Das Geheimnis der Goldenen Blüte: „Flow-Technik“ im Original

„Das Geheimnis der Golden Blüte“ auf der Buchmesse Frankfurt: 12. bis 16. Oktober 2011, Aurinia Verlag (Halle 3.1, Stand L146)

Menschen arbeiten „im Flow“, wenn sie mühelos ihre Arbeiten erledigen und darüber auch noch die Zeit vergessen. Das verkünden Zeitgeistritter – man sagt dazu auch „Managementtrainer“. Gewürzt mit Binsenweisheiten, etwa dass Druck und Angst diesem „Flow“ abträglich sind, und schriller Selbstdarstellung (etwa „Flow Doc“), wird daraus ein hippes Consulting-Programm, das Manager für 2.000 Euro pro Tag buchen können. Auch im Google-Zeitalter schaffen es Einäugige, unter den Blinden den König zu geben.

Nur konzentriertes Tun macht zufrieden, glücklich und erfolgreich. Hier: Samba-Festival Bad Wildungen 2011 – pure Lust am konzentrierten Treiben. (*)

Denn das, was als „Flow-Technik“ vermarktet wird, ist lediglich eine Ver­stümmelung uralter Praktiken, die sich im Zentrum der Weisheitslehren aller Hochkulturen finden. Keine Erlösung ohne Lebenhaltung in konzen­trierter Meditation. Im buddhis­tisch geprägten Taoismus ist Das Geheim­nis der Goldenen Blüte „Flow-Technik“ im Original. Nicht um banale ge­winnmaximierte Sachbear­bei­tung geht es dabei, sondern einen effekti­ven Weg, ein spirituelles Leben zu führen und Zugang zu höheren Bewusstseinsebenen zu finden1. Weiterlesen

  1. DAS GEHEIM­NIS DER GOLDENEN BLÜTE, deutsche Übertragung aus dem Amerikanischen von Heinz Knotek, Aurinia Verlag 2011; Amerikanische Übertragung des chinesischen Originals: THHE SECRET OF THE GOLDEN FLOWER, The Classic Chinese Book of Life, by Thomas Cleary, New York 1991; Chinesisches Original: Tung-pin Lü (* 798) – T’ai i chin hua tsung chih (Englisch)

Kunst der Konzentration (Teil 1)

Mit dem Essay CULTURE OF CONCENTRATION by W. Q. Judge

Bodhidharma1, Meister der
Konzentration (Yoshitoshi 1887)

Abbildung: gemeinfrei

Konzentration ist alles. Buddha hat davon ge­sprochen, unser Denkver­mögen allein würde unsere Welt immer und immer neu erzeugen. Mit seinem Höhlengleichnis deutet Plato Ähnliches an. Was da lediglich flackernde Reflexionen der spirituellen Sonne auf der derben Felswand der Materie zu vermeintlich herrlichen Tagen und Nächten macht – auch das ist das Denkvermögen. Konzentration des Denkvermögens macht Kampf­kunst-Übende zu unüber­windlichen Meistern ihres Faches.

Sich auf etwas zu konzentrieren, kann dieses „Etwas“ physisch und astral messbar beeinflussen. Unkonzentriert ist der Mensch wie ein leckes Schiff. Ungebremst dringen Ströme von Eindrücken in unser Bewusstsein und lassen uns tief in den „Wassern“ hinabsinken. Wer die Kunst der Konzentration beherrscht kann sich aus den Wassern der Materie erheben. Der irische Mystiker und Theosoph W. Q. Judge hat in einem inspirierten Essay beschrieben, wie das gehen kann. Weiterlesen

  1. Bodhidharma (um 400 u. Z.); erster Patriarch der Linien des Chan- und Zen-Buddhismus

Zum Fest etwas Barmherzigkeit

Zum Pathos der Weichnachtszeit gehört es, in den Medien über Barmherzigkeit zu sprechen und sich an der Discountkasse gegen­seitig Segen zu wünschen, zumindest wenn man in einer katholischen Gegend lebt. Jetzt ist daher die große Zeit der „Fund-Sammler“. Also der Leute, die davon leben, für alle möglichen wohltätigen Zwecke einen Fund – eine Art Spendentopf – zu eröffnen und zu verwalten.

