In monotheistischen Religionen, wie dem Christentum und Islam, sind Beten, Bitten und Fürbitten zentrale Glaubenspraxis. Das alltägliche Beten, etwa das Tischgebet, hat einen sehr persönlichen Charakter. Im Buddhismus ist „Beten“ völlig unpersönlich und eher eine Art allgemeine Invokation, bestehend aus Danksagung, Respektsäußerung und allgemeinem Segenswunsch.
Schlagwort: Gott
Das „wahre und allerbeste“ (Frühjahrs)Fasten
Wie ein Aufschrei geht es durchs Volk. Endlich Licht und Wärme – von oben. Endlich Frühling. Fahr- und Motorräder werden wieder hervorgeholt. Die Wanderwege füllen sich. Die Biergärten machen gute Umsätze. Mit Freilufttischen. Alle haben jetzt viel vor. Etwa auch Fasten, Frühjahrsfasten hält schließlich gesund.
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Frühlingsstreben. (*)[/caption]
Diese ganze Betriebsamkeit findet sich überall, auch im Tierreich und selbst die Pflanzen bringen reihenweise junge Sprossen hervor. Wir verhalten uns äußerlich angesichts des nahenden Frühlings nicht viel anders als Pflanzen und Tiere. Doch es gibt ein darüber hinaus gehendes „wahres und allerbestes“ – nur dem Menschen mögliches – Fasten. Meister Eckehart schreibt davon in einem seiner Traktate.
Schicksal? Zufall? Selbst Schuld? Also: machtlos?
Wie funktioniert „Schicksal“ und was kann man selbst tun
Seines Glückes Schmied?
(Symbolbild[1. Deutsch: Porträt des Pat Lyon in der Schmiede, English: Pat Lyon at the Forge. Quelle: John Neagle (Public domain), via Wikimedia Commons])
Im Volksmund heißt es jeder sei seines Glückes Schmied. Läuft es einmal nicht so gut, weil man etwa von einem Missgeschick oder Unglück heimgesucht wird, dann ist die Rede von Schicksal und Zufall. Fatalistische Interpreten der Karma-Theorie sind sich dann des „schlechten Karmas“ der betreffenden Person sicher.
„Schlechtes Karma“ impliziert, dass man – mehr oder weniger – an seinen Kalamitäten selbst Schuld ist. Wie man es auch interpretiert, scheinbar sind wir bei Glück und Unglück machtlos. Dem widersprechen aber die Weisheitslehren ausdrücklich. In der Dezember-Ausgabe 2012 untersucht die Zeitschrift THE THEOSOPHICAL MOVEMENT[1. Vol. 4, December 2012, p. 29, Mumbai, India – Übertragung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers], wie aus Sicht der Weisheitslehren schicksalhaftes Weben funktioniert und zeigt auf, dass man dabei keineswegs machtlos ist[1. zum englischsprachigen Original:
].
Nach dem Weltuntergang reif für das andere Ufer?
OFFENBARUNG DES JOHANNES und MAYA-KALENDER haben eines gemeinsam – die Vision des apokalyptischen Weltuntergangs. Doch im westlichen Kulturkreis wurde den Menschen das Konzept einer individuellen Erlösung durch christliche Missionare im wörtlichen Sinne ausgetrieben und der Glaube an eine stellvertretende Erlösung oktroyiert.
Der König, Symbol für das illusorische Ego einer irdischen Persönlichkeit, muss im Ozean untergehen, um ans andere Ufer der Erlösung gelangen zu können. Bild: aus „Atalanta fugiens“ (1618) von MICHAEL MAIER, Repro, Privatbesitz
Erlösungskonzepte, wie sie sich etwa in der OFFENBARUNG und dem MAYA-KALENDER finden, werden daher notgedrungen entweder historisiert verklärt (wie die Jesus-Legende) oder prospektiv als Vorhersage von Untergangsszenarien, gerichtet von Gott gegen die sündige Menschheit, umgedeutet.
Papst befördert Benediktiner-Nonne 833 Jahre nach ihrem Tod
Visionen über die Welt – im Mittel-
alter nichts Besonderes. Hier von
Athanasius Kircher (1602-1680).
