Fataler Traum vom Guru

Mit Essay CLAIMING TO BE JESUS von W. Q. Judge

Sphinx – Torwächter zur
Wahrheit.
(*)

Wieder einmal hat der fatale Traum vom Guru Menschen­leben gekostet. In einem knapp 10.000 Dollar teuren Seminar von US-Motivationstrainer James Ray haben drei Menschen die vom Guru suggerierten Praktiken nicht überlebt. Andere erlitten Verletzungen. Die bis zur Selbstauf­gabe gehende Guru-Hörigkeit hat im westlichen Kulturkreis Tradition. Dabei werden meist nur extreme Fälle bekannt.

Die Medien recherchieren immer dann etwas genauer, wenn die Verehrung eines Gurus etwa zu Kindesmissbrauch führt oder tödlich endet. Dann stellt sich plötzlich heraus, dass manch charismatischer „Meister“ neben glühenden Anhängern auch eine unsichtbare Spur von Opfern hinter sich herzieht. Menschen, die ein Leben lang an Körper und Geist beschädigt wurden. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Zeitung stellt Dortmund für angeblich geringes Engagement gegen Neonazis an den Pranger

Wer B nicht hören möchte darf nicht mit A-Sagen beginnen

Abendliches Panorama von Dortmund. Foto: Lucas Kaufmann/Dortmund

Abendliches Panorama von Dortmund. Foto: Lucas Kaufmann/Dortmund

„Pott hässlich“ – so die Headline der Süddeutschen Zeitung Mitte April 2015, die damit in einem Bericht auf die Dortmunder anspielt, die sich nach Meinung von Autor Bernd Dörries zu wenig gegen die Aktionen von Neonazis in ihrer Stadt engagieren. „Zonen der Angst“ gäbe es doch bislang nur im fernen deutschen Osten, in Sachsen oder Mecklenburg-Vorpom­mern, nicht aber im eher linken NRW. Und nicht nur das. Seit Mai 2014 haben die rechtsextremen Parteien NPD und DIE RECHTE sogar je einen Sitz im Stadtrat. Die Dortmunder für diese Situation publizistisch anzuprangern ohne tiefer nach Ursachen zu graben ist ein weiteres Lehrstück an Tendenz-Journalismus. Weiterlesen

Thema verfehlt: Zeitung verwechselt After-Esoterik mit Esoterik

teaser_rafael.jpgEsoterik pur: Detail mit Py-
thagoras aus der SCHULE DER
ATHENER von Raffaello Sanzio,
1509.
Abb.: Public domain

Die Süddeutsche Zeitung hat am Wochenende auf der ansonsten für guten Journalismus berühmten SEITE DREI einen besonderen Klischeeeintopf angerührt und aufgekocht. Der Journalist Birk Meinhardt be­suchte dazu nach eigenen Anga­ben eine Esoterikmesse, bewegte viele Mails und hat in mindestens zwei Gasthöfen Stammtisch- Ergüsse mitgeschrieben. Das reichte ihm, um sich selbst zu bestätigen, was er offenbar schon erwartet hatte: Esoterik ist dubios und neigt zu rechtsradikalem Gedankengut. Vielleicht sollte Meinhardt (noch) einmal das gerade erschienene Buch über die Erfolgsgeschichte der SEITE DREI lesen. Dann hätte er vielleicht dem erhabenen Format und dem Leser seinen unsachlichen und lausig recherchierten Schreibversuch erspart. Dennoch reflektiert der Bericht Phänomene, die für den Sucher beachtenswert sind. Weiterlesen

Waldorfschulen: Rudolf Steiner soll abgeschrieben haben

Hessen ist bei Aussteigern aus Waldorfschulen ein Geheim­tipp. Wer feststellt, dass sein Kind im besten Lernalter mit Geige spielen, Holzhütten bauen oder Gewänder schneidern nicht wirklich „fit für das Leben“ in einer Informationsgesellschaft wird, hat in einigen Bundesländern mit Problemen zu kämpfen. Die Rückkehr ins Schulsystem ist an Fristen und Bedingungen geknüpft. Wer die nicht erfüllt hat Pech.

xl_gemuese.jpgMit Steiner-Magie angebautes Demeter-Gemüse ist beliebt
(Bild: Trinosophie-Blog)

Hessen jedoch macht einen Übertritt einfach möglich. Wer eine hessische Oma besitzt oder sich vorübergehend einen zweiten Wohnsitz leisten kann hat Glück. Denn der Jugendliche muss lediglich hier wohnen. Nach der Wieder-Einschulung ist noch ein Schuljahresabschluss zu erreichen. Gelingt der, zieht man wieder zurück und kann jetzt daheim ohne Hinderung eine Realschule oder ein Gymnasium besuchen. Weiterlesen