A 1930s photograph of a desert traveler seeking the assistance of God the Merciful, the Compassionate. Foto: gemeinfrei

Sucher auf dem Pfad die in der Regel hart am eigenen Ego knabbern wissen längst, wie verlogen und eitel das Ego besonders dann ist, wenn es einen auf „barmherzig“ macht. Das gilt natürlich in einer auf Egoismus basierenden Gesellschaft umso mehr. Wer es aushält, muss sich nur eine Weile eine der vielen Benefizveranstaltungen im TV um Weihnachten herum gönnen – falls er dazu nach Bestätigung sucht. Man muss dabei nicht lange suchen um die Leute auszumachen, für die inszenierte Barmherzigkeit eine super Geschäftsidee ist. Dabei sind Barmherzigkeit und Mitgefühl wesentliche Aspekte menschlichen Seins, die uns vom Tier unterscheiden. Weiterlesen

Zyklische Prozesse, Kreisläufe, Spiralbewegungen

Ein Grundgesetz der Natur ist es, dass alles Werden zyklischen Prozessen unterworfen ist. Zyklische Prozesse werden von uns oft als Kreisläufe wahrgenommen. Eine Täuschung. Denn alles Wiederholen verläuft – wenn auch noch so geringfügig – prinzipiell als Spiralbewegung. So mag sich die Erde im Jahreslauf scheinbar immer wieder zum Ausgangspunkt zurück bewegen.

Der Mond – DAS Symbol für zyklische Prozesse im Universum. (*)

Doch da derweil das ganze Sonnensystem selbst einer zyklischen Bewegung unterworfen war, erreicht unser Planet in Wirklichkeit ein für ihn völlig unbekanntes „Neuland“ im Raum. In den Weisheitslehren heißt es, dass das Erkennen der „Zyklizität“ allen Seins dem Sucher manches Leid erspart. Was heißt das nun konkret für den Alltag? Weiterlesen

STERN-Extra zu den Weltreligionen: Dokumentation mit Rechenschwäche

Der STERN galt – neben dem SPIEGEL – lange Zeit als Prototyp für großartigen investigativen Journalismus. Im Zuge der „Boulevardisierung“ der Medien ist viel von dem einstigen Glanz der klassischen Printformate verloren gegangen.

Die Höhe von Turmbauten – religiöses Machtsymbol. (*)

Mit dem Extra DIE SECHS WELTRELIGIONEN versucht der STREN, an die altehrwürdige journalistische Tradition anzuknüpfen. Bis auf eine offensichtliche Rechenschwäche ist die Dokumentation weitgehend geglückt. Weiterlesen

Das virtuelle Zeitalter treibt die Entstofflichung des Menschen voran

Virtuelle Welten, Cloud-Computing, E-Books

Das Internet beschert uns einen multidimensionalen virtuellen Raum, der die Menschen seiner Entstofflichung ein Stück näher bringt. Wo führt das hin? Entweder in eine von pseudointelligenten Robotern dominierte Hölle oder – durch die virtuelle Hintertür – zu mehr Spiritualität.

xl_reisewestenVirtuelle Welten spielten immer schon eine besondere Rolle in den Kulturen. Hier die Protagonisten aus DIE REISE IN DEN WESTEN, eine Art esoterisch-spiritueller Comic aus dem alten China in der Tradition von Taoismus und (Ch’an-)Buddhismus. Abb. gemeinfrei

Sehr wahrscheinlich landet die übergroße Mehrheit in Ersterem. Zu Letzterem finden nur wenige spirituelle Sucher auf dem Pfad. Weiterlesen

TV-Tipp: Mit Kisten Kistendenken überwinden

RELIGION ist zum Kistendenken verkommen. Der Eine wurde als Kind in DIE Kiste gesteckt, der Andere in JENE. Erwachsene Köpfe mit feindseligen Gesichtern gucken dann aus den Kisten heraus und beginnen einen verbissenen Krieg der Kisten.

xl_sutra-screenKistendenken mit Kisten überwinden. © ZDF-Theaterkanal

Wenn Religion aufhört, Recht haben zu wollen, hört das Denken in Kisten auf – Spiritualität kann erwachen. Der offene tolerante und doch hoch konzentrierte spirituelle Geist des Buddhismus hat den flämisch-marokkanischen Choreografen Sidi Larbi Cherkaoui zu einem Tanzstück inspiriert: SUTRA. Der ZDF-Theaterkanal hat das Werk diese Woche gesendet. Zwischen den Jahren folgen Wiederholungen. Weiterlesen

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