[Archiv-Auswahl] Kali Yuga – Barbarei kommt zurück um zu bleiben

Kali Yuga: Wenn kein Blaulicht mehr kommt... Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Kali Yuga: Wenn kein Blaulicht mehr kommt… Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Über das Kali Yuga lässt sich gut esoterisch reden, als unheilschwangere Theorie vom „dunklen Zeitalter“. Erstmals hat H. P. Blavatsky in ihrem epochalen Werk, ISIS UNVEILED: A Master-Key to the Mysteries of Ancient and Modern Science and Theology (1877), die Yuga-Zeitrechnung der Hindu-Philosophie im westlichen Kulturkreis einer interessierten Öffentlichkeit wieder ins Bewusstsein gerufen. Wenn plötzlich bisher als seriös geltende Tageszeitung in Goebbels-Manier frohlocken, dass einem anderen Land mit Sanktionen erfolgreich geschadet wurde, wenn wieder Feindbilder geschürt und gegen Völker geätzt wird, wenn ein Status Quo nichts mehr zählt, man sich die Änderung dessen exklusiv für sich beansprucht, dann scheint die Barbarei zurück, auf technisch hohem Niveau, und wie es aussieht, um zu bleiben. Wir sind mitten im Kali Yuga.

„Kali Yuga bring forth Black Adepts“

Nach dem Ende des kalten Krieges mochten Esoteriker aller Richtungen annehmen, dass mit den Gräueln der beiden Weltkriege – die da ja schon Geschichte waren – es mit dem Kali Yuga wohl gewesen sein wird. Doch nur Monate später wurde in Kroatien an den Plitvicer Seen das erste Mal scharf geschos­sen. Der Bürgerkrieg im untergehenden Jugoslawien nahm seinen Lauf. Die Barbarei des Mittelalters war im europäischen Billig-Ferienparadies wieder auferstanden. Das Kali Yuga war wieder da oder besser – es war zurückgekommen um zu bleiben, wie der nachfolgende Ausbruch der Barbarei in der Ostukraine, im Nahen Osten, in Syrien, im Irak… zeigt.

Schon um 1890 wies der irisch-amerikanische Mystiker und Theosoph W. Q. Judge auf die herausragende destruktive Rolle hin, die im Kali Yuga einst Amerika zufallen wird:

Kali Yuga, and in that age the Karma fitted to bring forth Black Adepts begins to act, and the seeds sown long ago sprout up more and more as the years of Kali Yuga roll on. Now as that dark age has 432,000 years, and only 5,000 of those have passed by, there has not yet been time to evolve the real black magician. But this civilization pre-eminently shows the seeds are sprouting, and nowhere with greater power than in America. Here the national characteristic is individualism, and that existing as a tendency of the nature will differentiate some day into individualism concentrated into some few men. Imagine this concentration as occuring in a future century when wonderful advances will have been made in knowledge of great forces of nature, and you can easily see without any need of prescience the future black magician1.

Wer sind die Black Adepts? Die Harry-Potter-Buchmeter haben in den letzten zehn Jahren weltweit ein unterhaltsam gruseliges Klischee von hässlich monströsen Gestalten, die mit magischen Tricks unschuldige Lichtgestalten ins Verderben stürzen gepflegt. Entscheidend jedoch war die „Achse des Bösen“. Mit Hilfe dieser magisch-suggestiven Wortschöpfung hat Amerika im kollektiven Bewusstsein des westlichen Kulturkreises erst eine nebulöse Angst vor „dem Bösen“ heraufbeschworen, um sie anschließend zunächst auf pathetische Weise bildhaft mit dem Islam zu assoziieren, um daraus wiederum die hegemonial-exklusive „Berufung“ abzuleiten, im Kampf gegen dieses Böse das Völkerrecht, die Freiheit und die Menschenrechte beliebig verletzen zu dürfen, im Namen und zum Schutze eben dieses Völkerrechts, dieser Freiheit und dieser Menschenrechte. Das reale Wirken eines „future black magician“?

