[Archiv-Auswahl] Was kommt danach?

Selbst atheistische Denker fragen sich gelegentlich besorgt – was kommt danach? Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts konnten sich nach Verbesserung ihrer Lage sehnende Menschen noch immer einen idealen Ort ausmachen an den überzusiedeln die Erfüllung allen Sehnens versprach.

Eidechse als Mitbewohner. Foto: Aska

Und für die, die statt zu fliehen eine Änderung der Welt im Kleinen oder Großen erhofften, gab es jede Menge Konzepte, wie bestehende Gesell­schaftsformen überwunden und neue geschaffen werden konnten. Doch nach zwei Jahrzehnten Globalisierung im Informationszeitalter wird klar: Es gibt weder Orte, noch Konzepte als Alternative zum Bestehenden. Zu­gleich wird aber auch klar: So wie es ist kann es nicht bleiben. Aber was wird dann? Der Blick in die Zukunft offenbart ein weites leeres Nichts.

Alles entpuppte sich als Illusion

Wie gut hatten es doch die europäischen Tagelöhner und Leibeigenen. Sie konnten hoffnungsvoll nach Amerika auswandern. Glücklich die Ostdeutschen – eine dicke Mauerwulst schränkte nicht nur ein, sie nährte auch den Traum von Reisen und allzeit Bananen im Angebot. Beneidenswert die Kommunisten, die das goldene Paradies als kommu­nistische Gesellschaftsform zum Greifen nahe wähnten. Alles aber entpuppte sich als Illusion. Genauso wie die Großmachtfantasien US-amerikanischer Wirtschaftsbosse, Generäle und Politiker auf eine nahende Zeit ohne Geschichte in einer von ihnen dominierten Globalwelt – nach dem Zusammenbruch von Ostblock und Sowjetunion. Kein Ort. Kein Konzept. Nur ein vages „es wird schon irgendwie weiter gehen.“

Sójka (poln.) – Eichelhäher. Foto: Aska

Was könnte es denn sein, wenn Autos stehen bleiben, russische Oligar­chen unseren Heizungen kein Öl mehr schicken, die Kunstwährung Euro womöglich nur noch wertloses Papier ist? Die Protagonisten von Ver­schwörung und Untergang kommen jetzt ins Spiel. Verhältnisse in Deutschland wie einst auf dem Balkan? Bürgerkrieg im Aldi? ASKA, eine polnische Freundin, hat sich neulich ein Stück Land gekauft. In Süd-Polen. Hierher rettet sie sich vor den Nöten eines zehrenden Bürojobs im Außenhandel. Hier tankt sie Energie. In einer E-Mail hat sie einmal davon geschrieben, wie es ihr dort so ergeht. Was, wenn sie damit eine mögliche Antwort auf die Frage nach dem WAS KOMMT DANACH gegeben hat? KÔ-SEN

What is Next? A possible answer?

By Aska

Since I have got this small piece of land, I have a feeling that I do understand all people or farmers who live in a village, who are bound with their land and suffer very much when they have to move out to the city. No, it is not about PROPERTY or POSSESSION , not about “being an OWNER”. It is something special, a feeling, that the land is a member of ones family.

Podgrzybek brunatny (poln.) – Maronenröhrling. Foto: Aska

At the moment when I arrive to the village for a weekend – all daily, city problems cease. Of course, in the same moment such prosaic and sometimes physically exhausting problems like watering or cutting the grass immediately appear. Prosaic – but giving a feeling of being a part of a big environment. No one orders me to do anything on my farm, but I know myself I have to water plants, otherwise they die. I know I must do all necessary things in a proper way and in due time, and if I do so, I enjoy results of my efforts. But if I fail and neglect something, I will see bad effects soon.

The EARTH is always ready to talk

Life at my farm teaches me every time to think over what I do, to foresee results and to bear consequences. It is a DIALOGUE between me and the EARTH. This is an action and re-action. The EARTH is always ready to talk. Never refuses to answer, and all what I can “hear” or “read”, is adequate to what I have done. There is no place for false relations or emotions. Sometimes heavy storms, rains, drought or other problems may make farmer’s life difficult, but it is just like an illness, for example Influenza. When the “illness” is over, everything comes back to “normality”.

Morgentau. Foto: Aska

Sitting on a chair with feet on a soft grass, listening bees working among flowers, observing birds teaching to fly their children, watching butterflies flying here and there… it seems to be a much better occupation than watching TV or doing other “city-activity”. No need to “play” any “life role”. The relation with the EARTH is so simple and clear. I just feel that I am.

Schreibe einen Kommentar