Solunate nach Bernus – Starke Nummern

Körperliche Disharmonie und Krankheit erfordern fachkundige Behandlung. Doch spricht nichts dagegen, mit Kräutern, Essenzen oder ätherischen Ölen das eigene Befinden zu harmonisieren. Besondere Bedeutung kommt dabei spagyrischen Essenzen zu. Ihre Herstellung basiert auf einer alchemischen Transmutation.

Solunate nach BernusSymolische Darstellung der Herstellung von Solunaten nach Alexander von Bernus (Grafik: Laboratorium SOLUNA Heilmittel GmbH)

Einer der letzten Adepten der Kunst der alchemischen Transmutation war, nach einhelligen Urteil von Kennern der Naturheilkundeszene, Alexander von Bernus (1880-1965). Die von ihm gegründet Firma SOLUNA ist ein exklusiver Anbieter seiner spagyrischer Essenzen, so genannter Solunate. Und das seit ihrer Gründung im Jahre 1921.

Spagyrik ist nicht gleich Spagyrik

Mit dem Begriff SPAGYRIK verbinden viele Firmen teils ganz unterschiedliche Produkt-Angebote. Um in der Angebots-Vielfalt jene spagyrischen Essenzen mit der höchsten Authentizität herausfinden zu können, mag die Tradition des Herstellers ein Entscheidungskriterium sein. Genau so wichtig ist es zu wissen, „wessen Geistes Kind“ der oder die Hersteller sind. Ob und in wie weit sie das alchemische Prinzip – etwas UNREINES (etwa Blei) in etwas EDLES (etwa Gold) zu verwandeln – im geistigen Sinne tatsächlich verwirklicht haben. Letzteres ist nicht leicht herauszufinden. Es bleibt eigentlich nur das intuitive Studium der Literatur über die Hersteller und Werke, die diese selbst verfasst haben.

Solunate nach Alexander von Bernus

Um die Wirkweise der Solunate intuitiv erfassen zu können braucht es zumindest einige grundsätzliche Informationen. Wer nicht in einem Heilberuf tätig ist, stößt dabei auf vom Gesetzgeber errichtete Barrieren. Demnach dürfen Hersteller homöopathischer Heilmittel ihren Produkten KEINE Indikations-Hinweise zuweisen. Dem Laien bleibt damit nichts anderes übrig, als zum Literaturforscher zu werden. In dem Buch „Alchymie und Heilkunst“ hat Alexander von Bernus einen tiefen Einblick in den Herstellungsprozess alchemischer Heilmittel gegeben. Am Schluss des im Jahre 1936 erstmalig als Privatdruck herausgegebenen Werkes findet sich eine „Anleitung zur Behandlung mit spagyrischen Arzneimitteln“ aus dem Jahre 1928.

Die Anleitung sollte man heute allerdings mit Bedacht „behandeln.“ Wer etwa das als „lebensverlängernd“ ausgewiesene Aquavit – spagyrisch aufbereitetes Gold – sicherheitshalber schluckweise einnimmt, kann sich leicht mit Herzrasen wieder finden. Mit Problemen kann auch rechnen, wer die Empfehlung bei Grippe praktisch umzusetzen sucht:

… 50 bis 80 Tropfen Antifebrik auf ein Glas Wasser, worin eine Messerspitze Salpeter gelöst ist …

Chemisch reiner Salpeter, Kaliumnitrat (Kalium nitricum purum), ist ein brennbares, explosives Gift. Ist also selbstverständlich NICHT frei verkäuflich. Wer in Zeiten von A. Q. dennoch in der Apotheke danach fragt, möge sich nicht über die entsetzen Blicke des Verkäufers wundern. Das Grundlagenwerk alchemischer Heilkunst ist als Reprint erhältlich (s. Linksunten).

Nummern statt Namen

Die teilweise selbsterklärenden Namen der Solunate mussten kürzlich durch Nummern ersetzt werden. Medizinischen Laien wird dadurch eine Zuordnung von Wirkweisen weiter erschwert. Außerdem können sich bei Bestellungen in der Apotheke leicht Fehler einschleichen. Die dem Werk von v. Bernus beigefügte tabellarische Übersicht der Solunate kann helfen, die Übersicht zu behalten. Sie darf nur nicht wörtlich und als Therapiehilfe missverstanden werden.

Solunate nach Alexander von Bernus (1928)

