ZDF-Thriller-Serie gibt sich ungewohnt weise: „Ich sch… auf Gott“

Verbal auf Gott zu sch… ist im öffentlichen TV eher unüblich. Vor einiger Zeit aber geschah es dennoch, in einer Folge der dänischen Thriller-Serie PROTECTORS im ZDF. Die Serie dreht sich um eine Gruppe Personenschützer, einer Art Geheimdienst-Sondertruppe der Polizei Kopenhagen. Ihr gehören auch eine Muslimin und ein Jude an, beide gebürtige Dänen mit Migrationshintergrund.

Dombau Modell © Kô-Sen 2009Heute Minarette verbieten, morgen Kirchen schleifen? (*)

Als durch Zufall die Vorbereitungen zu einem islamistischen Selbstmordattentat bekannt werden und der Anschlag auf einen Bus in letzter Minute verhindert wird, kann Personenschützer Jonas Goldschmidt (André Babikian) nicht mehr an sich halten:

Ich scheiße auf Gott! Die Christen haben Menschen in seinem Namen verbrannt. Die Moslems morden Unschuldige in seinem Namen und die Juden, meine Leute, wedeln mit der Tora, wenn sie in Gottes Namen auf palästinensische Zivilisten schießen.

Selbst Krimis reflektieren schon religiösen Dogmatismus. Weiterlesen

Die Welt eine Projektion des fühlenden Denkens (Mind)?

Lao-tzu soll einst geträumt haben, er wäre ein Schmetterling. Nach dem Aufwachen fragte er sich besorgt, was Traum was Wirklichkeit sei. Hat er, Lao-tzu, geträumt, er sei ein Schmetterling oder träumt gerade der Schmetterling er wäre Lao-tzu?

Sterbender Schmetterling © Kô-Sen 2009Schmetterling der träumt? (*)

Inzwischen kommt die Neuropsychologie zu ähnlichen „unscharfen“ Schlüssen. Was taoistische und buddhistische Schriften bereits vor Jahrhunderten vermittelten ist inzwischen von wissenschaftlicher Evidenz: Die Welt ist das Produkt unseres Denkens (Mind). Weiterlesen

Islamkritik: Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen

Hasst der Westen den Islam?“ lautet die klagende Headline in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung links_yellow.gif, in dem sich der ägyptische Schriftsteller Alaa Al-Aswani gegen die zunehmende Islam-
feindlichkeit im Westen wendet. Man würde, so der Autor, den Islam völlig falsch auslegen. Als Alternative bietet er eine mehr allegorische Deutung des Koran an, vor allem bei den Passagen mit Gewaltexzessen. In einem Leserbrief links_yellow.gif hat der Islamwissenschaftler Lutz Richter-Bernburg auf unwiderlegbare Weise auf den methodologisch falschen Ansatz einer solchen Islamauslegung hingewiesen. Al-Aswani würde exakt denselben Fehler machen, wie jene Leute, die meinen, im Koran Rechtfertigung für Mordlust und Aggression zu finden: einen überlieferten Text unkritisch wörtlich nehmen.

Konzertkirche Neubrandenburg © Kô-Sen 2009Kirche ohne Schriftgelehrte: Vom Dombau zur Konzertkirche – in Neubrandenburg wurde dadurch ein wahrhaft überkonfessioneller Andachtsraum geschaffen. (*)

Al-Aswani würde, so Richter-Bernburg, ebenfalls den Koran wörtlich nehmen, nur eben anders auslegen. Damit ließe sich aber die aus dem Koran ableitbare Kriminalisierung der Apostasie nicht auflösen. Eine kritische Analyse des heiligen Textes und eine Abkehr von wörtlicher Auslegung wären stattdessen unumgänglich. Ohne jeden Zweifel hat der Professor Recht in der Sache. Doch wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen. Weiterlesen

DIE REISE IN DEN WESTEN (The Journey to the West)

Serie: Gewalt in religiösen Schriften – Hinweis auf gewaltige Aufgaben

Würde man DIE REISE IN DEN WESTEN wörtlich auslegen, müsste man den Roman als jugendgefährdend verbieten. Denn ohne Pause wird dort auf Leben und Tod gekämpft. Heimtückische Monster lauern in allen Ecken und werden am Ende entweder zur Buße Laotse anvertraut oder schlicht zu Brei geschlagen.