Abb. gemeinfrei
Hildegard von Bingen, eine adlige Benediktinernonne aus dem 12. Jahrhundert wurde von Papst Benedikt dem XVI. zur Kirchenlehrerin erklärt. Ob sich die zahlreichen – vornehmlich weiblichen – Anhänger der unter der Marke HILDEGARD propagierten Heilslehre jetzt wie nach einer „feindlichen Übernahme“ fühlen? Die nachträgliche Beförderung der seit 833 Jahren toten Nonnen innerhalb der „virtuellen“ Kirchenhierarchie durch den Papst ist jedenfalls ein cleverer Versuch, um drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Zum einen, um esoterisch geneigte Katholiken stärker an die Kirche zu binden, um öffentlichkeitswirksam dem zunehmenden Imageverlust der Kirche etwas entgegenzusetzen und schließlich um – in Zeiten der Diskussion um Frauenquoten – die grelle Frauenfeindlichkeit des Kirchendogmas mit einem Hauch Gleichberechtigung abzutönen.
Die formatisierten Kinder von Neubeuern
Digitales Atmen. (*)
Sie sitzen in einheitlicher Schuluniform vor einheitlichen Tablet-PCs[1. s. Süddeutsche Zeitung: „Google statt Gehirn“, 29. September 2012]. Vor den Fenstern der Privatschule die lebendige Kulisse des Kulturdorfs Neubeuern, inmitten der Natur des Alpenvorlandes. Drinnen keine Bücher, die man vergessen kann. Kein Collegeblock der leer ist. Also kein Blatt das man bei seinem Sitznachbarn erfragen müsste. Keine Stifte die man spitzen muss. Alles formatisiert und auf Knopfdruck und per „wisch-und-weg“ abrufbar. Schüler solcher Schulen sind jetzt Dialogpartner von – Maschinen. Wobei die Maschinen das WIE und WAS vorgeben, das wiederum ein Über-Administrator in den Einstellungen des Schulnetzwerkes festgelegt hat. Keine Möglichkeit mehr, eine bedrückte Stimmung durch Unordnung auf der Schulbank zu signalisieren. Kein Grund mehr da, seine Fähigkeit zur Selbstorganisation zu trainieren, in dem man am Vorabend des Schultages seinen Ranzen packt. Stattdessen die Illusion eines omnipräsenten WLAN, das in Wirklichkeit Ausdruck einer omnipotenten Kontrollmacht ist. Denn natürlich kann es nur kontrollierten und reglementierten Zugang ins Internet geben. Der Eintritt in diese „schöne neue Welt“ kostet um die 33.000 Euro im Jahr. Ist das die Schule der Zukunft? Sollen wir freudig darauf warten, dass das digitale Atmen bald auch in den Schulen fürs Volk ankommt. Oder besser beten, dass Gott das den Reichen und Schönen überlässt, wenn er will auch als Denkzettel?
Vorsicht, Brandstifter unterwegs
Atlantis, die mystische Zivilisation, angeblich unser zivilisatorischer Vorgänger, wurde der Legende nach durch WASSER vernichtet. Karmischer Grund: massiver Missbrauch astral-magischer Kräfte, von denen das AKTIVE DRITTE AUGE ein physischer Ausdruck gewesen sein soll.
Kali Yuga – da hilft keine Feuerwehr... (*)
Uns, Kindern des Kali Yuga, des eisernen Zeitalters, steht demnach ein Untergang durch FEUER bevor. Grund: massiver Missbrauch der mentalen Kräfte. Sollte da etwas dran sein? Jedenfalls rennen gerade erschreckend viele potentielle Brandstifter herum, die mit Worten und Taten zündeln. An vielen Stellen brennt es schon.
Nicht bewusst konzentriert bin ich ein mentaler Korken im astralen Ozean
Serie: Yoga-Aphorismen des Patanjali
Ein Korken auf dem Ozean geht nicht unter. Doch er ist völlig hilflos auch der kleinsten Welle und Strömung ausgeliefert. Auf und ab. Hin und her. Hoch und runter. Machtlos ausgeliefert. So geht es uns, wenn wir nicht bewusst konzentriert sind, heißt es in Sure drei der Yoga Aphorismen des Patanjali. Der Ozean ist hier die unendlich weite Astralwelt:
At other times than of concentration, the soul is in the same form as the modification of the mind[1. Sure I.4 ; Quelle: The Yoga Aphorisms of Patanjali, an interpretation by William Q. Judge, Los Angeles, 1987].
Stets hoch konzentriert, bei Tieren eine Frage des Überlebens. Hier Seehund vor Helgoland. (*)
Das ist das Leben der Seele, inkarniert in einen durchschnittlichen Mitmenschen, der sich um Konzentration auf seine Seele keine Sorgen macht. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes das Reaktionsprodukt seiner Sinnesorgane. Und sonst fast nichts.
