Wozu Religionen? (IS RELIGION NECESSARY?)

Wenn man bei klarem Verstand und mit wachem Bewusstsein die pseudowissenschaftliche Begründung der „Seligsprechung“ eines Papstes verfolgt, kann man genau so nur mit dem Kopf schütteln wie beim Lesen der hysterischen Hasstiraden muslimischer Prediger, die unwissenden sozial Benachteiligten den unaufhaltsamen Sieg des Islam – auf Kosten der Leben „Nichtgläubiger“ – verheißen.

Feuer-Mord im Namen Gottes: Jan Hus auf dem Scheiterhaufen, Spiezer Chronik (1485). Abb. gemeinfrei

Auch der selbstgerechte Fanatismus von Evangelikalen und radikalen Hindus wirken wie Fiebersymptome einer kranken Gesellschaft. Dem nüchternen Denker mag sich da die Frage aufdrängen: wozu Religionen? Die Zeitschrift THE THEOSOPHICAL MOVEMENT geht in ihrer Ausgabe Oktober 2010 dieser Frage aus Sicht der Weisheitslehren nach. Sie fragt: IS RELIGION NECESSARY? Weiterlesen

Der Buddhismus-Bluff: Eine Begriffsklärung

Buddhismus geht immer. Wenn dann noch kombiniert mit Pseudo-Kampfkunst und man kann als „Anbieter“ bald mit einem TV-Team rechnen. Und mit einem „Spezial“ im Fernsehen. Bei den – vor allem jungen – nach Gemeinschaft und Selbstüberwindung hungernden Menschen, kommen entsprechende Verheißungen gut an. Dumm nur, dass Begriffe wie BUDDHISMUS, KAMPFKUNST und SHAOLIN, aber auch ZEN, MEISTER oder ABT nicht geschützt sind.

Der lehrende Buddha Shakyamuni (China, 12. Jahrhundert).
Foto: gemeinfrei

Jeder Scharlatan und clevere Selbstdarsteller kann sich des Buddhismus-Bluffs ungestraft bedienen. Und damit sind nicht nur bizarre „Shaolin-Klöster“ gemeint, sondern auch Management-Trainer oder hauptberuf­liche „Philosophen“, die mit Buddhismus-Versatzstücken zahlende Sucher anlocken. Bevor man Geld, Energie und Unabhängigkeit einem „Abt“ oder „Meister“ opfert, kann es hilfreich sein, sich zu verdeutlichen, was Buddhismus eigentlich ist. Nachfolgend eine Begriffsklärung. Weiterlesen

Lust an der Menge oder ein paar Bemerkungen zum Alltag

Irgendwann ist auch der größte und rücksichtsloseste Egoist seiner Egomanie überdrüssig. Dann genießt er zum Ausgleich lustvoll das Eintauchen in die derbe Menge. Der sonst von Angestellten und Geschäftspartnern gefürchtete Unternehmer lässt es etwa im Verein bei viel Alkohol kumpelhaft krachen – wie der Sozialhilfeempfänger am Biertisch ihm gegenüber.

Teil der Masse sein. (*)

Der sich für intellektuell haltende Gymnasiallehrer hängt sich vier Deutschlandfahnen ans Auto und verpasst den Außenspiegeln seiner gehobenen Mittelklasse-Limousine einen Überzug in schwarzrotgold. Genauso so wie der tätowierte Plattenbaubewohner im neun Jahre alten Opel. Wenn gerade Fußball-WM ist, treffen sich alle beim Public Viewing. Die Lust an der Selbstaufgabe in der Menge ist allgegenwärtig – da erweisen sich „ein paar Bemerkungen zum Alltag“ eines Meisters der Weisheit einmal mehr als zeitlos aktuell. Weiterlesen

Buddhistische Praxis: Nicht-Anhaften

Aus Ten Practices, The Flower Ornament Scripture, Book Twenty-One

Anhaften ist eines der stärksten „Bindemittel“ mit dem sich der Mensch an die Materie bindet – Leben auf Leben. Das befreiende Lösungsmittel ist folgerichtig Nicht-Anhaften. Doch das sagt sich so leicht.