The Journey To The West, Moneky © Kô-SenWu-k’ung weiß sich noch in der aussichtslosesten und bedrohlichsten Lage zu helfen. Er steht für den das Denk-Prinzip, Mind, manas. (*)

Nimmt man die Geschichte im Roman jedoch als ALLEGORIE, wird plötzlich eines der tiefgründigsten religiösen Werke daraus. Eine WIRKLICH heilige Schrift, die sich zugleich als cooles Kinderbuch eignet. Zwischen viel Jux und Tollerei finden Jugendliche IHREN Helden. Den zur Leerheit erwachten Affenkönig etwa: Wu-k’ung. Moralische Erziehung durch Lachen, sozusagen. Und ganz ohne Zwang zum Glaubensbekenntnis. Weiterlesen

Liebe – Zahlungsmittel für göttliche Nachsicht?

Jeden Moment stehen wir zwischen den beiden Polen Anziehung und Abstoßung, Vorlieben und Abneigungen, Hass und Liebe. Genau in der Mitte steht jeweils das ICH. Das Ich, Kind und Projektion der Gegensatzpaare, bildet sich ein, wenn es sich schön in der Mitte hält bei aufsteigendem Hass und ganz darin aufgeht beim Empfinden von Liebe, es sei GUT.

Gott wie eine Kuh ansehen © Kô-Sen/Trinosophie-BlogSüßes Kälbchen. Warum finden wir es süß? Weil der Anblick schöne Empfindungen auslöst. (*)

Liebe wird dadurch zum Zahlungsmittel. Ganz schlimm wird es, wenn jemand dazu noch GOTT ins Spiel bringt. Das sagt zumindest Meister Eckehart. Weiterlesen

Allegorische Gewalt in religiösen Schriften: Beispiel Bhagavat Gita (I)

Serie: Gewalt in religiösen Schriften – Hinweis auf GEWALTIGE Aufgabe

Arjuna hat keinen Bock auf Krieg. Verzagt sitzt er in seinem Streitwagen. Der Kutscher vorn – Gott Krishna – redet auf ihn ein. Die vier angespannten Pferde scharren mit den Hufen. Auf der anderen Seite formieren sich die Feinde. Feinde? Es sind durchweg nahe Verwandte von Arjuna. Und nun soll er gegen sie kämpfen – bis zur Vernichtung.

Arjuna und Krisha, Bhagavat Gita © Kô-SenArjuna und Krishna vor der großen Schlacht der Bhagavat Gita.
Bild: Kô-Sen1

Die eigenen Verwandten ermorden? Das war und ist so recht nach dem Geschmack moralisierender Atheisten und Funktionäre des Kirchenchristentums, um die Geschichte der BHAGAVAT GITA aus dem altehrwürdigen Epos Mahabharata als heidnisch abergläubische Barbarei abtun zu können. Doch religiöse Schriften sind ALLEGORIEN2. Also haben auch Gewaltszenen eine allegorische Bedeutung. Meist geht es dabei um die GEWALTIGE AUFGABE der Selbstüberwindung. Weiterlesen

  1. Wandbild, gefunden im indisches Restaurant TAJ MAHAL, Domstadt Merseburg, Sachsen-Anhalt.
  2. Religiöse Schriften WÖRTLICH nehmen deutet entweder darauf hin, dass die Schriften bewusst instrumentalisert werden; oder dass es sich nicht um wirklich religiöse Themen handelt.

Bischof Mixa – ein potentieller Großinquisitor?

Hetzerische Osterpredigt: Im Glashaus sitzend mit Steinen werfen

Man mag sich verdutzt die Ohren reiben: Allen Ernstes behauptet ein Vertreter ausgerechnet der Organisation, die wie keine andere im Namen Gottes und der Inquisition links_yellow.gif massenhaft mordete und morden ließ, weltweit ganze Völker und Volksgruppen über Jahrhunderte verfolgt und ausgerottet hat, Gottlosigkeit wäre ursächlich für das Massenmorden im Nationalsozialismus und Kommunismus verantwortlich. Das ist, als ob Bischof Mixa mit seiner Osterpredigt links_yellow.gif im Glashaus sitzend mit Steinen um sich werfen würde.

Jean-Paul Laurens, Le pape et l'inquisiteur Musée des Beaux-Arts de Bordeaux, 1882Der Großinquisitor und der Papst. Gemälde von Jean-Paul Laurens, 1882. Foto: gemeinfrei

Aber vielleicht ist das ja der Anfang einer längst überfälligen selbstkritischen Aufarbeitung der eigenen unrühmlichen Vergangenheit, inklusive der Verstrickungen im Nationalsozialismus. Bei der Gelegenheit könnte die katholische Kirche gleich die von der braunen Diktatur gern angenommene Segnung aufgeben: Das Eintreiben des Kirchenzehnten durch den Staat über die Lohn- und Einkommenssteuer! Doch das nur nebenbei. Weiterlesen

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