Laufende NummerAlte BezeichnungBezeichnungFunktionskreis/ WirkweiseBezugs- Quellen
1AlcangrolStoffwechsel(1)
2AquavitTonikum(1)
3Azinat NImmunsystem(1)
4NeurotikCerebretikZNS(1)
5CordiakHerz, Kreislauf(1)
6Dyscrasin NAusleitung(1)
7AntifebrikEpidemikFieber(1)
8HepatikLeber, Gallenblase(1)
9Lymphatik NDrüsensystem(1)
10OsteitikMatrigen I aktivierendhormoneller Regelkreis der Frau(1)
11MatrigenMatrigen II retardierends. Matrigen I(1)
12OphthalmikAugen(1)
13--
14CaducinPolypathik NSedierend, krampflösend(1)
15Pulmonik NAtemwege(1)
16RenalinNieren, Blase(1)
17SanguisolTonikum(1)
18SplenetikMilz, schleimlösend(1)
19Stomachik IMagen, Darm (akut, nicht-entzündlich)(1)
20Stomachik II NMagen, Darm (chronisch, entzündlich)(1)
21Styptik NBlut, Notfall-Essenz bei Verletzungen(1)
22Strumatik ISchilddrüse(1)
23Strumatik II (Pulver)(2)
24Ulcussan A (Pulver)(2)
25Azinat-Salbe N(2)
26Alcangrol-Salbe(2)
27Struma-Salbe(2)
28Azinat-Öl IÄtherische Essenz INerven, Atemwege(2)
29Azinat-Öl IIÄtherische Essenz IIRheuma, Atemwege(2)
Bezug:

(1) in Apotheken über den Pharma-Großhandel

(2) Rosenapotheke, Friedberg, Tel. (08 21) 34 32 990

(aus: Alexander von Bernus – ALCHYMIE UND HEILKUNST)

Linksunten

Rosen Apotheke in Friedberg (b. Augsburg)

Laboratorium SOLUNA Heilmittel GmbH

Solunate nach Alexander von Bernus (Übersicht)

openbook.png Alexander von Bernus – ALCHYMIE UND HEILKUNST,
Dornach, 1994

5 Gedanken zu „Solunate nach Bernus – Starke Nummern

    • Generell – wenn sich Angst einstellt, besser zunächst die Finger von den Solunaten lassen. Selbst unterschwellige Angst ist ein kraftvoller Impulsgeber, jedoch im Fall subtiler Heilmittel möglicherweise von der kontraproduktiven Art; selbst wenn keine objektiven Gründe erkennbar sind. Im Zweifel IMMER der INNEREN STIMME folgen.

      Eine Langzeitdosierung von Solunaten beinhaltet prinzipiell das Risiko zu Lasten der Wirksamkeit des Heil-Impulses zu gehen. Körper und Astralkörper “gewöhnen” sich an die Medikamentierung…

      Nr. 4 richtet sich vor allem an den Entsprechungskreis “Gehirn” und damit auch an die Psyche. Wenn nun jemand permanent mit einer psychischen Disharmonie zu tun hat, kann die langfristige Anwendung sehr wohl empfehlenswert sein, denn nur so können sich subtile Heilimpulse in der Psyche (im Astralkörper) nachhaltig verankern (verkörpern). Auch seitens der Zusammensetzung spricht nichts gegen eine Langzeitanwendung. Um jedoch den “Impuls-Charakter” zu stärken, sollte man immer wieder gezielt Phasen einlegen, in denen auf das Solunat verzichtet wird – etwa in Urlaubszeiten in einem freundlichen geschützten Umfeld.

      Auch Nr. 14 zielt nach v. Bernus u. a. auf Gehirn und Psyche und ist in der Tat ein wirksamer “Harmonizer”. Allerdings sollte aufgrund der Ingredienz Visci albi herba – Mistel – eine Langzeit-Anwendung gut überdacht sein. Mistel – in welcher Form auch immer – nimmt man eigentlich nicht ständig, sonderen nur in bestimmten Zeitintervallen. Ähnlich wie bei Baldrian kann ein “zu viel” genau das Gegenteil der zugeschriebenen Heilwirkung bewirken. Man muss nun vor Nr. 14 keine Angst haben. Dieses Solunat ist lediglich sicherheitshalber als eines von denen zu betrachten, die man (nur) im Notfall kurzzeitig anwendet.

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort!
        Es ist nur so, dass beide Solunate, 14 morgens, 4 abends der Stabilisierung der Schildrüsenüberfunktion (Autonomie) dient und dabei gemeinsam mit Lycopus europaeus sehr erfolgreich sind. Die relevanten Werte sind bald nach Beginn der Behandlung zurückgegangen, beim Absetzen der Solunate treten die bekannt Symthome wieder auf.
        Tatsächlich habe ich bei der Frage eher an die Bromide bzw an das Silber gedacht.

        • Ihre Bedenken beziehen sich also auf das Risiko einer toxischen Reaktion durch Bromide und Silber? Das ist nachvollziehbar, denn tatsächlich kamen im Altertum Heerscharen von Patienten durch das Verabreichen metallischer Heilmittel um. Aber wohl nur deshalb, weil man den GROBEN STOFF, nicht die spagyrische resp. homöopathische Aufbereitung davon, gegeben hat und das auch noch in Unmengen. Doch das ist natürlich nur eine These, keine (wissenschaftliche) Gewissheit. Letztere wird im Moment kaum zu bekommen sein. Bleiben individuelle und intuitive Verfahren. WENN bei aller stabilisierenden Wirkung auf die Schilddrüse Bedenken bzgl. der metallischen Komponenten entstehen, könnte etwa der Muskeltest unter fachkundiger Anleitung eines Therapeuten einen allgemeinen Aufschluss zur Veträglichkeit (und damit über Nebenwirkungen) geben. Dennoch würde ich bei #14 die Mistel im Auge behalten, die ist nämlich sehr stofflich präsent.

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