„Herrscher werden eine Gefahr
für die ganze Welt darstellen“

Doch die Ära G. W. Bush war – wie sich zeigt – nur ein schwarzmagisches Aufwärmen. Ein echter großer Adept der schwarzen Kunst verkündet großmundig etwa in Prag in einer Rede das friedenstiftende Ende der Atomwaffen, während exakt am selben Tag die größte bunkerbrechende konventionelle Bombe aller Zeiten auf Geheiß des Adept-Redners gezündet wird – und dabei vor allem Schutz suchende Zivilisten tötet2. Es hat den Eindruck, W. Q. Judge beziehe sich in seiner Prophezeihung auf die Zeit um 2010 – und danach.

Das Wirken der „future black magicians“ am Beispiel Ukraine

© klagemauer.TV

Wenn Bush mutmaßlich nur magischer Vorabeiter war und Obama den ersten echten Adepten der dunklen suggestiven Kunst gibt, dann fragt man sich besorgt: Was kommt dann noch auf uns zu? Für eine Antwort ist es hilfreich, die Attribute des dunklen Zeitalters gemäß Hindu-Tradition näher zu betrachten. Ein Auszug.

  • Herrscher werden von Unvernunft geleitet und erheben außerordentlich hohe und ungerechte Steuern.
  • Herrscher werden sich von geistigem Wissen abwenden, ihre Untertanen nicht mehr beschützen und werden eine Gefahr für die ganze Welt darstellen.
  • Hunger oder wirtschaftlicher Not werden Völkerwanderungen ausgelöen.
  • Menschen werden einander im Zorn begegnen und ihre gegenseitige Feindschaft offen zur Schau stellen.
  • Traditionelle Lehren werden ignoriert.
  • Morde ohne jegliche Rechtfertigung werden begangen und die Menschen werden stolz darauf sein.
  • Sexuelle Ausschweifungen und Promiskuität werden um sich greifen und als wichtiges Element des Lebens betrachtet.
  • Tugenden werden durch Sünden abgelöst.
  • Menschen werden sich dem Genuss von Alkohol und Drogen hingeben.
  • Weise und spirituelle Lehrer, Gurus, werden keine Anerkennung finden.
  • Die Angehörigen der verschiedenen sozialen Schichten werden ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen.

Der ausufernde Individualismus einer kleinen, machtbesessenen und technikbetonten Elite, vor der W. Q. Judge warnt, ist in Gestalt der Obama-Administration zum realpolitischen Alltag geworden. Sie markiert den Beginn einer Ära, die gemäß unterschiedlicher Berechnungen mindesten noch zehn Jahre, vermutlich jedoch mehrere hundert Jahre, andauern wird. Mittelalter reloaded – nun mit iPhone, Drohnen und taktischen Atomwaffen? Der dreiste Anspruch, weltweit einen regime change zu initiieren, um letzlich lückenlos die Welt den eigenen macht- und wirtschaftspolitischen Interessen zu unterwerfen, und das mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, lässt nichts Gutes ahnen. Wir in Europa stehen noch vergleichsweise harmlos im Fokus. Hier geht es vorerst mit Freihandelsabkommen wie TTIP und TISA lediglich um eine Entnationalisierung der Völker und eine Neutralisierung der Parlamente. Doch irgendwann kann es auch hier zur Sache gehen und es kommt beim Notruf kein Blaulicht mehr. HEINZ KNOTEK

Linksunten:

ZDF Kubakrise: Wie sich staatliche Lügenpropaganda die Weltgeschichte zurechtbiegt

“Show”, “Spektakel”, “Durchhalteparolen” – die Pressekonferenz Putins in der deutschen Propaganda

  1. William Quan Judge, ECHOES OF THE ORIENT, compiled by Dara Eklund, Volume II, p. 244, San Diego, 1980
  2. REMARKS BY PRESIDENT BARACK OBAMA

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