[Archiv-Auswahl] Kosmische Impfung durch große russische Seele H.P. Blavatsky

H.P. Blavastky arbeitet an ihrem Opus Magnum, der GEHEIMLEHRE, London 1887. Foto: gemeinfrei

H.P. Blavastky arbeitet an ihrem Opus Magnum, der GEHEIMLEHRE, London 1887. Foto: gemeinfrei

Als am 8. Mai 1891 die große russische Seele H.P. Blavatsky ihren erschöpften Leib verließ hatte der westliche Kulturkreis Dank ihres Wirkens eine zwanzig Jahre währende „kosmischen Impfung“ hinter sich. Auch nach 125 Jahren ist das philosophisch-aufklärerische Werk der Mystikerin, Okkultistin und des weiblichen Bodhisattva H.P. Blavatsky (H.B.P.) aktueller denn je.

H.P. Blavatsky hat Buddhismus und Bodhisattva-Ideal erstmalig breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts nahm das Industriezeitalter an Fahrt auf. Elektrizität, Telefon, Telegraf, Dampfschifffahrt, immer neue physikalisch-technische Entdeckungen vermittelten den gebildeten Menschen des westlichen Kulturkreises den Eindruck, bald würde dem Menschen NICHTS UNMÖGLICH SEIN. Die Religionen – allen voran das Kirchenchristentum – verloren an Einfluss. Gegen das rationale Denken, die wissenschaftliche Analyse, das kritische Unterscheidungsvermögen hatten unlogische Dogmen, etwa die naturgesetzlich widersinnige „unbefleckte Empfängnis“, keine Chance.

Im grellen Licht einer sich ausbreitenden materialistischen Weltsicht verloren aber auch alte Volksweisheiten, Heilverfahren und esoterische Deutungsmodelle der Welt an Bedeutung. Sprichwörtlich drohte das spirituelle Kind mit dem materiellen Badewasser weggegossen zu werden. Der auf stellvertretende Erlösung durch einen gekreuzigten „Gottessohn“ basierende Aberglaube des Mittelalters drohte in den Aberglauben einer Technikhörigkeit umzuschlagen. Dem galt es vorzubeugen.

H.P.BLAVATSKY – Biographical Documentary – Audio English

Vorbeugen – durch wen? Durch nichts Geringeres als einen Kreis erhabener Wesen, die im Taoismus „Unsterbliche“, im Buddhismus „Bodhisattvas“ und im Hinduismus „Maha-Atma“ (große Seele) genannt werden und deren Sprachrohr H.P.B. behauptete zu sein. Alles wäre – so H.P.B. bei verschiedenen Gelegenheiten sinngemäß – als eine Art kosmische Impfung der Gesellschaft zu verstehen. Und was vorbeugen? Eine materialistische Gesellschaft ohne innerlich überzeugende spirituelle Grundlagen würde früher oder später einem „Machbarkeits-Aberglauben“ zum Opfer fallen – mit unabsehbaren Folgen für die Menschheit in Gegenwart und Zukunft. Unter anderen durch die Gründung einer Thesophischen Gesellschaft und den Versuch, die bei den Hindus als Naturgesetz geltende These Karma/Reinkarnation, einer breiten Öffentlichkeit zu kommunizieren, versuchte H.P.B. im Auftrag ihrer mit physischen Augen nur schwer sichtbaren „Meister“ die praktische Umsetzung der kosmische Impfung.

Zu Lebzeiten war H.P.B. eine öffentlich allgemein bekannte Persönlichkeit. Vor allem Künstler und Wissenschaftler waren von ihren eklektischen Lehren angetan. Manch wissenschaftlicher Zusammenhang, der erst Jahrzehnte später entdeckt wurden, findet im publizistischen Werk von H.P.B. bereits Erwähnung. H.P. Blavatsky kommt auch der Verdienst zu, den Buddhismus mit seinem Bodhisattva-Ideal erstmalig im Westen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht zu haben.

Lang gesuchte spirituelle Rettungsinsel

Und hat es etwas gebracht? Als sich die Völker im Ersten und Zweiten Weltkrieg aufeinander hetzen ließen, als das Atom als „Wunderwaffe“ des US-Hegemon erstmalig entfesselt wurde und schließlich heute, da wieder – nun mit HighTech-Waffen – gerasselt wird, sowie wieder blinder Glauben und Technikhörigkeit alltäglich sind, mag man resignierend schlussfolgern: es war vergeblich. Doch das ist oberflächlich betrachtet und tatsächlich falsch. Es waren schließlich immer nur einzelne Sucher auf dem Pfad unterwegs. Und wer weder in immer neuen Smartphone-Ausgaben noch im Tanz ums goldene Kalb sinnspendende Lebensziele erkennen kann, der wird in den überlieferten Schriften von H.P. Blavastky die lang gesuchte spirituelle Rettungsinsel auf der stürmischen See vergänglichen materiellen Seins entdecken. Immer. HEINZ KNOTEK

Linksunten: H.P. Blavastsky – wer bist du? (englisch)

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