Alles was als schön empfunden wird zieht an – und bindet. (*)

Denn bei genauer Betrachtung ist das gesamte Denken und Fühlen auf Anhaften gerichtet. Ein schöner Schmetterling oder eine Blume etwa. Beides sehen wir nicht einfach „nur so“. Das Betrachten der bunten Schmetterlingsflügel erzeugt angenehme Gefühle. Kommt wenig später ein einfarbiger Schmetterling angeflogen, unterscheidet das Denken blitzartig – und richtet den mentalen Daumen enttäuscht nach unten: Langweilig. Nicht-Anhaften ist daher ein wichtiger Aspekt buddhistischer Praxis. Weiterlesen

Die Bürde, ein auserwählter Teenager zu sein

Über den Film Dolpo Tulku – Heimkehr in den Himalaya

In den Schulen des tibetischen Buddhismus, von denen die Gelbmützen-Schule des Dalai Lama die größte ist, wird die Wiedergeburt bedeutender geistiger Führer im großen Rahmen öffentlich zelebriert. Das geht los mit dem Tod eines großen Lamas. Jetzt gilt es jenes Kleinkind zu suchen und zu finden, das nach dem Todeszeitpunkt geboren wurde und dessen Körper als neues „Vehikel“ der Seele des Verstorbenen dient.

Dolpo Tulku – über einen lebenslustigen Schüler, der ein Auserwählter ist. © Arne Höhne Presse

Das Kindesalter des vermeintlich wiedergeborenen Lamas ist dann von Tests und Prüfungen bestimmt, ob der Kleine auch wirklich ein Tulku1 ist. Wie man als Teenager, der durchaus mit Handy und Internet umzugehen weiß, mit der Bürde des Auserwähltseins aufwächst, zeigt der Film DOLPO TULKU von Martin Hoffmann. Weiterlesen

  1. Tulku: tibetisch, Bezeichnung für einen erleuchteten Lama einer der Schulen des tibetischen Buddhismus, der sich durch Phowa (Bewusstseinsübertragung) und Siddhi (paranormale Fähigkeiten und Kräfte) nach dem körperlichen Tod bewusst zur Wiedergeburt entscheidet, in der Regel im Zuge eines vor Zeiten abgelegten Bodhisattva-Gelübdes

Grundlage unserer Kultur: Ein grundlegender Irrtum

Was ist Grundlage unserer Kultur? Die Nachrichten bringen, dass in Tschechien die Bibel zum Renner in den Buchhandlungen links_yellow.gif avanciert. Bibel-Käufer an der Kasse nach den Gründen befragt, geben an, dass das Fundament unserer Kultur letztlich das Christentum sei. Letztlich?

Grundlage einer Kirche © Kô-Sen 2009Gerade Kirchen mit Austrahlung stehen oft auf dem Fundament vorchristlicher heiliger Stätten. (*)

Der Prager Weihbischof Vaclav Maly frohlockt und hofft für seine Kirche auf Zulauf und damit Mehreinnahmen. Dabei hofft er offenbar vor allem auf die Unkenntnis seiner Landsleute zu historischen Tatsachen. Das Christentum ist ohne Frage Teil unserer Kultur. Doch wer die neuzeitliche Religion für die Grundlage europäischer Kultur hält, begeht einen Irrtum – bewusst oder unbewusst. Weiterlesen

Die Welt eine Projektion des fühlenden Denkens (Mind)?

Lao-tzu soll einst geträumt haben, er wäre ein Schmetterling. Nach dem Aufwachen fragte er sich besorgt, was Traum was Wirklichkeit sei. Hat er, Lao-tzu, geträumt, er sei ein Schmetterling oder träumt gerade der Schmetterling er wäre Lao-tzu?

Sterbender Schmetterling © Kô-Sen 2009Schmetterling der träumt? (*)

Inzwischen kommt die Neuropsychologie zu ähnlichen „unscharfen“ Schlüssen. Was taoistische und buddhistische Schriften bereits vor Jahrhunderten vermittelten ist inzwischen von wissenschaftlicher Evidenz: Die Welt ist das Produkt unseres Denkens (Mind). Weiterlesen

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