Komasaufen Jugendlicher: Ich saufe, also bin ich

Die Öffentlichkeit ist ratlos: Selbst wenn Jugendliche nach einem Alkoholexzess auf der Intensivstation landen, lassen sie unmittelbar danach nicht vom Alkoholmissbrauch ab. 17 Prozent der Befragten machen nach einem Klinikaufenthalt weiter wie bisher oder trinken sogar noch mehr, hat die Studie „GEK-Report Krankenhaus 2008“ der Gmünder Ersatzkasse ergeben. Tendenz steigend.

Beer © Kô-Sen 2009Alkohol in Mengen konsumiert erzeugt Übelkeit und Schmerzen – greifbare Beweise dafür, dass man IST. (*)

Durch spektakuläre Aufklärung, etwa ekelerregende Plakataktionen und mehr pädagogische Betreuung in Schule und Freizeit soll das Problem angegangen werden. Wohlweislich wird öffentlich kaum über die URSACHEN des Phänomens reflektiert. Denn auch Heerscharen aufklärender Sozialpädagogen können nicht den Grund für die Flucht ins Komasaufen trocken legen – der nicht erkennbare Sinn am Dasein, das Fehlen jeglicher Ideale und der Zweifel an der Aufrichtigkeit der Erwachsenenwelt. Das Trinken in den Vollrausch hingegen liefert eine GREIFBARE BEFRIEDIGUNG, die Gewissheit: Ich saufe, also bin ich! Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Gefährliche Gefühle

Ein norddeutscher Jugendsender ruft seine Millionen Hörer nachdrücklich dazu auf, sich typisieren zu lassen. Im Interesse von an Leukämie erkrankten Mitmenschen. Und sowieso wird immer wieder öffentlich vorwurfsvoll gefordert, die Deutschen mögen sich endlich bereit erklären, ihre gebrauchten Organe zu spenden, wenn sie denn der Tod ereilen sollte.

Das Knochenmark enthält verschiedene Vorläuferzellen von Blutzellen. Grafik: Gray’s Anatomy

Beide Kampagnen appellieren mit bewegenden Werbespots an das Gewissen der Menschen und versuchen offen Schuldgefühle auszulösen. Gefährliche Gefühle – denn undifferenzierte Spenderbereitschaft ist nicht frei von Risiken und Nebenwirkungen. Weiterlesen