„Internet ist Teufels- und Dreckszeug!“

Manche Menschen, die als gebildet gelten und sich ethisch-moralisch wertkonservativ geben äußern gern ihren Ekel über die „schlimmen Sachen“ im Internet. Weil sie meinen, es mit ihren Kindern gut zu meinen, ist die Dämonisierung der elektronischen Medien auch ein Aktivposten der Erziehung. Kinder und Jugendliche dürfen ent­weder gar nicht oder nur unter strengen Auflagen und zumeist technisch sehr eingeschränkt ins Web. „Internet ist Teufels- und Dreckszeug!“ ist dabei die dämagogische Parole.

Mit Knoblauch gegen den digitalen Belzebub? (*)

Wenn es sicher helfen würde, sie würden vor jedem Computermonitor oder gar den DSL-Anschluss eine Knoblauchknolle legen. Knoblauch soll ja, laut mittelalterlichem Aberglauben, den Teufel fern halten. Der Teufel ist aber bekanntlich eine Erfindung machtpolitisch ambitionierter Kirchenväter. Und seine Kinder in das Korsett eigener Klischees und Komplexe zu zwingen ist – ja, vor allem bequem und eine Form der Verletzung der Fürsorgepflicht! Weiterlesen

Organspende: Erst Herz fragen, dann mit Erklärung beizeiten vorbeugen

Ganze 12.500 Menschen warten in Deutschland auf ein Spender­organ. Das sind 0,015 Prozent der Gesamtbevölkerung, also eine verschwindende Minderheit. 99,985 Prozent der Bevölkerung sollen jetzt wenn nicht gezwungenermaßen per Gesetz so wenigstens per schlechtes Gewissen zur pauschalen Organspen­de verpflichtet werden. Organspen­de sei ein Akt der Nächstenliebe, meint die Deutsche Bischofskonferenz (DBK). Oder andersherum: Spendenunwillige verstoßen gegen die Moralvorschriften der katholischen Kirche.

Menschen helfen Menschen – das Motto auf dem Krankenwagen des Roten Kreuzes. Helfen ist aber auch ein profitables Geschäft. Und nicht jeder empfindet alle möglichen Hilfen als hilfreich. (*)

Wer sich dagegen ausspricht Organe zu spenden oder zu empfangen, muss in seinem Umfeld zunehmend mit fast feindseligem Unverständnis rechnen. Erklärungsversuche sind von Beginn an zum Scheitern verur­teilt, weil selbst die hypothetische Annahme der Argumente automatisch eine hypothetische Sicht auf Leben, Sterben, Tod und Nachtod nach sich zieht, die dem mechanistischen Weltbild vom menschlichen Sein komplett widerspricht. Besser den Unfrieden vermeiden, den solche Diskussionen auslösen. Dafür beizeiten mit einer Erklärung vorbeugen. Weiterlesen

Hochseeinsel Helgoland: Potenzial für ein deutsches Putuo Shan

Regenbogen über der Düne von Helgoland.Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Regenbogen über der Düne von Helgoland.
Bild: Heinz Knotek/TrinosophieBlog

Natürlich besitzt Helgoland keinen heiligen Berg; und einen mit buddhistischem Kloster schon gar nicht. Es gibt eine schöne evangelisch-lutherische Kirche, die an die im Zweiten Weltkrieg zerstörte alte Seefahrer­kirche erinnert und die kleinere römisch-katholische St.-Michaels-Kirche. Berge gibt es auf Helgoland auch nicht. Es sei denn, man betrachtet das Oberland als „Berg“. Tatsächlich befindet sich hier der „Pinneberg“, die mit 63 Metern höchste Erhebung des gleich­namigen Landkreises, zu dem Helgoland gehört. Weiterlesen

„Theosophische Gesellschaft 2.0“ als erneuernder Reformimpuls

Gut 120 Jahre hält die Agonie der „Theosophischen Gesell­schaft“ nun schon an. Zersplittert in dutzende Gruppen und Grüppchen kleben die Mitglieder der einzelnen Vereine mit steinharter Trotzigkeit an ihre zweitklassigen „Führer“, die sich einst im Namen der „Mahatmas“ erst um das spirituell-wissenschaftliche Erbe von H. P. Blavatsky und W. Q. Judge bis aufs Blut bekriegt, dann ihre ergatterten Anteile unter den Nagel gerissen und anschließend im spiritistischen Sumpf versenkt oder mit intellektueller Trockenheit erstickt haben. Die Öffentlichkeitswirksamkeit dessen, was heute unter „Theosophischer Gesellschaft“ firmiert ist daher zu Recht nahezu gleich null.

