Entwicklung der Menschheit – eine spätchristliche Utopie

Allgemein nehmen wir an, die Menschheit würde sich entwickeln. Und fahren wir nicht tatsächlich heute Autos, die sicherheitstechnisch und aus ökologischer Sicht unendlich von den Vehikeln entfernt sind, die – sagen wir mal – in den 1920-er Jahren gebaut wurden? Das entspricht den Tatsachen – und doch täuscht der Eindruck. Während die massenhafte Technisierung gleichzeitig technikfeindliche Bedingungen auf der Erde schafft – Abgase und Emissionen lassen das Klima erwärmen, Profitgier führt zum Veröden ganzer Landschaften, irgendwann geht der Technik schlicht der Saft aus – bleibt der Mensch, seinem Wesen nach wie er immer schon war.

Verfallene Industrieanlagen © Kô-Sen 2009Zeugnis von Werden und Vergehen: Vor sich hin rostende Industrieanlage. (*)

Eine Entwicklung der Menschheit gibt es nicht. Wird eine Errungenschaft als Entwicklung gefeiert wird, ist es nur eine Frage der Zeit, dass sie – sisyphosgleich – durch plötzlich entdeckte Risiken und Nebenwirkungen relativiert wenn nicht gar in Frage gestellt wird. Das war so und wird naturgesetzlich so bleiben. Wer anderes behauptet, fällt einer spät-christlichen Utopie zum Opfer. Das meint zumindest der englische Philosoph John Gray. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Olympische Winterspiele Sotschi: Verzweifelte Sinnsuche

Lenin mobilisiert mit seinen Ideen die Massen.Foto: Grigori Petrowitsch Goldstein (1870-1941)

Lenin mobilisiert mit seinen Ideen die Massen.
Foto: Grigori Petrowitsch Goldstein (1870-1941)

Vorbei die Zeiten, da Russland durch Ideen und Ideale, dessen äußere Manifestation die Weltmacht Sowjetunion war, also durch die Verkörperung politischer, ökonomischer und militärischer „innere Werte“, Aufmerksamkeit und Respekt – und auch Furcht – in der Welt hervorrufen konnte. Der Marxismus-Leninismus als weltanschauliches Ideal hat sich auf ganzer Linie als historische Verblendung erwiesen, der Millionen zum Opfer gefallen sind. Russland, als Sowjetunion-Verweser, ist eine Art gestrauchelter Dinosaurier im Koma auf der Suche nach einer neuen VOLKSSEELE und neuer Vitalität. Die Olympischen Winterspiele in Sotschi waren der verzweifelte Versuch, den Bewohnern des russischen Riesenreichs irgendeinen globalen nationalen Sinn zu geben. Das Ergebnis – mit seinen irrlichtenen virtuellen Animationen – ist mitleiderregend. Weiterlesen

Mahatma-Briefe: Originale in der British Library mit allen Sinnen aufnehmen

Eingang zum Gelände der British Library.Bild: Heinz Knotek

Eingang zum Gelände der British Library.
Bild: Heinz Knotek

Die Wahrheit liegt offen da. Jeder kann sich dafür an­melden. Dann liegt sie im Lesesaal für Manuskripte (manuscript room) bereit. Man packt die vier Folianten (mehr als vier dürfen am Stück nicht geordert werden), sucht sich mit ihnen im Arm einen freien Lese­platz. Dann berühren erst die Augen, dann vorsichtig die Finger, was vor fast genau 128 Jahren, im Oktober 1881, begann. Über eine bis dahin und seitdem einmalig direkte Brücke gelangten über mehrere Jahre hinweg Wahrheit, Wissen und Weisheit aus der Sphäre der Buddhas in die materielle Welt der Menschen. Die Rede ist von den Mahatma-Briefen an den britischen Journalisten A. P. Sinnett1. Weiterlesen

  1. Alfred Percy Sinnett (1840-1921)