten Deutschen in „Kriegsbemalung“ ziehen durch Warschau oder Kiew. Das letzte Großereignis deutscher Siegesfreuden hatten die polnische und ukrainische Hauptstadt im Zweiten Weltkrieg zu ertragen; im Zuge der Eroberung durch Soldaten der faschistischen Wehrmacht. Miesepeterei? Mitnichten. Party-Patriotismus ist Nationalismus, haben Sozialwissenschaftler nachgewiesen.

Nationalstadion Warschau. Foto: Mateusz Włodarczyk

Rufe wie „Sieg! Sieg!“ haben im Wesentlichen die gleiche Triebquelle wie der fatale Ausruf „Sieg Heil!“. Vordergründig ist alles nur Spaß und ungeheuer lustig. Das dachten womöglich auch die brüllenden Massen von 1933. Die grotesk feindselige Reaktion vieler Fußballfans auf den lächelnden TAGESTHEMEN-Moderator deutsch-italienischer Abstammung Ingo Zamperoni nach dem 0:2 gegen Italien zeigen beispielhaft, dass hinter der Spaßfassade sehr wohl der Dämon der Fremdenfeindlichkeit und ethnischen Ausgrenzung lauert. Weiterlesen

Auferstehung von den Toten – „lediglich“ eine Frage richtigen Denkens

Vor allem Wünsche und Begierden treiben uns an und halten uns auf Trapp. In dem unterscheiden wir uns kaum von unseren – evolutionär betrachtet – jüngeren Geschwistern, den Tieren. Doch anders als Hund, Vogel oder Ratte können wir mit Hilfe unseres Gehirns jederzeit aus dem Begierden-Kreis von Vorlieben und Abneigungen heraustreten und die Daseinsebene des DENKENS betreten.

Auferstehung von einem tod-ähnlichen Leben? Ist vor allem eine Frage des richtigen Denkens. (*)

Gelingt das nachhaltig und vollkommen bewusst, dann nähert man sich der unsterblichen Seele. Echte „Auferstehung von den Toten“ wäre demnach „lediglich“ eine Frage richtigen Denkens. Weiterlesen

dOCUMENTA (13) – Licht am Ende der Sackgasse

Mit fotografischen Ansichten auf die dOKUMENTA (13)

Kriegseinsätze, letztlich etwas erschreckend Profanes. Bild: Heinz Knotek

Kriegseinsätze, letztlich etwas erschreckend Profanes. Bild: Heinz Knotek

Kunst für das vergängliche Ego oder die unsterbliche Seele? Das scheint die Frage, die sich der Besucher mit einer mehr spirituellen Lebenshaltung beim Gang über die 13. DOCUMENTA stellt. Doch wenn Kunst für das vergängliche Ego eben dieses Ego irgendwie harmonisiert, inspiriert, durchlässiger macht, dann ist auch Ego-Kunst gut für die Seele und damit auch Kunst für die Seele. Spaniens Banken wollen sich vermutlich bald unter den Rettungsschirm flüchten, kann man im Autoradio auf der Fahrt nach Kassel hören. Unsere Gesellschaft ist in der Sackgasse, nicht nur allegorisch. Auch künstlerisch, wird man merken, wenn man durch die erhabenen Hallen des Fridericianums schlendert. Sackgassenkunst. Sie lässt ein Licht aufscheinen, am Ende der Sackgasse. Was kann der Seele besseres passieren? Weiterlesen