Hetze gegen andere Völker und Staaten – wiederholt sich Geschichte?

Geordnet erst in den Krieg und dann in den Untergang? | Bild: Heinz Knotek / TrinosophieBlog

Geordnet erst in den Krieg und dann in den Untergang?

So muss es den Menschen ergangen sein, die vor 80 Jahren das Bekenntnis von Adolf Hitler zum Frieden hören mussten und machtlos sahen und wussten, dass der Mann und seine Horden damit lediglich ihre Hetze und ihr Kriegstreiben flüchtig ummantelten. Sie mögen sich gefragt haben: Sieht denn niemand diese Demagogie? Und sie mögen daran verzweifelt sein, wie alle um sie herum arglos ihrem Alltag nachgingen. Die Hetze hin­nah­men. Und wie sehr viele davon zustimmend mit dem Kopf nickten und vorausschauend befehlsgehorsam die Hand zum Führergruß hoben. Und wie alle untergingen. 2014, also 80 Jahre später, scheint sich Geschichte zu wiederholen. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Die formatisierten Kinder von Neubeuern

Digitales Atmen. (*)

Sie sitzen in einheitlicher Schuluniform vor einheit­lichen Tablet-PCs1. Vor den Fenstern der Privatschule die lebendige Kulisse des Kultur­dorfs Neubeuern, in­mit­ten der Natur des Alpenvor­landes. Drin­nen keine Bücher, die man ver­ges­sen kann. Kein Col­legeblock der leer ist. Also kein Blatt das man bei seinem Sitz­nachbarn erfragen müss­te. Keine Stifte die man spitzen muss. Alles forma­ti­siert und auf Knopf­druck und per „wisch-und-weg“ abrufbar. Schü­ler solcher Schulen sind jetzt Dialogpartner von – Maschi­nen. Wobei die Maschinen das WIE und WAS vorgeben, das wiede­rum ein Über-Administrator in den Ein­stel­lungen des Schul­netz­werkes festgelegt hat. Keine Möglichkeit mehr, eine bedrückte Stimmung durch Unordnung auf der Schulbank zu signa­lisieren. Kein Grund mehr da, seine Fähigkeit zur Selbstorganisation zu trainie­ren, in dem man am Vorabend des Schulta­ges seinen Ranzen packt. Stattdes­sen die Illusion eines omnipräsenten WLAN, das in Wirk­lichkeit Ausdruck einer omnipo­tenten Kontrollmacht ist. Denn natürlich kann es nur kontrollierten und reglementierten Zu­gang ins Internet geben. Der Eintritt in diese „schöne neue Welt“ kostet um die 33.000 Euro im Jahr. Ist das die Schule der Zukunft? Sollen wir freudig darauf warten, dass das digitale Atmen bald auch in den Schulen fürs Volk ankommt. Oder besser beten, dass Gott das den Reichen und Schönen überlässt, wenn er will auch als Denkzettel? Weiterlesen

  1. s. Süddeutsche Zeitung: „Google statt Gehirn“, 29. September 2012