Syrien: Tödlicher Frühling

Wenn Menschen anderer Kulturen gewaltsam gegen unsere „Ordnung“ vorgehen, dann nennen wir sie Terroristen und verfolgen sie vehement, zu recht und zumindest in Westeuropa nach geltendem Menschenrecht. Geschieht aber das Gleiche in uns wesenhaft fremden Kulturen, dann bejubeln wir gewaltsame Angriffe auf Institu­tionen von Staaten als „Frühling“, stilisieren den marodierenden Mob zu „Rebellen“ und statten Räuberbanden unter Verletzung des Völkerrechts mit Waffen, Infrastruktur und moralischer Unterstützung aus.

Die maronitische Kathedrale im syrischen Aleppo. Bis zu den militärischen Angriffen durch vom Ausland bezahlte Gruppen lebten in Syrien religiöse Gemeinschaften neben- und miteinander. Foto:  gemeinfrei

Die maronitische Kathedrale im syrischen Aleppo. Bis zu den militärischen Angriffen durch vom Ausland bezahlte Gruppen lebten in Syrien religiöse Gemeinschaften friedlich neben- und miteinander. Foto: gemeinfrei

Allerdings nicht immer. In Mali zum Beispiel, da bekämpfen wir das, was wir etwa in Syrien „Rebellen“ nennen, als Terroristen. Dort heißt dann der arabische Frühling auch nicht mehr Frühling, sondern tödliche Bedrohung der Bevölkerung. Weiterlesen

[Archiv-Auswahl] Merkel-Administration: Eine Ich-Will-Diktatur?

Gertrud Höhler hat aufgeschrieben, was sehen kann der sehen will1.

Angela Merkel (2010).
Foto: Armin Linnartz

Schon vor gut einem Jahr wurde an dieser Stelle auf die verhängnisvolle Langzeit­wirkung links_yellow.gif des Regierungsstils von Angela Merkel für die deutsche Demokratie hingewiesen. Kürzlich konnte Merkel unwidersprochen verkünden:

Ich will, dass Griechenland im Euro-Raum bleibt!

Der unverhohlene Wechsel vom WIR zum ICH ist typisch für den Regierungsstil Merkels. Das WIR einer Koalition oder eines Parlamentes ver­kommt jeweils zum „Abstimmvieh“ wie es einmal sinngemäß eine Parteikollegin von Merkel beschrieben hat. Die ehemalige Kommunikationsberaterin Gertrud Höhler hat in dem Buch DIE PATIN die lähmende und deformie­rende Wirkung der Merkel-Administration auf die europäische Demokra­tie scharf gezeichnet – und wird dafür persönlich von den „seriösen“ Medien angefeindet. Dieselben Medien, von denen einige obiges Zitat von ICH WILL nicht etwa kritisch kommentierten, sondern in voraus­ei­len­dem Gehorsam in ICH MÖCHTE weichgespült haben. Gleichschaltung der Presse gilt als Anzeichen einer Diktatur. Weiterlesen

  1. Gertrud Höhler, DIE PATIN, Wie Angela Merkel Deutschland umbaut, Zürich 2012, 295 Seiten, Euro 21,95

Schicksal? Zufall? Selbst Schuld? Also: machtlos?

Wie funktioniert „Schicksal“ und was kann man selbst tun

teaser_john_neagleSeines Glückes Schmied?
(Symbolbild1)

Im Volksmund heißt es jeder sei seines Glückes Schmied. Läuft es einmal nicht so gut, weil man etwa von einem Missgeschick oder Unglück heim­gesucht wird, dann ist die Rede von Schicksal und Zufall. Fata­lis­tische Interpreten der Karma-Theorie sind sich dann des „schlechten Karmas“ der betreffenden Person sicher.

„Schlechtes Karma“ impliziert, dass man – mehr oder weniger – an seinen Kalamitäten selbst Schuld ist. Wie man es auch interpretiert, scheinbar sind wir bei Glück und Unglück machtlos. Dem widersprechen aber die Weisheitslehren ausdrücklich. In der Dezember-Ausgabe 2012 untersucht die Zeitschrift THE THEO­SOPHICAL MOVEMENT2, wie aus Sicht der Weisheitslehren schick­salhaftes Weben funktioniert und zeigt auf, dass man dabei keineswegs machtlos ist3. Weiterlesen

  1. Deutsch: Porträt des Pat Lyon in der Schmiede, English: Pat Lyon at the Forge. Quelle: John Neagle (Public domain), via Wikimedia Commons
  2. Vol. 4, December 2012, p. 29, Mumbai, India – Übertragung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers
  3. zum englischsprachigen Original: gb

Katholische Kirche: Ehre wem Ehre gebührt

Katholische Kirche und Linkspartei – eigentlich weltanschau­liche Erzfeinde vor dem Herrn – fanden sich in letzter Zeit immer wieder Seite an Seite wieder, zumindest argumentativ wenn es um Drohnen­einsatz und Erdgas-Fracking ging.

