Immer intelligentere Technik lullt das Denken ein und macht phlegmatisch

Ikone des Einsiedlers Onophrios1,
4. Jh.
Abb. gemeinfrei

Ein amerikanischer Zen-Buddhist bereiste in den späten 1980er Jahren China und gelangte eines Tages an einen schwer zugänglichen Berg auf dem sich ein taoistisches Kloster voll mit empörten Mönchen befand. Die Taoisten waren erbost darüber, dass die Regie­rung in Peking ihren Berg an das Stromnetz anschließen wollte, angeblich – so die Mönche – um die Lebensbedingungen zu ver­bes­sern. Doch für die Taoisten war das harte Leben ohne zivilisatorische Bequemlichkeiten keine Last und auch nicht Ausdruck von Rückständlichkeit.

Technik und Bequemlichkeit tendieren dazu, das Denken ein­zu­lullen, die Sinne abzustumpfen und die Kreativität zu dämpfen; kurz die Persönlichkeit zu „phlegmatisieren“. Je intelligenter die Technik, um so stärker. Von den erwähnten Mönchen entzo­gen sich viele dem oktroyierten Fortschritt durch Rückzug in noch unzugänglicher Tiefen des Gebirges. Und was können wir tun? Weiterlesen

  1. Die Religionen aller Hochkulturen kennen die mystische Tradition des enthaltsamen Einsiedlers, hier aus der Zeit des Byzantinischen Reiches.

Wozu Religionen? (IS RELIGION NECESSARY?)

Wenn man bei klarem Verstand und mit wachem Bewusstsein die pseudowissenschaftliche Begründung der „Seligsprechung“ eines Papstes verfolgt, kann man genau so nur mit dem Kopf schütteln wie beim Lesen der hysterischen Hasstiraden muslimischer Prediger, die unwissenden sozial Benachteiligten den unaufhaltsamen Sieg des Islam – auf Kosten der Leben „Nichtgläubiger“ – verheißen.

Feuer-Mord im Namen Gottes: Jan Hus auf dem Scheiterhaufen, Spiezer Chronik (1485). Abb. gemeinfrei

Auch der selbstgerechte Fanatismus von Evangelikalen und radikalen Hindus wirken wie Fiebersymptome einer kranken Gesellschaft. Dem nüchternen Denker mag sich da die Frage aufdrängen: wozu Religionen? Die Zeitschrift THE THEOSOPHICAL MOVEMENT geht in ihrer Ausgabe Oktober 2010 dieser Frage aus Sicht der Weisheitslehren nach. Sie fragt: IS RELIGION NECESSARY? Weiterlesen

Buddhismus – Philosophie, die Gleichmut schafft und Frieden stiftet

Die Religion, 1819, Philipp Veit, Berlin © Kô-Sen 2009DIE RELIGION von Philipp Veit
Städtisches Museum Berlin.

Bild: Kô-Sen

Religiöse Konflikte halten die Welt in Atem. Die Kontrahenten sind im Wesentlichen: Christen und Moslems, Juden und Moslems, Moslems und Moslems, Christen und Christen, Hindus und Moslems, Hindus und Christen. Seit den Gräueltaten im Zweiten Weltkrieg ist es zwischen Christen und Juden friedlich, auch wenn der Papst gelegentlich die Juden mit vorsintflutlicher Polemik attackiert.

Buddhisten treten in tagespolitischen Brennpunkten, wenn überhaupt, nur dann in Erscheinung, wenn es um Protest gegen – vor allem staatliche – Gewalt geht, wie zum Beispiel in Tibet. Leider hat der prügelnde Mob in buddhistischen Roben vor einem Jahr in Tibet das Jahrtausende alte Bild beschädigt, dass Buddhisten GRUNDSÄTZLICH friedfertig sind. Dennoch gilt: Buddhismus ist eine Philosophie, die Gleichmut schafft und Frieden stiftet. Weiterlesen

Du bist Bodhisattva! – Altruismus als spirituelles Ideal

Bodhisattva sein ist vor allem eine Lebenshaltung. Wie das Kind, das sich von früh an vornimmt, Flugkapitän zu werden, später als Jugendlicher alle Bücher über das Fliegen verschlingt, schließlich versucht, sich über Berufsausbildung und Studium dem TRAUMBERUF zu nähern. Vielleicht Rückschläge hinnehmen muss. Dann, früher oder später, es geschafft hat und Flugkapitän wird.

Copyrights 2008 Ko-SenBodhisattva-Ideal: Wolken in den Garten holen? Bild: Ko-Sen

Was genau ist ein Bodhisattva? Die ungefähre Definition klingt recht abgehoben: Eine Seele, die gelobt, auf die „ewige Seeligkeit“ von Nirvana und Erleuchtung zu verzichten, die sich stattdessen freiwillig inkarniert, um im Einklang mit dem Karma-Gesetz den fühlenden Wesen zu helfen, die noch hoffungs- und ahnungslos, an das Rad der Wiedergeburt gekettet sind. Uff… Was heißt HELFEN? Und wer ist schon NICHT ans Rad der Wiedergeburt gekettet? Weiterlesen

Dalai Lama: Seine Heiligkeit auf irdischen Abwegen

Angela Merkel als unerschrockene Kämpferin für Religionsfreiheit? Auch wer seine Sinne vor dem schrillen Polittheater zu verschließen sucht, musste verdutzt „hingucken,“ als der Dalai Lama in Berlin von der deutschen Regierungschefin trotzig empfangen wurde.

xl_lhasa.jpgDer Potala-Palast in Lhasa, früher Sitz des Dalai Lama (Foto: Pixelio.de)

Wer aber jetzt meinte, was nicht zusammengehört, passe vielleicht doch zusammen, wurde ganz schnell ENT=TÄUSCHT. Weiterlesen

Kundalini: Treibende und überwindende Kraft der Sexualität

xl_tierpaarung.jpgWie kultiviert man ihn auch betreiben mag, Sex bleibt ein
animalischer Vorgang
(Foto: Pixelio.de)

Ein chinesischer Kaiser fragte einmal einen über 140 Jahre alten taoistischen Weisen, wie er es denn geschafft habe, so alt zu werden und gleichzeitig so vital zu bleiben. „Ich habe nie eine Frau berührt,“ so die knappe Antwort. Darauf enttäuscht der Monarch: „Warum aber dann so alt werden…?“ In den Weisheitslehren aller Kulturen gilt sexuelle Enthaltsamkeit als entscheidender Schlüssel zur Erlangung von … ja von was eigentlich? Weiterlesen

Learning to Pay Attention – Lernen, konzentriert zu sein

tsungmi2.jpgErleuchtung und Täuschung, alles
eine Frage des Mind (Abb. frei
nach Tsung-mi/Trinosophie-Blog*)

Unerwünschtes Gedankenkreisen lässt sich wirksam mit Meditation bannen. Dazu setzt man sich in Stille in Meditationshaltung und lenkt alle Konzentration auf den natürlich ein- und ausströmenden Atem. Wenn bald darauf – wie gewohnt – alle möglichen ungerufenen Gedanken auftauchen, lässt man die einfach an sich vorbei ziehen. Nichts als Einatmen, Ausatmen, Einatmen … Die Technik funktioniert – das hat eine im Online-Journal PloS Biology veröffentlichte Studie nachgewiesen. Schon ein dreimonatiges strenges Meditationstraining führt zu einem nachhaltigen Umbau in den für Konzentration zuständigen Hirnarealen. Weiterlesen

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