Syrien steht im Weg – also fällt es. Ägypten ist zu stark – also wird es schwach. Die Entwicklung im Nahen Osten ist geradezu klischeehaft ein Lehrbeispiel für eine Politik ganz im Stil von Niccolò Machiavelli. Die Grundlagen dazu wurden – ebenfalls im Machiavellischen Sinne – mit der Invasion westlicher Truppen in Afghanistan gelegt. Seitdem brennen die Südränder Russlands, die westliche Provinz Chinas und die Region um Pakistan sowieso. Wasser auf die Mühlen der Verschwörungstheoretiker?
Kategorie: Zeitgeschehen
Zeitgeschehen als Kulisse auf dem Pfad.
Die Sehnsucht nach dem Sinn
Meist kommt die Sehnsucht nach dem Sinn erst dann auf, wenn alles Erreichbare erreicht und nach längerem repetitiven Genuss dessen flüchtiges Sinn-Potenzial realisiert wurde. Da sich dieses Ereignis im Schnitt etwa in der Lebensmitte ereignet wird das Phänomen auch „Midlife Crisis“ genannt oder besser als solches diskreditiert. Denn eigentlich fängt mit der Sinnsuche und dem kritischen Hinterfragen des eigenen Treibens selbstbewusstes Leben erst an, wofür es in der statistischen Mitte der physischen Lebenszeit schon etwas spät ist.
Sehnsucht nach Freiheit, eine Form der Sinnsuche. Foto: gemeinfrei
Denn leider hat dann auch schon die Leistungsfähigkeit des aktuellen Seelengewandes, des Körpers, mehr als die Hälfte seiner Leistungsfähigkeit eingebüßt. Daher der volkstümliche Spott über mittelalte Männer mit 30 Jahre jüngeren Frauen oder die plötzliche Selbstverwirklichungswut von Frauen jenseits der Menopause.
Lichtnahrung – der Gipfel der Völlerei
Ein als Dokumentation vermarkteter Film des österreichischen Regisseurs Peter-Arthur Straubinger geht scheinbar investigativ dem Phänomen nach, dass Menschen ganz ohne Nahrung und sogar ohne Flüssigkeit auskommen können[1. Am Anfang war das Licht, erschienen März 2011]. Im Zentrum des Films stehen die Thesen des australischen Mediums Ellen Greve, die als Buchautorin unter dem Namen „Jasmuheen“ detaillierte Anweisungen für „Lichtnahrungsprozesse“ veröffentlicht hat und entsprechende Seminare abhält.
Lichtnahrung, per Konzentration materialisierte Energie. (*)
Die undifferenzierte Anwendung ihrer Anweisungen gilt als potentiell gesundheitsgefährdend und soll bereits den Tod eifriger Nachahmer initiiert haben. Wie genau das alles zu erklären ist, weiß keiner. Auch nicht, dass die mutmaßlich „spirituelle“ Praxis, mit Spiritualität nichts zu tun hat, sondern eher die Steigerung zwanghaften Essens ist, sozusagen der Gipfel der Völlerei.
Auferstehung von den Toten – „lediglich“ eine Frage richtigen Denkens
Vor allem Wünsche und Begierden treiben uns an und halten uns auf Trapp. In dem unterscheiden wir uns kaum von unseren – evolutionär betrachtet – jüngeren Geschwistern, den Tieren. Doch anders als Hund, Vogel oder Ratte können wir mit Hilfe unseres Gehirns jederzeit aus dem Begierden-Kreis von Vorlieben und Abneigungen heraustreten und die Daseinsebene des DENKENS betreten.
Auferstehung von einem tod-ähnlichen Leben? Ist vor allem eine Frage des richtigen Denkens. (*)
Gelingt das nachhaltig und vollkommen bewusst, dann nähert man sich der unsterblichen Seele. Echte „Auferstehung von den Toten“ wäre demnach „lediglich“ eine Frage richtigen Denkens.
dOCUMENTA (13) – Licht am Ende der Sackgasse
Mit fotografischen Ansichten auf die dOKUMENTA (13)
[caption id="attachment_3328" align="alignright" width="300"]
Kriegseinsätze, letztlich etwas erschreckend Profanes. Bild: Heinz Knotek[/caption]
Kunst für das vergängliche Ego oder die unsterbliche Seele? Das scheint die Frage, die sich der Besucher mit einer mehr spirituellen Lebenshaltung beim Gang über die 13. DOCUMENTA stellt. Doch wenn Kunst für das vergängliche Ego eben dieses Ego irgendwie harmonisiert, inspiriert, durchlässiger macht, dann ist auch Ego-Kunst gut für die Seele und damit auch Kunst für die Seele. Spaniens Banken wollen sich vermutlich bald unter den Rettungsschirm flüchten, kann man im Autoradio auf der Fahrt nach Kassel hören. Unsere Gesellschaft ist in der Sackgasse, nicht nur allegorisch. Auch künstlerisch, wird man merken, wenn man durch die erhabenen Hallen des Fridericianums schlendert. Sackgassenkunst. Sie lässt ein Licht aufscheinen, am Ende der Sackgasse. Was kann der Seele besseres passieren?
