Vatikan – Schluss mit freundlich

teaser_cues.jpgNikolaus von Kues (1401-1464),
Papststellvertreter und Mystiker

(Foto: Creative Commons)

ENDLICH, mag sich der Papst denken: Die Vernunft ist endlich auf dem Rückzug, das Volk wieder anfällig für die Droge „blinder Glauben“ und die abergläubische Lust an Wunder und Wundmalen.

Wer den Zeitgeist heiratet, ist morgen schon Witwer.

Das meint der neue Münchener Oberhirte und bisherige Trierer Bischof Reinhard Marx. Und bezieht sich dabei auf eine Haltung des unbeweglichen Anhaftens am Dogma. Doch ist das Angebot „stellvertretende Erlösung“ nicht selbst ein echtes Kind des Zeitgeistes? Nicht selbst verantwortlich sein, die Verantwortung anderen zuschieben, Konsequenzen eigenen Tuns nicht annehmen wollen? Doch auch das hat Tradition: Wein trinken und Wasser predigen. Weiterlesen

W. Q. Judge: Are we deserted? (Hat man uns aufgegeben?)

Gibt es Adepten, Mahatmas oder Bodhisattvas, die darüber wachen, dass es die Menschenkinder der Erde nicht zu toll treiben und die im Zweifel auch „einschreiten?“

aufgegebenAufgegeben? Sich selbst überlassen? Vergessen? (Foto: privat)

In China oder Indien gibt es dazu keine Zweifel. China hat sein Unsterblichen, Indien seine Rishis. Und Buddhisten haben eigentlich ihre Bodhisattvas. Während im Westen die Massen wieder zunehmend dem Aberglauben an einen anthropomorphen Gott und wundertätigen Heiligen im Namen Jesu frönen, stellt die moderne Buddhismus-Rezeption Bodhisattvas eher als Allegorie dar. Was eine Tragödie ist. Denn Bodhisattvas sind weder eine Allegorie, noch Aberglauben. Und wir haben ihren Schutz bitter nötig, mehr denn je. Weiterlesen

Erprobte Werkzeuge allein führen nicht zum Ziel

Autorisierte Übertragung aus dem Englischen

Nehmen wir an, ein Sucher hat bereits viele Jahre mit Nachdenken, Lesen, Diskutieren und dem Treffen von Lehrern verbracht. Möglicherweise hat er dabei sogar Menschen getroffen, von denen er annimmt, sie hätten das Ziel bereits erreicht.

ZugvögelDem Heimatinstinkt vertrauen führt ans Ziel (Bild: Trinosophie-Blog)

Vermutlich hat er sich dabei der einen oder anderen spirituellen Übung verschrieben. Alles zusammen hatte seine Auswirkungen auf ihn. Weiterlesen

Sri Madhava Ashish: Vom Wert der Ungewissheit

Autorisierte Übertragung aus dem Englischen

Sri Madhava AshishSri Madhava Ashish
(Foto: NEW PARADIGM BOOKS)

Unsere Reise führt in einen unbekannten und unberührten Dschungel. Sind wir ehrlich zu uns selbst, müssen wir zugeben nicht wirklich zu wissen, was wir suchen. Wir sind nicht einmal sicher, ob es überhaupt etwas zu finden gibt. Wüssten wir etwas darüber mit Gewissheit, gäbe es keine Suche. Dann müssten wir uns lediglich daran erinnern.

Alles was wir über Gott, Geist, Atman, Leere gehört haben, stammt bestenfalls von Erfahrungen anderer ab. Wir selbst können an diesen Erfahrungen nicht teilhaben. Das Wissen anderer ist nicht unser Wissen. Also suchen wir weiter, gehören weiter nicht zu denen, die bereits gefunden haben. Die Erfahrungen, die andere behaupten gemacht zu haben, sind für unser „normales“ Wachbewusstsein dermaßen fremdartig, dass wir außerstande sind, sie nachzuvollziehen. Selbst wenn wir versuchen, es mit vertrauten Geschehnissen zu vergleichen. Wir können noch nicht einmal sicher sein, den Sinn der Worte richtig zu verstehen, die jene mit Erfahrung gebrauchen. Weiterlesen

KARMA – Ein unbequemes Naturgesetz

In Asien ist der Begriff KARMA tief in der Volksseele verwurzelt. Selbst Straßenräuber berauben ihre Opfer möglichst schonend, aus Furcht vor den karmischen Folgen von Gewaltanwendung.

Predigerkirche Erfurt/ThüringenDie These von Karma wirft ein erklärendes Licht auf das Erlöser-Symbol (Bild: Ansicht Predigerkirche zu Erfurt / privat)

In Tibet haben Tierschlachter, eine allgemein gemiedene Zunft, aus demselben Grund Techniken entwickelt, Tiere abrupt und schmerzfrei zu töten. Wer das Karma-Gesetz kennt, sprengt sich nicht in die Luft. Will aber auch nicht anderen Menschen seinen Glauben oder Willen aufdrängen. Denn auch verbale Gewalt, IST Gewalt. Weiterlesen

Weisheit und Glauben oder Glauben ist nicht Wissen

Glauben(Bild: Trinosophie-Blog)

Die Mai-Ausgabe des monatlichen in Mumbai, Indien, erscheinenden Magazins THE THEOSOPHICAL MOVEMENT behandelt in der Rubrik QUESTIONS AND ANSWERS unter anderem die Frage, welcher Zusammenhang zwischen Weisheit und Glauben (faith) besteht. Dabei werden blinder, verstandesmäßiger und intuitiver Glauben näher erörtert.

Nachfolgend auszugsweise eine deutsche Übertragung. Weiterlesen

Dalai Lama in Deutschland: Forderung nach spiritueller Gleichberechtigung für Frauen

Dalai Lama in Hamburg 2007Dalai Lama 2007 (Offizielles
Foto zum Hamburg-Besuch)

Etwas weniger als bei einem der vielen Konzerte alternder Popstars auf Revival-Tour kostet der Eintritt zu einer der mehrtägigen öffentlichen Auftritte des Dalai Lama. Wenn der Papst kommt, muss man nicht 50 Euro Eintritt bezahlen, mag jemand einwenden. Doch die buddhistische Religionsgemeinschaft, die Besuch und Auftritte des globalen Lamas aus Tibet organisierte, bekommt – anders als die katholische Kirche – nichts aus den monatlichen Kirchensteuereinnahmen überwiesen. Sie muss also, wenn „ihr Papst“ kommt, alles selber finanzieren. Da ist ein Eintrittsgeld gerechtfertigt. Außerdem ist gewiss, dass etwaige Mehreinnahmen ohne Einschränkung sozialen Projekten in Indien zugute kommen. Weiterlesen

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