Theosophische Gesellschaft heute: holpriger Pfad im Unterholz. (*)

Dabei sind die Reformansätze für Religion und Wissenschaft, wie sie die 1875 von H. P. Blavatsky, H. S. Olcott und W. Q. Judge in New York gegründete „Theosophical Society“ propagierte, aktueller und nötiger denn je. Weder Religion noch Wissenschaft haben überzeugende und greifbare Konzepte für die Zukunft der Menschheit. Der erneuernde Reformimpuls einer „Theosophischen Gesellschaft 2.0“ wäre also ein Licht im dunklen Tunnel der uns in diese Zukunft führt. Weiterlesen

Der Buddhismus-Bluff: Eine Begriffsklärung

Buddhismus geht immer. Wenn dann noch kombiniert mit Pseudo-Kampfkunst und man kann als „Anbieter“ bald mit einem TV-Team rechnen. Und mit einem „Spezial“ im Fernsehen. Bei den – vor allem jungen – nach Gemeinschaft und Selbstüberwindung hungernden Menschen, kommen entsprechende Verheißungen gut an. Dumm nur, dass Begriffe wie BUDDHISMUS, KAMPFKUNST und SHAOLIN, aber auch ZEN, MEISTER oder ABT nicht geschützt sind.

Der lehrende Buddha Shakyamuni (China, 12. Jahrhundert).
Foto: gemeinfrei

Jeder Scharlatan und clevere Selbstdarsteller kann sich des Buddhismus-Bluffs ungestraft bedienen. Und damit sind nicht nur bizarre „Shaolin-Klöster“ gemeint, sondern auch Management-Trainer oder hauptberuf­liche „Philosophen“, die mit Buddhismus-Versatzstücken zahlende Sucher anlocken. Bevor man Geld, Energie und Unabhängigkeit einem „Abt“ oder „Meister“ opfert, kann es hilfreich sein, sich zu verdeutlichen, was Buddhismus eigentlich ist. Nachfolgend eine Begriffsklärung. Weiterlesen

Theosophie: Weisheitslehre oder Mummenschanz?

Einen eigenen redaktionellen Schwerpunkt hat neulich eine große deutsche Tageszeitung dem Phänomen Anthroposophie gewidmet1. Dabei fanden auch die eigentlichen Wurzeln der anthropo­so­phischen Bewegung eine angemessene Würdigung. Anthroposophie ist Rudolf Steiner. Die Wurzel von Steiners Thesen jedoch sind die uralten und zeitlosen Weisheitslehren, die im letzten Viertel des 19. Jahrhun­derts durch Helena Petrovna Blavatsky, William Quan Judge und Henry Steel Olcott einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurden.

Motto der Theosophie des 19. Jh.: Es gibt keine höher stehende Religion als die Wahrheit.

Nach dem Weggang von Blavatsky (1891) und Judge (1896) versank die Theosophie jener Zeit „bald in einem argen Mummenschanz2.“ Jenen Mummenschanz haben selbst ernannte Nachfolger von Blavatsky und Judge zu verantworten. Bis heute fehlt eine selbstkritische Aufarbeitung dieser Fehlentwicklung durch jene Gruppen, die sich unverändert auf jene „Nachfolger“ berufen. Weiterlesen

  1. Süddeutsche Zeitung, Samstag, 26. Februar 2011
  2. Ebenda; Thomas Steinfeld: DAS BUNTE GENIE

Hölle im Hier und Jetzt

Konzepte wie Himmel und Hölle haben den Vorteil, dass sie allesamt etwas Abstraktes ohne erkennbaren Zusammenhang zum konkreten Hier und Jetzt sind. Zumindest wenn man sie im Kontext einer monotheistischen Religion versteht. Buddhismus und Taoismus sind zwar keine monotheistischen Religionen, kennen aber diese Begriffe ebenfalls und bemühen sich dabei um eine erlebbare und weitgehende Praxisnähe. Möglich wird das durch die Annahme der These, Karma und Reinkarnation seien universelle naturgesetzliche Prinzipien.

Hölle als Nachtod-Verwahranstalt für Bösewichte: Dante And Virgil In Hell (1850) by William-Adolphe Bouguereau. Foto: gemeinfrei

„Höllische“ Lebensumstände haben demnach einen guten Grund. Wer etwa ständiger Verleumdung ausgesetzt ist und auf Schritt und Tritt mit der Unzuverlässigkeit anderer konfrontiert wird, hat sich demnach diese „Hölle“ in einem früheren Leben selbst zubereitet, indem er sich damals an seinen Mitmenschen mit LÜGEN vergangen hat. Wer das glaubt wird zwar nicht selig, beißt sich aber sicherheitshalber lieber einmal zu viel als zu wenig auf die Zunge. Weiterlesen

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