Zuschauer sein beim Bühnenstück, genannt „mein“ Leben
Alltägliche Rackerei – ein alchemisches Symbol. Abb. aus SPLENDOR SOLIS von Salomon rismosin (um 1582), Privatbesitz[/caption]
Bühnenstücke absorbieren Zuschauer heute weniger als dass sie einen subtilen „Kunstgenuss“ vermitteln. Völlige Absorbierung bieten eher Computerspiele und Pop-Konzerte angesagter Megastars. W. Q. Judge würde daher heute Sure zwei der Yoga-Aphorismen des Patanjali vermutlich etwa so ins Englische übertragen[1. Im Original: At the time of concentration the soul abides in the state of a spectator without a spectacle. (Los Angeles, 1987)]:
At the time of concentration the soul abides in the state of a player of a computer game without a computer game.
Das Bühnenstück oder Computerspiel unserer physischen Existenz ist mental und emotional dermaßen absorbierend, dass wir es „mein Leben“ nennen und uns damit freiwillig in Geiselhaft der Projektionen unseres Denkens begeben. Gelingt es diesen Mechanismus zu knacken, wird Computerspiel wieder Computerspiel und die Seele frei.
Trauma „Breivik“ – Schlüssel zur Genesung der Norweger liegt im astralen Umfeld
Plagen durch Dämonen, 15. Jh. von
Martin Schongauer. Abb. gemeinfrei
Verzweifelt versuchen die Norweger das Trauma in den Griff zu bekommen, das „ihr“ Massenmörder Anders Breivik mit seinem menschenverachtenden Wesen angerichtet hat. Zuerst wird gestritten, ob er zurechnungsfähig sei, man ihn also in eine Irrenanstalt wegsperren könnte, oder ob er sehr wohl bei Sinnen sei, aber eben pathologisch menschenverachtend kriminell, folglich ins Gefängnis gehört – für maximal 21 Jahre.
Dann singen über 40.000 Menschen trotzig öffentlich gegen Breivik an. Mit einem Kinderlied das der Massenmörder zuvor verunglimpft hat. Anders Breivik, und das ihn beherrschende Astralgesindel wird es freuen. Die Menschen tanzen unbewusst (weiter) nach seiner Angst-Pfeife. Der Schlüssel zur inneren Genesung der Norweger liegt in der dämonischen Aura des Attentäters.
Modifikationen des Denkprinzips: Man ist, worauf man sich konzentriert
Konzentration … ist das Aufhalten der Modifikationen des Denkprinzips (I.2[1. Im englischen Original:
Concentration, or Yoga, is the hindering of the modifications of the thinking principle.
Quelle: The Yoga Aphorisms of Patanjali. An Interpretation by William Q. Judge; Kapitel I (Concentration)]). Vom Gemüse putzen bis zum Verfassen einer wissenschaftlichen Abhandlung – immer ist die Fähigkeit zur zielgerichteten und anhaltenden Konzentration der Schlüssel zum Erfolg. Das Besondere dabei: Um konzentriert zu sein muss man NICHT etwas Bestimmtes tun, sondern etwas zum AUFHÖREN bringen – das ständige Modifizieren des Denkprinzips.
Konzentration auf das Wesentliche heißt Dimmen der Modifikationen des Denkprinzips. Der Elster fällt das leicht, da bei ihr das Denkprinzip kaum individualisert ist. (*)
Defizitäre Konzentration ist nicht die Folge eines Mangels oder des Fehlens von etwas das entsprechend „nachzufüllen“ wäre. Vielmehr ist der Zustand konzentrierten Seins stets vorhanden, aber nur versunken unter einer Flut innerer und äußerer physischer Sinnenreize sowie Strömen emotionaler und mentaler Eindrücke, die der gehirnbasierte Verstand in Myriaden von Gedanken umsetzt und damit unser Denkprinzip flutet. Unfreiwillig wird man dabei das, was diese Gedankeflut so „anspült“. Gelingt es diese Flut einzudämmen ist man konzentriert.