Religiöses Zentrum des Bistums Fulda: Klosteranlage aus dem 17. Jh. Hier entstand später der Dom, Kupferstich von Matthäus Merian. Abb. gemeinfrei

Ist die Antihaltung der LINKEN vor allem politisch motiviert, sind das öffentliche Stellungbeziehen von Bischöfen gegen den Drohnen­ein­satz der Bundeswehr und das Fracking-Verbot im Bistum Fulda Aus­druck eines tiefgehenden moralisch-ethischen Bedenkens, das nicht nur Katholiken erreicht, sondern jeden erreichen sollte, der sich von der „embedded“ Berichterstattung der Medien noch nicht hat benebeln lassen. Aller gegenwärtigen Kritik an der katholischen Kirche zum Trotz gebührt ihr damit (wieder) die Ehre, eine moralische Instanz der Gesellschaft zu sein. Weiterlesen

„Leben ist Leiden“ – frohe Botschaft oder pessimistische Miesepeterei

Buddha würde mit der pessimistischen Aussage, dass Leben Leiden ist1 zum Fatalismus anstiften. So etwa lautet häufig das Urteil, das Nicht-Buddhisten im westlichen Kulturkreis über die Lehre Buddhas fällen.

Alles eine Frage der Einstellung… etwa wenn ein nettes Open-Air-Konzert (= Freude) erwartet wird, plötzlich aber ein tobendes Gewitter die Erwartung zunichte macht (= Leid). (*)

Doch Buddha, oft etwas übergewichtig dargestellt, macht alles andere als den Eindruck eines aussichtslos leidvollen Seins. Weiterlesen

  1. Die erste der Vier edlen Wahrheiten des Buddhismus (dukkha). Die drei anderen: (2) samudaya; Gier Hass und Verblendung, (3) nirodha; Erlöscht die Ursache des Leidens, erlischt das Leiden, (4) magga; Der ACHTFACHE PFAD führt zum Erlöschen des Leidens

Weihnachtsgeschichte – es kommt darauf an, was man daraus macht

Film- und Download-Tipp: Der Faktencheck mit Petra Gerster

Gerade bei Kindern wirkt es mächtig beeindruckend, wenn der Pfarrer mit ernstem Blick und Gefahr signalisierendem Tremo­lo in der Stimme in seiner Weihnachtsandacht den Massenmörder Hero­des erwähnt, wie der den mutmaßlich gerade geborenen „König der Könige“ – also Jesus von Nazareth – als potenziellen Konkur­ren­ten ausschalten will, indem er anordnet, im Land alle Kleinkinder unter zwei Jahren zu meucheln. Blöd nur, der Aufruf zum Kindermas­senmord ist reine Fiktion.

Heilige drei Könige, laut ZDF-Doku Erfindung frommer Gläubiger des sechsten Jahrhunderts, mit missionarischen Hintergedanken. (*)

Die zugleich unterhaltsame UND aufklärerische ZDF-Doku Das Geheim­nis der Geburt Jesu nimmt den Kinderschreckerzählungen im Namen des Kirchendogmas ihren Schneid ohne einem dabei gleich das Vergnügen an Krippen­spiel und Weihnachten auszutreiben. Weiterlesen

Nach dem Weltuntergang reif für das andere Ufer?

OFFENBARUNG DES JOHANNES und MAYA-KALENDER haben eines gemeinsam – die Vision des apokalyptischen Weltunter­gangs. Doch im westlichen Kulturkreis wurde den Menschen das Konzept einer individuellen Erlösung durch christliche Missionare im wörtlichen Sinne ausgetrieben und der Glaube an eine stellvertretende Erlösung oktroyiert.

Der König, Symbol für das illusorische Ego einer irdischen Persönlich­keit, muss im Ozean untergehen, um ans andere Ufer der Erlösung gelangen zu können. Bild: aus „Atalanta fugiens“ (1618) von MICHAEL MAIER, Repro, Privatbesitz

Erlösungskonzepte, wie sie sich etwa in der OFFENBARUNG und dem MAYA-KALENDER finden, werden daher notgedrungen entweder historisiert verklärt (wie die Jesus-Legende) oder prospektiv als Vorhersage von Untergangsszenarien, gerichtet von Gott gegen die sündige Menschheit, umgedeutet. Weiterlesen

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